„Verschon mein Haus, zünd and’re an“

Heiliger Florian

„Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd and’re an“

Heiliger Florian - Floriansstuatue vor dem Chorherrenstift St. Florian
Der Schutzpatron der Feuerwehrleute ist zwar weit über das Alpenland hinaus bekannt, doch nirgendwo wird dieser Volksheilige mehr verehrt als hier. Schließlich war der Heilige Florian ein waschechter Österreicher.

 

Es war kurz nach Mitternacht am 7. August 1670, als die Grazer Bürger vom Schlaf aufschreckten. In der Sackstraße wütete eine „erschröckliche“ Feuersbrunst, schnell fraßen sich die Flammen von Haus zu Haus und drohten die ganze Stadt zu verschlingen.

In ihrer Not flehten die Menschen zum heiligen Florian, dem Schutzpatron gegen Feuergefahren. Und wundersam wurden ihre Gebete erhört, die Brände schnell gelöscht. Zum Dank legten die Grazer Bürger ein Gelübde ab: Jedes Jahr um den 4. Mai herum, den Gedenktag des Heiligen, pilgern sie zur Florianikirche auf dem Florianiberg über ihrer Stadt. Und das bis heute.

Der heilige Florian ist der erste österreichische Heilige.

So wie in Graz wird der heilige Florian vielerorts verehrt. Weil er Städte, Dörfer, Häuser und Menschen bei Bränden beschützt habe, wurden ihm Kirchen und Altäre geweiht und Denkmäler errichtet. Sein Bild hängt in Herrgottswinkeln und prangt an Hauswänden.

Vor allem im Alpenland ist der Florian ein populärer Volksheiliger. Und ganz besonders in Österreich: Schließlich war Florian der erste österreichische Märtyrer.

7 große Brände im Alpenland

  • Eine alte Zeichnung des Stadtbrandes in Passau 1662
  • Ein altes Gemälde des Kloster St. Jakob am Anger in München
  • Heiliger Florian - Stadtbrand im mittelalterlichen Isny
  • Eine alte Zeichnung des Stadtplatzes in Traunstein vor dem großen Stadtbrand 1851
  • Ein altes Gemälde des Ringbrandes in Wien 1881
  • Ein altes Gemälde des Stadtbrandes in Linz
  • Zeichnung des Stiftbrandes Admont

Geboren wurde Florian vermutlich in Zeiselmauer bei Tulln an der Donau. Als Bub soll er mit beherztem Eingreifen und einem Schaff Wasser ein brennendes Haus gelöscht haben. Andere Quellen besagen, dass seine Gebete die Flammen erstickten. Wie auch immer: Die Tat machte den heiligen Florian später zum Schutzpatron der Feuerwehr, der Kaminkehrer und gegen Brandgefahren.

Weil Florian sich für seine Glaubensbrüder einsetzt, wird er selbst zum Tode verurteilt.

Doch bis dahin sollte es noch dauern. Zunächst wurde Florian Soldat bei den Römern, die damals Österreich beherrschten. Er brachte es bis zum Offizier und diente dem Statthalter Aquilinus als Amtsvorsteher. Nachdem er aus dem Dienst ausgeschieden war, lebte er im heutigen St. Pölten. Es war die Zeit des Kaisers Diokletian, in der die Christenverfolgung einen neuen Höhepunkt erreichte.

Als Florian erfährt, dass sein ehemaliger Dienstherr Aquilinus im heutigen Lorch vierzig Christen martern und einsperren lässt, begibt er sich zu ihm, um sich für seine Glaubensbrüder einzusetzen.

 
Doch er findet kein Gehör, im Gegenteil: Aquilinus verlangt nun auch von Florian, seinem Glauben abzuschwören. Weil der sich weigert, wird er verhaftet und gefoltert, man geißelt und knüppelt ihn, versengt seinen Körper mit glühenden Zangen und brennenden Fackeln. Doch Florian hält an seiner Treue zu Christus fest, selbst dann, als er zum Tode verurteilt wird.

Mit einem Mühlstein um den Hals ertrinkt Florian in der Enns.

Die Schergen des Aquilinus schleppen Florian an die Enns und schmeißen ihn mit einem Mühlstein um den Hals in den Fluss. Florian ertrinkt in den Fluten, aber sein Leichnam wird von den Wellen auf einen Felsen getragen. Ein Adler lässt sich daneben nieder und hält mit ausgebreiteten Flügeln Wache, bis Valeria, eine fromme Frau, den Toten auf ihren Ochsenkarren lädt, um ihn zu bestatten.

Auf dem Weg zu seiner letzten Ruhestätte, als die Ochsen vor Durst zu verenden drohen, entspringt am Wegesrand unvermittelt eine Quelle, die bis heute fließt – der Floriansbrunnen bei Lorch. Über dem Grab des Heiligen steht heute das Augustiner-Chorherrenstift Sankt Florian. Dort, in der Nähe von Linz, ist in der Krypta noch der Mühlstein zu sehen, mit dem der Heilige Florian ertränkt worden sein soll.

