Brot aufbewahren

Wie Sie frisches Brot richtig lagern

Brot einfrieren: Zwei Brotlaibe und Getreideähren auf einem Holzbrett
Brot ist eine Kostbarkeit – und trotzdem schmeißen wir es weg: Viel zu viel Brot, das trocken oder schimmelig geworden ist, landet im Müll. Ein Jammer! Mit unseren Tipps können Sie Ihr Brot aufbewahren, so dass es lange frisch bleibt.

 

Der Geruch des Brotes – das ist „der Duft aller Düfte. Es ist der Urduft unseres irdischen Lebens, der Duft der Harmonie, des Friedens und der Heimat“. So drückte es der Literaturnobelpreisträger Jaroslav Seifert aus.

Kein anderes Land der Welt hat eine solche Brotvielfalt wie wir Deutschen: Über 500 Brotsorten und über 3200 Brotspezialitäten stehen im „Deutschen Brotregister“, diese Brotvielfalt ist weltweit einzigartig. Und wir schätzen unser Brot. Noch immer ist es das Lieblings-Lebensmittel der Deutschen. Durchschnittlich rund 80 Kilo im Jahr isst jeder von uns davon.

Trotzdem: Leider landet immer noch viel zu viel Brot, das trocken oder schimmelig geworden ist, im Müll. Die Initiative „Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sagt: Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg. Am häufigsten Obst und Gemüse, gleich danach kommt Brot.

Das muss nicht sein. Diese Tipps verraten, wie Sie Brot aufbewahren sollten, damit es lange frisch bleibt.

 

Augen auf beim Einkauf!

Je dunkler die Brotsorte, desto lagerfähiger ist sie. Brot, das zu 100 Prozent aus Weizenmehl besteht, trocknet am schnellsten aus. Kaufen Sie deshalb Brote mit einem hohen Roggenanteil oder Schrot- und Vollkornbrote. Im Gegensatz zum Weizen kann der Roggen die Feuchtigkeit viel länger halten. Das gleiche gilt für Vollkorn-, Schrot-, und Sauerteigbrote. Bei optimaler Lagerung halten sich Weizenbrote nur bis zu 2 Tage, die anderen Sorten hingegen bis zu 9 Tage.

Brot einfrieren: Weizenbrot

Weizenbrot
bis zu 2 Tagen

Brot einfrieren: Weizenmischbrot

Weizen­misch­brot
2 bis 4 Tage

Brot einfrieren: Roggenmischbrot

Roggen­misch­brot
bis zu 3 Tagen

Brot einfrieren: Roggenbrot

Roggenbrot
4 bis 6 Tage

Brot einfrieren: Vollkornbrot

Schrot- und Voll­korn­brot
bis 9 Tage

Die richtige Lagerung

Erst einmal: Schnell raus aus der Originalverpackung! Plastikbeutel oder Papiertüten sind für eine längere Lagerung nicht geeignet. Brot braucht Luft. Die Bäckerinnung rät dazu, Brot in sauberen, trockenen und belüfteten Behältnissen aufzubewahren. Ein Brotkasten oder Brottopf ist eine Anschaffung fürs Leben. Das sollten Sie bei seiner Verwendung beachten:

  • Der richtige Platz für den Brotkasten ist gleichbleibend warm, trocken und luftzugänglich. Ein geschlossener Schrank, eine Schublade oder die Fensterbank scheiden deshalb aus. Am Besten aufgehoben ist der Brotkasten in der Küche auf der Arbeitsfläche.
  • Lassen Sie ofenfrisches Brot immer zuerst auskühlen, bevor Sie es in den Vorratsbehälter legen.
  • Stellen Sie Brot immer mit der Schnittkante nach unten in den Brotkasten. So verhindern Sie, dass die Krume, also das Innere des Brotes, nach dem Anschneiden austrocknet.
  • Lagern Sie nichts anderes außer Brot in Ihrem Brotkasten. Brezen und salziges Kleingebäck ziehen Wasser und erhöhen die Schimmelgefahr.
Brot einfrieren: Brottopf mit Holzdeckel
Brotbehälter aus Ton sind nicht leicht zu finden. Brottöpfe wie diesen, von der Sauerlacher Töpferin Bernadette Gonzalez-Loibl, gibt's bei Mein Platzl in München, Westenriederstraße – gleich beim Viktualienmarkt.

 

Welches Material?

