Erntedank

Ein Fest der Dankbarkeit

Erntedank – geschmückter Altar in der Kirche
Getreide und Brot, Feldfrüchte und Obst, Blumen und Wein: Das Erntedankfest mit seinen reichen Gaben am Altar ist eine der prächtigsten Feiern des Kirchenjahres. Doch warum feiern wir eigentlich Erntedank? Wir geben Einblicke in die Ursprünge und zeigen Ihnen besonders schöne Feste.

 

Wenn pralle Kürbisse, rote Äpfel, aromatische Trauben, getrocknete Weizenähren und leuchtende Sonnenblumen den Altar in der Kirche schmücken, dann ist es wieder soweit: Erntedank steht vor der Tür! Dann finden wieder vielerorts festliche Gottesdienste statt, bei denen die landwirtschaftlichen Produkte geweiht werden. In manchen Gemeinden werden auch Prozessionen veranstaltet, bei denen prächtig geschmückte Wägen durch den Ort ziehen. 

Das Erntedankfest soll die Freude über die erfolgreich eingeholte Ernte im Herbst verkünden. Gleichzeitig dient es dazu, der Natur und vor allem auch Gott für die Erträge und Gaben der Felder zu danken und um gutes Wetter im nächsten Jahr zu bitten.

Erntedank: Ein herbstlicher Brauch mit langer Tradition

Jeden Tag genug Essen zu haben, ist für uns zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Das war allerdings nicht immer so. In früheren Zeiten war der Großteil der Menschen unmittelbar von der Landwirtschaft und damit von der Natur abhängig. Ihr Überleben war untrennbar damit verbunden, ob die Ernte gut oder schlecht ausfiel. Denn sie war die Grundlage dafür, dass es im Winter genügend Lebensmittelvorräte gab. War die Ernte abgeschlossen und reich ausgefallen, bedankten sich die Menschen dafür mit einem großen Fest.

Die Wurzeln der Erntedankfeste kann man bis in die vorchristliche Zeit zurückverfolgen. Denn der Brauch, höheren Mächten für eine gute Ernte zu danken, ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Für das Christentum gibt es Belege, dass bereits im 3. Jahrhundert die ersten Erntedankfeste gefeiert wurden.

Gaben zum Erntedankfest: Kürbisse, Rosenkohl und Brezen

Mit dem Erntedankfest danken die Menschen seit jeher Gott und der Natur für die reiche Ernte.

Erntedank: Prächtige Gaben am Altar in der Kirche

Hauptbestandteil des Erntedankfestes ist ein feierlicher Gottesdienst, bei dem die landwirtschaftlichen Gaben geweiht werden.

Erntedankkrone auf dem Marktplatz

In manchen Gemeinden wird aus Getreidehalmen und Ähren eine große Erntekrone geflochten.

Anders als für Weihnachten und Ostern gibt es für das Erntedankfest keinen einheitlichen Termin, da die Ernte je nach Klimazone zu verschiedenen Zeiten eingebracht wird. In den meisten katholischen Gemeinden wird das bunte Kirchenfest aber heutzutage üblicherweise am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. Der fällt dieses Jahr auf den 1. Oktober.

Offizieller Bestandteil des Kirchenjahres ist das Erntedankfest übrigens bis heute nicht. Das bedeutet, die Gemeinden sind nicht dazu verpflichtet, das Fest zu feiern. Trotzdem ist der Brauch des Erntedanks seit langem in vielen Orten fest verwurzelt und gehört zu den prächtigsten Feiern des Jahres.

Ein bunte Krone und ein Körnerbild

In manchen Orten wird für die Erntedank-Prozession oder für den Gottesdienst eine aufwendige Erntekrone aus Getreide oder Weinreben geflochten. In mühevoller Handarbeit werden die Ähren und Reben in vier Strängen an das Kronengestell gebunden und mit Blumen, Feldfrüchten und bunten Bändern geschmückt.

Die Erntekrone spielt eine wichtige Rolle beim Erntedankfest. Die kreisrunde Basis steht für die Unendlichkeit. Man hofft, dass es auch im nächsten Jahr wieder eine reiche Ernte und damit genug Nahrung gibt. Die Krone ist ein Zeichen für die Macht der Natur, derer sich der Mensch immer bewusst sein soll.

In der Pfarrkirche St. Martin im schwäbischen Gundelfingen gibt es eine ganz besondere Tradition. Hier wird vom Frauenkreis ein Körnerbild in der Kirche ausgelegt, das vom 1. bis zum 5. Oktober bewundert werden kann. Dieses Jahr mit dem Motiv eines Schutzengels.

Besondere Erntedankfeste in Bayern 2017

Erntedankprozession in Mittenwald

In der Karwendelregion locken traditionelle Erntedankprozessionen jedes Jahr viele Besucher an. In der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Mittenwald beginnt am 1. Oktober um 8:30 Uhr der Erntedankgottesdienst. Anschließend findet eine farbenfrohe Prozession durch den Ortskern statt. Viele Vereine, eine Musikkapelle und die Einwohner in ihrer traditionellen Tracht werden dann zu sehen sein.

