Birnen Saison

Saftig süße Multitalente aus dem Garten

Birnen Saison: Birnen in einer Kiste
Endlich ist wieder Birnen Saison im Alpenland! Völlig zu Unrecht stehen die saftig süßen Früchte im Schatten des Apfels: Denn das Obst bringt eine ganz besondere Note in die herbstliche Küche und hat viel zu bieten. 5 Gründe, warum Sie heimische Birnen jetzt genießen sollten!

 

1. Birnen punkten mit Mineralstoffen

Birnen sollte man ja eigentlich nicht mit Äpfeln vergleichen ... (Wir machen es aber trotzdem):

Der unbestrittene Obst-Star in Deutschland ist der Apfel. Er steht oft exemplarisch für eine gesunde Ernährung. Doch tatsächlich kann es die Birne jederzeit mit ihm aufnehmen. Zwar hat der Apfel einen doppelt so hohen Vitamin-C-Gehalt wie die Birne, aber dafür übertrumpft sie ihn eindeutig bei den Mineralstoffen. Birnen sind reicher an Phosphor, das das Nervensystem stärkt, sowie an Kalzium, Eisen, Jod und Magnesium. Durch den hohen Gehalt an Kalium wirken die Früchte außerdem entwässernd.

Der berühmte großmütterliche Hinweis, dass die Vitamine und Mineralstoffe bei Äpfeln direkt unter der Schale sitzen, gilt übrigens auch für Birnen. Also am besten die Schale immer mitessen und darauf achten, dass Sie nur ungespritztes Obst kaufen.

2. Birnen schmecken mild und süß

Ein weiterer Pluspunkt für die Birne: Für viele Menschen sind Birnen weitaus bekömmlicher als Äpfel, da sie deutlich weniger Fruchtsäure enthalten. Dadurch schmecken sie viel milder als ihr Konkurrent. Auch bei Kindern ist das zarte Obst sehr beliebt und eignet sich zum Beispiel gut für die Zubereitung von Babybrei.

Und nicht zu vergessen: Die Süße der Birnen vertreibt den Hunger auf Süßigkeiten. Damit ist die Birne ein gesundes Naschwerk für zwischendurch, das durch ihren hohen Ballaststoffgehalt schnell satt macht und die Verdauung sowie den Stoffwechsel anregt.

Illustration einer Birne

3. Im Herbst ist Birnenzeit

Die Haupternte von Birnen aus heimischem Anbau ist gerade voll im Gange. Je nach Sorte liegt sie bei uns zwischen August und Oktober. So ist jetzt die beste Gelegenheit, auf regionale Früchte zurückzugreifen und das saftige Obst zu genießen.

Schauen Sie doch mal nach, ob es in Ihrer Nähe die Möglichkeit gibt, bei Obstbauern Birnen direkt auf dem Hof zu kaufen oder selbst zu pflücken. Das macht Spaß und Sie wissen dann genau, wo die leckeren Früchte herkommen. Regionaler und vor allem frischer geht's fast nicht!

Tipps zum Lagern und zur Reife

Leider können reife Birnen nicht sehr lange gelagert werden, da sie schnell überreif werden. Am besten legen Sie die Früchte an einen kühlen Ort oder in ein trockenes Fach im Kühlschrank und essen sie möglichst bald auf.

Um beim Kauf festzustellen, ob das Obst reif ist, machen Sie am besten einen Drucktest. Essreife Birnen geben am Stilansatz auf Fingerdruck leicht nach. Unreife Birnen dagegen sind sehr fest und geben nicht nach. Auch am Duft können Sie erkennen, ob sie reif sind, denn dann riechen sie intensiv fruchtig.

Allerdings können Sie Birnen auch kaufen, wenn sie noch fest sind, denn sie reifen mit der Zeit bei Zimmertemperatur nach. Wenn Sie diesen Vorgang beschleunigen wollen, können Sie einen Apfel mit in die Obstschale legen. Denn Äpfel verströmen das Reifegas Ethylen, das auch anderes Obst reifen lässt.