Holz? Metall? Ton? Stein? Oder doch lieber Kunststoff? Die Vorlieben für die einzelnen Brotkasten-Materialien sind tatsächlich reine Geschmacksache. Wichtig ist: Ein guter Brotkasten regelt sein Klima selbst, lässt die Luft so zirkulieren, dass Feuchtigkeit und Geschmack erhalten bleiben. Die Bäckerinnung empfiehlt Brotbehälter aus Ton- oder Steingut. Die offenen Poren nehmen überschüssige Feuchtigkeit auf und transportieren sie vom Brot weg – bei Bedarf aber auch wieder zum Brot zurück. Auch Brotkästen aus Holz oder Metall garantieren mit ihren Lüftungsschlitzen oder ihren lose aufliegenden Deckeln eine gute Belüftung und können das Brot frisch halten.

Keine Chance für Schimmel

Brottöpfe, egal aus welchem Material, müssen immer sauber und trocken gehalten werden. Am Besten einmal wöchentlich mit Essigwasser reinigen. Das gilt noch mehr in heißen, schwülen Sommermonaten. Entfernen Sie alte Brotkrümel mit einem trockenen Tuch. Wasserfeste Töpfe können in heißem Wasser mit Spülmittel gespült werden.

Und was, wenn doch einmal der „weiße Pilz“ durchkommt? Brot mit Schimmelbefall ist nicht zum Verzehr geeignet! Selbst wenn nur an einzelnen Stellen Weißes zu sehen ist, kann das ganze Brot bereits mit unsichtbaren Giftstoffen durchsetzt sein. Das schädigt Leber und Niere und fördert Krebs. Verschimmeltes Brot bitte sofort wegschmeißen und nicht weiter aufbewahren.

KÜRBISSUPPE – Zart-nussiger Kürbis trifft auf cremige Sahne: Unser Rezept für eine sämige Kürbissuppe schmeckt der ganzen Familie und kann nach Belieben verfeinert werden.

Brot einfrieren – ein Tipp unserer Großmütter

Brot in Scheiben schneiden und einfrieren, das klappt wunderbar. Die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt verhindern nicht nur Schimmel, sondern stoppen sogar die Brotalterung. Später kann man scheibchenweise bei Zimmertemperatur das Brot auftauen. Und was gibt es Schöneres, als an einem Sonntagmorgen die eingefrorenen Schnitten im Toaster oder Backofen knusprig zu backen?             

Doch Achtung: So sehr Brot die Gefriertruhe liebt, so sehr hasst es den Kühlschrank: Brot mag kein trockenes Kühlschrank-Klima. Dadurch verliert es sehr schnell sehr viel Wasser. Es wird altbacken, hart und geschmacklos. Brot gehört nicht in den Kühlschrank, sondern nur in die Tiefkühltruhe!

Leckerbissen aus altem Brot

Natürlich bleibt uns allen hin und wieder ein wenig trockenes, altes Brot übrig, in das keiner mehr herzhaft beißen mag. Was für ein Glück – jetzt können Sie diese Köstlichkeiten auf den Tisch bringen:

Brot einfrieren: Brotchips

Brotchips
Brot in 1–2 mm dicke Scheiben schneiden. Mit Olivenöl beträufeln. Kräuter wie Rosmarin, Oregano, Thymian dazugeben. 3–5 Minuten bei 200°C im Backofen hellbraun backen.

Brot einfrieren: Croûtons

Croûtons
Brot in Würfel schneiden. Zusammen mit Öl oder Butter in der Pfanne knusprig braten. Das Fett auf Küchenpapier abtropfen lassen. Mit Salz und Kräutern aufpeppen. Der Kracher auf jedem Salat!

Brot einfrieren: Arme Ritter

Arme Ritter
Brotscheiben vorbereiten. Eine Tasse Milch mit einem Ei verquirlen. Brotscheiben darin einweichen. Dann die Scheiben in etwas Butter auf beiden Seiten goldbraun braten. Noch heiß mit Zimt und Zucker bestreuen.

Brot aufbewahren: Bruschetta

Bruschetta
Brot in breite Schreiben schneiden. Mit ein Paar Tropfen Olivenöl beträufeln und mit Knoblauch einreiben. Bei 200°C im Backofen in etwa 8 Minuten schön kross backen. Mit einer vorbereiteten Mischung aus klein gehackten Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und Basilikum belegen.  

Brot aufbewahren: Brotsuppe

Brotsuppe
Brot in ca. 1 cm große Würfel schneiden. In 1-2 EL Butter leicht anbraten. Zur Seite stellen. Zwiebelringe in Schmalz und Butter bräunen. Gemahlenen Kümmel und zerdrückte Knoblauchzehe darunter mischen. Fleischbrühe mit getrocknetem Majoran aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Brotwürfel und Zwiebel in einen Teller geben. Mit heißer Brühe aufgießen. Mit Schnittlauchröllchen bestreuen. 

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