Pflaumen und Zwetschgen

Das blaue Wunder

Pflaumen und Zwetschgen in einer Schüssel
Egal ob pur, im Datschi, als Mus oder zu Geflügel: Wir versüßen uns den Sommer mit köstlichen Pflaumen und Zwetschgen. Und ganz nebenbei gibt’s viel Wissens­wertes rund um das blaue Obst.

 

Pflaumen oder Zwetschgen?

Ist doch dasselbe, meinen Sie? Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Frucht-Bezeichnungen Pflaume und Zwetschge oft synonym gebraucht, aber tatsächlich meint beides nicht dasselbe. Die Pflanzenart Pflaume wird in sieben Unterarten eingeteilt, eine von ihnen ist die Zwetschge. Das heißt: Jede Zwetschge ist eine Pflaume, aber nicht jede Pflaume ist eine Zwetschge.

Allerdings ist die Unterscheidung zwischen Pflaumen und Zwetschgen auch schwierig, weil es mittlerweile viele Kreuzungen und über 1.000 Sorten gibt. Ein paar Anhaltspunkte gibt es aber trotzdem:

 

Pflaumen und Zwetschgen Vergleich: Aufgeschnittene Pflaume

Die Pflaume ist kugel- bis eiförmig und die Farbe der Haut variiert von lila über rot bis gelb. Das Fruchtfleisch ist gelblich oder rötlich und lässt sich meist nicht ganz so leicht vom Stein lösen. Pflaumen schmecken süß und sind prima für die Herstellung von Mus und Marmeladen geeignet, da ihr Fruchtfleisch sehr saftig ist.

Pflaumen und Zwetschgen Vergleich: Aufgeschnittene Zwetschge

Die Zwetschge ist etwas länglicher und spitzer geformt als die Pflaume und hat eine dunkle blau-violette Haut. Das Fruchtfleisch ist gelblich-grün und lässt sich leicht vom Stein lösen. Die Zwetschge hat einen süß-sauren Geschmack und wird gerne für Kuchen verwendet, da das feste Fruchtfleisch beim Backen seine Form hält.

Frische und reife Früchte

Alle Pflaumensorten haben eine natürliche weißliche Wachsschicht auf ihrer Haut, den sogenannten Duftfilm. Er schützt die Früchte vor Feuchtigkeitsverlust und sollte deshalb erst kurz vor dem Verzehr oder der Verarbeitung abgewaschen werden. Die unbeschädigte Wachsschicht ist beim Kauf ein Qualitätsmerkmal. Zusätzlich sollte der Stielansatz keine Fältchen aufweisen. Eine pralle Haut ohne Flecken und Runzeln gilt als Zeichen für Frische.

Achten Sie darauf, nur voll ausgefärbtes Obst zu kaufen oder zu pflücken, denn die Früchte reifen nach dem Ernten nur noch wenig nach. Schimmern die Früchte grünlich, sind sie noch nicht reif. 

Je nach Sorte halten sich Pflaumen bis zu sieben Tage ganz gut in einer löchrigen Plastiktüte im Gemüsefach des Kühlschranks.

Zwetschgen in einer Kiste

Das ganze Jahr Pflaumenfreude

Hauptsaison haben Pflaumen und Zwetschgen aus heimischem Anbau je nach Sorte von Juli bis Oktober. Damit Sie aber das ganze Jahr über das blaue Obst genießen können, lassen sich entsteinte und halbierte Früchte sehr gut einfrieren. Am besten die Pflaumen oder Zwetschgen zuerst auf einem Backblech anfrieren lassen und dann erst in einen Beutel füllen. So können Sie die Früchte später besser portionieren, weil sie nicht aneinanderkleben.

Zungenbrecher

Zwischen zwei Zwetschgenzweigen
zwitschern zwei Schwalben.

Fingerspiel

1. Finger: Das ist der Daumen
2. Finger: Der schüttelt die Pflaumen
3. Finger: Der hebt sie auf
4. Finger: Der bringt sie nach Haus
5. Finger: Und der kleine Schelm, der isst sie alle auf!

Blauer Genuss

Pflaumen und Zwetschgen schmecken als Mus, Kompott, Marmelade und Kuchenbelag, als Füllung für Süßspeisen wie Germknödel oder Quarkaufläufe, oder einfach pur. Noch nicht zu reife Früchte passen mit ihrer säuerlich-fruchtigen Note auch sehr gut zu herzhaften Gerichten wie Wild und Geflügel. Lassen Sie sich von unseren drei Rezepten inspirieren!

HÄHNCHENBRUSTFILET MIT PFLAUMEN – Mit ihrer säuerlich-fruchtigen Note passen Pflaumen sehr gut zu Hähnchenbrustfilets und verleihen ihnen erst den richtigen Kick!

BAYERISCHER ZWETSCHGENDATSCHI – Kaum ein anderer Kuchen weckt solche Erinnerungen an die Kindheit wie ein Bayerischer Zwetschgendatschi von Oma. Ein saftiger Genuss!

PFLAUMENMUS – Perfekt aufs Brot, zu süßen Nachspeisen oder als österreichisches Powidl im Germknödel: So gelingt Ihnen das Pflaumenmus ganz bestimmt!

Wussten Sie's?

  • Der Pflaumenbaum gehört zur Familie der Rosengewächse.
  • Die Römer brachten das Steinobst aus Kleinasien nach Europa. Ihr Ruf als Heilobst ist so alt wie die Früchte selbst. In den Gräbern Ägyptens fanden sich Pflaumen als Vorrat für das Leben danach.
  • Pflaumen sind Energiespender und fördern die Verdauung. Bei nur 47 Kalorien pro 100 Gramm liefern die blauen Früchte reichlich Provitamin A, fast alle B-Vitamine sowie die Vitamine C und E. Außerdem versorgen sie den Körper mit Zink, Kupfer, Kalzium und Bor. Eine besondere Bedeutung kommt den Polyphenolen zu, die für das Blau-Violett der Pflaumen sorgen. Sie sollen den Alterungsprozess in den Gefäßen verlangsamen.
  • Das Holz des Pflaumenbaumes ist hart, dicht und spröde. Es ist schwer zu trocknen, da es leicht reißt. Es wird vor allem zum Bau von Musikinstrumenten verwendet.

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