Josefitag

Da Sepp

Josefitag - Der Josef genießt an seinem Ehrentag eine Maß Bier
Wer Josef heißt, ist in der Alpenregion „da Sepp“. Und davon gibt es viele. Ihren Namenstag feiern sie am Josefitag, der früher sogar ein Feiertag war. Ein bisserl besonders ist er auch heute noch: Alle Josefs und Josefines werden mit einer Freimaß und einer Freifahrt geehrt.

 

Der Sepperl geht in d’ Schul’, der Seppe zum Fensterln und der Sepp ins Wirtshaus. Ein gescheiter Name wächst eben einfach mit. Josef ist ein solcher Name. Und was den einen der Sepperl, Seppe, Sepp ist, ist den anderen ihr Bepperl, Beppi, Bepp.

Die alpenländischen Namensvarianten von Josef schützten aber nur sehr begrenzt vor Verwechslungen. So viele Josefs gab es früher in den Alpen, dass der Name für „Zuagroaste“ und Gäste ein Synonym für die Alpenbewohner und ihre Eigenarten geworden ist. So ist die Lederhosn eine Sepplhose, zu der die Alpenländler natürlich den Sepplhut aufsetzen.

Der Vorname Josef wird seit Generationen weiter vererbt.

Josef ist ein solider Vorname für jeden Bub und wird seit Generationen weiter vererbt, vom Vater auf den Sohn, vom Paten auf das Patenkind. In jeder bayerischen, österreichischen oder schweizerischen Ahnentafel findet sich bestimmt einer, dem durch einen kleinen Josef eine Ehre zuteil wird.

Und zu guter Letzt ist der Name Josef auch noch gut katholisch. Ist der Namensgeber doch der heilige Josef, der Ziehvater vom Jesuskind und Patron der ganzen katholischen Kirche. Sein Gedenktag ist der 19. März.

STARKBIER IN DER FASTENZEIT Mit der Fastenzeit beginnt auch die Starkbierzeit. Schon im Mittelalter brauten Mönche ein extra kalorienreiches Bier, um trotz Fasten bei Kräften zu bleiben. Hier sind 7 spannende Fakten zum „flüssigen Brot“.

 

Weil der heilige Josef hochverehrt wurde und es gar so viele Seppen gab, damals, als der Namenstag weit mehr gegolten hat als der Geburtstag, entwickelte sich der Josefitag zu einem wichtigen Festtag, der ein richtiger arbeits- und schulfreier Feiertag war.

Ein letzter willkommener Ruhetag für die Bauern, ihre Knechte und Mägde, bevor es nach dem Winter wieder mit der schweren Feldarbeit losging. Denn der Josefitag galt für sie als Winterende:

„Wenn’s erst amol Josefi is, endet auch der Winter g’wiss.“

(Bauernregel)

So wurde am Josefitag noch einmal getanzt, gut getrunken und gegessen. Im Berchtesgadener Land wurde extra für Josefi das sogenannte Baumwollbrot gebacken, ein süßes Hefegebäck, und während der Festmesse den Zimmerern geweiht. Schließlich war auch der heilige Josef ein Zimmermann.

Mit der Abschaffung des Feiertags hatte die Herrlichkeit ein Ende. Ein ähnliches Schicksal war dem Josefitag  in Österreich beschieden, dort haben aber in einigen Bundesländern zumindest die Kinder auch heute noch schulfrei, ebenso wie in einigen Kantonen der Schweiz, wo der Seppentag noch gefeiert wird.

Eine Freimaß und eine Freifahrt sind als Trostpflaster geblieben.

Den bayerischen Seppln sind nur kleine Trostpflaster geblieben: eine Freimaß und eine Freifahrt. Im Bräustüberl vom Kloster Andechs gibt’s am Josefitag nach der Messe zu Ehren des heiligen Josef für jeden Sepp und jede Josefa und Josefine eine Maß Bier gratis, und die Wendelsteinbahn bringt am 19. März alle Namenstagskinder kostenlos auf den Gipfel.

Der Königlich-Bayerischen Josefspartei ist das zu wenig. Sie kämpft seit ihrer Gründung im Jahr 2002 nur für ein Ziel, dass der Josefitag wieder ein Feiertag wird. Aber auch die jährlichen Parteitage haben sie diesem Ziel bisher nicht nähergebracht.

Nicht ganz so bierernst sehen das die diversen Josefivereine, die sich in manchen bayerischen Gemeinden etabliert haben. Den meisten geht es neben einem geselligen Vereinsleben hauptsächlich darum, die Hochachtung vor dem heiligen Josef zu bewahren und den Namen Josef nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Denn was wären Bayern, Österreich und die Schweiz ohne ihre Seppen, Seppis, Sepperl und Bepperl?

Weitere bedeutende Heilige im März

 

7. März 
Perpetua und Felicitas
waren Märtyrerinnen, die zur Hinrichtung einer wilden Kuh vorgeworfen wurden.

 

9. März
Franziska
gilt als Patronin der Autofahrer, da sie ständig von einem Schutzengel begleitet wurde.

17. März
Gertraud
soll durch ihr Gebet eine Mäuse­plage beendet haben, sie gilt als Patronin der Gärtner.

 

21. März 
Benedikt
gründete das erste Kloster der Benediktiner, bis heute das Stamm­kloster des Ordens.

BIER UND BLUMEN

Josefitag – Blumenkranz

Der heilige Josef ist Schutzpatron der Ehe und Jungfräulichkeit.

Früher war es in Österreich Brauch, den jungfräulichen Mädchen Blumen zu schenken, aus denen dann ein Blumenkranz geflochten wurde. Dieser sollte ihnen die Jungfräulichkeit bewahren.

Verheiratete trugen an diesem Tag Josefsringe am Finger, um zu zeigen, dass sie vergeben sind.

Bieranstich

Vor allem die Männer freuten sich früher auf den Bieranstich am Josefitag. Auch heutzutage wird noch in vielen Biergärten am 19. März die erste Maß der Saison ausgeschenkt.

Josefitag – Bieranstich

ZWEI SCHMANKERL FÜR JOSEF UND JOSEFINE

Vergessen Sie Ihren Ausweis nicht!