Wann?
Sonntag, 1. Oktober 2017, ab 8:30 Uhr

Wo?
Pfarrkirche St. Peter und Paul

D-82481 Mittenwald
www.veranstaltungen.alpenwelt-karwendel.de

Erntedankfest im Markus Wasmeier Freilichtmuseum in Schliersee

Erntedankfest im Markus Wasmeier Freilichtmuseum: Dekorierter Altar

Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum in Schliersee lädt Sie am 1. Oktober zum traditionellen Erntedank ein. Um etwa 11:30 Uhr wird vor der kleinen Heilig-Kreuz-Kapelle eine Feldmesse abgehalten, an der alle Museumsbesucher teilnehmen können. Im Anschluss daran können Sie im altbayrischen Wirtshaus bei einer gemütlichen Brotzeit mit selbstgebrautem Bier und frischgebackenem Holzofenbrot einkehren.

Wann?
Sonntag, 1. Oktober 2017, 10:00-17:00 Uhr

Wo?
Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee
Brunnbichl 5
D-83727 Schliersee / Neuhaus
www.wasmeier.de

Was kostet der Eintritt zum Muesum?
Erwachsene: 8,90 Euro
Kinder von 8 bis einschließlich 15 Jahre: 4,90 Euro
Kinder bis einschließlich 7 Jahre frei

Erntedankfest in den Hermannsdorfer Landwerkstätten in Glonn

Erntedankfest in den Hermannsdorfer Landwerkstätten in Glonn: Kinder spielen im Heu

Das Erntedankfest in den Hermannsdorfer Landwerkstätten ist ein fröhliches Fest für Groß und Klein. Ein gemeinsamer Gottesdienst, musikalische Unterhaltung, frische Köstlichkeiten an Essensständen und ein abwechslungsreiches Programm mit Führungen durch die Werkstätten sorgen für einen spannenden Familientag. Auch der Hofmarkt hat an diesem Tag geöffnet.

Wann?
Sonntag, 1. Oktober 2017, 10:00-18:00 Uhr

Wo?
Herrmannsdorfer Landwerkstätten GmbH und Co. KG
Herrmannsdorf 7
D-85625 Glonn
www.hermannsdorfer.de
Ab der S-Bahnstation Grafing Bahnhof gibt es einen kostenosen Bus-Shuttle.

Was kostet eine Führung?
Erwachsene: 5,00 Euro
Tagesticket für alle Führungen Erwachsene: 15,00 Euro
Kinder bis 14 Jahre: 2,00 Euro
Tagesticket für alle Führungen Kinder: 6,00 Euro
Führungen durch die Werkstätten finden zu jeder vollen Stunde von 12:00-16:00 Uhr statt. Tickets gibt's am Info-Cube auf dem Hof.

Berggottesdienst zum Erntedank auf der Winklmoosalm in Reit im Winkl

Berggottesdienst zum Erntedank auf der Winklmoosalm: Gipfelkreuz auf der Winklmoos-Alm

Am Sonntag, den 1. Oktober, findet auch auf der Winkelmoosalm um 14 Uhr ein Erntedankfest statt. Von dort haben Sie einen wunderschönen Blick auf das Winklmoos und die Steinplatte. Bei schönem Wetter im Freien am Wegkreuz neben der Kapelle Mariä Himmelfahrt und bei schlechtem Wetter in der Bergkapelle St. Johann im Gebirg. Begleitet wird der Berggottesdienst von Alphornbläsern.

Wann?
Sonntag, 1. Oktober 2017, 14:00 Uhr

Wo?
Winkelmoosalm
D-83242 Reit im Winkl
www.reitimwinkl.de
Die Winkelmoosalm ist mit dem Bus, dem Auto oder zu Fuß erreichbar.

Erntedankaltar und Körnerteppich in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Gundelfingen

In der Pfarrkirche St. Martin im schwäbischen Gundelfingen können Sie fünf Tage lang einen der größten und am prächtigsten geschmückten Erntedankaltäre der Region bewundern. Eine weitere Besonderheit ist der liebevoll gestaltete Körnerteppich, der jedes Jahr anlässlich des Erntedankfestes in der Kirche ausgelegt wird.

Wann?
Sonntag, 1. Oktober 2017 bis Mittwoch, 4. Oktober 2017, 9:00-19:00 Uhr
Donnerstag, 5. Oktober 2017, 9:00-17:00 Uhr

Wo?
Stadtpfarrkirche St. Martin
Am Wehrgang 1A
D-89423 Gundelfingen an der Donau
www.gundelfingen-donau.de

Die Termine und Zeiten sind ohne Gewähr. Am besten informieren Sie sich im Voraus bei den jeweiligen Touristenbüros oder Gemeinden.

DER GRUSS „GRÜSS GOTT“ – Für fremde Ohren klingt „Grüß Gott“ schon ein bisserl seltsam. Dabei ist dieser alte Gruß im Alpenland so selbstverständlich, dass wir uns hier nur selten fragen: Was genau bedeutet „Grüß Gott“ eigentlich?

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