Murmeltiersalbe

Ein ganz besonderes Hausmittel aus dem Alpenland

Fünf Murmeltiere knabbern an Karottenstücken
In einigen Regionen des Alpenlandes gilt Murmeltiersalbe – manchmal auch Murmeltieröl – als bewährtes Hausmittel bei Rheuma und Gelenkbeschwerden.

 

Was ist Murmeltiersalbe?

Murmeltiersalbe gewinnt man tatsächlich aus dem Fett der Alpenmurmeltiere, auch Mankei oder Murmel genannt. Vor ihrem Winterschlaf polstern sich diese Erdhörnchen mit Kräutern und Gräsern auf. Die wertvollen Bestandteile der Pflanzen lagern sie dabei unter anderem in ihrem Muskelfett ein.

Die Tradition der Murmeltiersalbe reicht weit zurück: Schon vor über 250 Jahren haben Jäger festgestellt, dass das Öl, das im Fett der Murmeltiere enthalten ist, gut gegen Gelenkbeschwerden hilft. In vielen Alpenregionen spielt Murmeltiersalbe deshalb immer noch eine große Rolle bei solchen Beschwerden. Einige Apotheken in den Alpen stellen Murmeltiersalben als Hausspezialität selbst her.

Und was steckt drin?

Die Salben enthalten etwa 5 bis 10 Prozent reines Murmeltieröl. Extrakte aus Heu, Steinklee, Malve, Ringelblume und Arnika runden die Salben ab.

Das im Handel erhältliche Murmeltieröl ist um ein Vielfaches konzentrierter: Es besteht zu 80 Prozent aus tierischem Öl, die restlichen 20 Prozent machen beispielsweise Soja-, Zirben- und Latschenkiefernöl aus. In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass das Murmeltierfett natürliches Cortison enthält – in konzentrierten Murmeltierölen sogar ähnlich viel wie in den gängigen Cortisonsalben.

Ein weiterer Vorteil des Fetts: Es enthält viel Vitamin D und E.

Wozu ist das Fett gut?

Sowohl Salben als auch Öle werden für die Behandlung von rheumatischen Beschwerden, bei Muskel- und Gelenkschmerzen eingesetzt. Sie können auch bei entzündlichen Hauterkrankungen verabreicht werden.

Aufgrund der höheren Cortison-Konzentration darf Murmeltieröl nur etwa 3 Wochen am Stück angewendet werden, dann sollte eine Woche pausiert werden.

Wie wird das Fett gewonnen?

Die Murmeltierjagd ist in den Alpenländern unterschiedlich geregelt: In Deutschland zum Beispiel sind Murmeltiere ganzjährig geschont. In Österreich und der Schweiz argumentieren Jäger mit der Bestandsregulierung, wo natürliche Feinde wie Adler oder Fuchs fehlen. Hier dürfen Murmeltiere zwischen August und Oktober gejagt werden.

Auch für viele Almbauern ist es wichtig, ihre Wiesen und Almen murmeltierfrei zu halten: Die unterirdischen Murmeltierbauten erschweren die Bewirtschaftung der Flächen.

In Österreich und der Schweiz dürfen Murmeltiere zwischen August und Oktober gejagt werden – in Deutschland sind sie ganzjährig geschont.

Wie kommt das Fett in die Tiegel?

Murmeltiersalben werden besonders schonend hergestellt, damit die Inhaltsstoffe nicht verloren gehen. Das reine Murmeltierfett muss geschmolzen werden, um es als Murmeltieröl weiterzuverarbeiten.

Für die Produktqualität ist es wichtig, dass das Öl im fertigen Produkt in ausreichender Konzentration vorhanden ist. Sowohl bei den Salben als auch bei den Ölen sollte man auf paraffinfreie Produkte Wert legen.

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