Kinderlied

Spannenlanger Hansel,
nudeldicke Dirn,
geh'n wir in den Garten,
schütteln wir die Birn'.
Schüttel ich die großen,
schüttelst du die klein',
wenn das Säcklein voll ist,
geh'n wir wieder heim.

 

Lauf doch nicht so närrisch,
spannenlanger Hans!
Ich verlier' die Birnen
und die Schuh' noch ganz.
Trägst ja nur die kleinen,
nudeldicke Dirn,
und ich schlepp' den schweren Sack
mit den großen Birn'.

4. Birnen sind fruchtige Multitalente

Die Birne schmeckt roh ebenso wie als Kompott, als Mus, im Kuchen oder im Dessert. Getrocknete Birnen heißen in Süddeutschland und Österreich übrigens Kletzen. Mit ihnen wird das typisch weihnachtliche Kletzenbrot gebacken.

Die Birne Helene ist ein wahrer Dessertklassiker für den Herbst. Sie ist eine Kreation des Pariser Kochs Auguste Escoffier, der das Dessert 1864 zur Premiere von Offenbachs Operette „Die schöne Helene“ gezaubert hat. Vielleicht war der Küchenmeister bei seiner Erfindung aber auch weniger von Offenbachs Musik und weit mehr von der umschwärmten Hortense Schneider inspiriert, die die Hauptrolle sang ...

BIRNE HELENE – Zu zeitloser Berühmtheit unter den Nachspeisen hat es die Birne Helene gebracht. Mit unserem Rezept gelingt Ihnen dieser herbstliche Schmaus.

BIRNENKUCHEN MIT NÜSSEN – Birnen, Walnüsse und Zimt ergeben den perfekten Kuchen für goldene Herbsttage. So gelingt Ihnen unser Birnenkuchen mit Nüssen!

 

5. Birnen schmecken nicht nur zu Süßem

Birnen sind sehr vielseitig in der Küche einsetzbar. Sie sind nicht nur wichtige Zutaten für süße Speisen, sondern auch die perfekten Begleiter von herzhaften Gerichten. Denn ihre milde Süße verträgt sich bestens mit intensivem Käse, zum Beispiel mit Blauschimmelkäse, und mit anderen deftigen Speisen.

Ein Klassiker der bäuerlichen Küche ist der Birnen-Bohnen-Speck-Eintopf, der eigentlich aus dem hohen Norden kommt. Denn auch die Großmütter aus dem Alten Land bei Hamburg wussten schon damals, was bei grauem Herbstwetter am besten schmeckt und von innen heraus wärmt. Probieren Sie's mal aus!

BIRNEN-BOHNEN-SPECK-EINTOPF – Schon zu Omas Zeiten kam er gerne auf den Tisch und schmeckt auch heute noch: Der Birnen-Bohnen-Speck-Eintopf ist genau das Richtige bei grauem Herbstwetter.

 

Wussten Sie's?

  • Der Birnbaum gehört, wie beispielsweise auch der Pflaumenbaum, zur Familie der Rosengewächse.
  • Womöglich haben wir es wilden Bären aus dem Kaukasus zu verdanken, dass wir die süßen Birnen kennenlernen durften. Die Tiere sollen die Früchte bei ihren Wanderungen in den Westen verbreitet haben. Auch die alten Römer pflanzten schon Birnbäume an.
  • Die Sortenvielfalt der Birnen wird heute auf etwa 5.000 geschätzt. Bei uns sind die bekanntesten Sorten Abate Fetel, Conference und Williams Christ.
  • Bestimmt haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie die Birne in die Flasche mit Birnenbrand kommt: Die Flasche wird über die Birne gestülpt und am Zweig festgebunden, wenn die Frucht noch sehr klein ist. Die Birne wächst dann in der Flasche heran, bis sie geerntet werden kann.

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