Heiliger Florian - Aussenansicht des Chorherrenstifts St. Florian

Hier, im Chorherrenstift St. Florian bei Linz, liegt der erste österreichische Märtyrer begraben.

 
„Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd and’re an“ – so lautet die volkstümliche Bitte an den Heiligen. Dieser wenig fromme Wunsch ist heute als „Sankt-Florians-Prinzip“ bekannt, wenn einer seine Probleme nicht löst, sondern sie einfach auf andere abwälzt.

Doch ins Zwielicht gerät der heilige Flori dadurch keineswegs. Seine Schützlinge lassen nichts auf ihren Heiligen kommen, sondern erweisen ihm viel Ehr. In Oberösterreich haben die Kinder an seinem Gedenktag, dem 4. Mai, sogar schulfrei, der heilige Florian wurde nämlich 2004 zum zweiten Schutzpatron des Bundeslandes erwählt. Die Kaminkehrer und Schornsteinfeger feiern jährliche Florianifeiern und bei den Feuerwehren, deren Mitglieder auch als Florianijünger bekannt sind, geht ohne den Florian gar nichts. In Deutschland ist „Florian“ bundesweit der Funkrufname der Feuerwehren.

Immer, wenn von der Natur Unheil droht, wird der heilige Florian angefleht.

Die Leut, die Feuerwehren und die Kaminkehrer nehmen den Florian so sehr in Beschlag als Helfer gegen Feuergefahren, dass daneben meist untergeht, was er sonst noch zu tun hat: Er ist auch Patron der Weinbauern und Bierbrauer, Schutzheiliger gegen Dürre und Missernten, Sturm und Wassergefahr. Wann immer Unheil droht von der Natur, ist der Florian der richtige Fürsprecher.

Heiliger Florian - Ein Gemälde des heiligen Florian hängt an einer Hauswand

Von vielen Hauswänden herab beschützt der Heilige Florian das Volk vor Natur- und Feuerkatastrophen.

 
Allerdings haben die Bauern mit seinem Gedenktag nicht nur Freude: „Der Florian, der Florian noch einen Schneehut setzen kann“, lautet eine alte Bauernregel, und eine andere warnt: „Florian und Gordian“ – sein Gedenktag ist der 10. Mai – „richten oft noch Schaden an!“ Aber auch in diesem Fall findet sich bestimmt ein Heiliger, der’s wieder richten kann.

Weitere bedeutende Heilige im Mai

 

5. Mai 
Gotthard
ist Patron gegen Blitz und Hagel, Gicht und Kinderkrankheiten.

 

13. Mai
Servatius
ist einer der drei Eisheiligen und wird gegen Frostschäden angefleht.

 

15. Mai
Isidor
gilt als Schutzheiliger der Bauern, für eine gute Ernte und gegen Dürre.

26. Mai 
Philipp
ist der „humorvolle Heilige“ und Patron der Komiker.

 

Maibaum aufstellen
Der Maibaum ist der Stolz jedes Dorfs. Im oberbayerischen Egmating stellen ihn die Burschen noch so auf, wie es ihre Großväter taten – allein mit Muskelkraft.
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Mit Leidenschaft und Muskelkraft

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Mit Leidenschaft und Muskelkraft

Der Maibaum in Egmating wird von mehreren Burschen in Tracht aufgestellt
Der prächtige Maibaum ist der Stolz jedes Dorfs, und das Aufstellen ein Großereignis. Im oberbayerischen Egmating errichten ihn die Burschen noch so, wie es ihre Großväter taten – allein mit Muskelkraft.

 

Der Boden ist noch trocken, Gott sei Dank. Der 1. Mai beginnt im oberbayerischen Egmating mit Sonne und blauem Himmel. Heute soll der neue Maibaum auf dem Festplatz aufgestellt werden, und hier im Dorf machen sie es noch ganz traditionell: allein mit der Muskelkraft der Burschen, und unter den euphorischen Anfeuerungsrufen der Zuschauer. Regennasser Boden ist das Letzte, was sie da brauchen können.

Das traditionelle Maibaumaufstellen ist ein Spektakel, das in vielen Gemeinden und Städten des Alpenlands eine lange Geschichte hat. Und es ist der Höhepunkt einer Mordsarbeit, die bereits Wochen vorher beginnt.

Schon Anfang März ziehen die Burschen hinaus in die umliegenden Wälder, um den perfekten Baum zu finden. Ein Nadelbaum muss es sein, gerade gewachsen, natürlich möglichst hoch und stark. Und die Egmatinger sind fündig geworden: In diesem Jahr haben sie sich ein Prachtexemplar vor das Burschenstüberl, ihre Vereinshütte, geholt – fast vierzig Meter lang ist die Fichte und beinahe drei Tonnen schwer.

Ein Maibaum wird von zwei Männern bemalt
Bevor der Maibaum sein traditionelles weiß-blaues Muster bekommt, muss er sauber grundiert werden.

Ein Maibaum wird von einem Mann abgeschliffen
Gut, dass der Egmatinger Burschenverein auch einen Schreinermeister hat: Beim Josef Maier sitzt jeder Handgriff.

Eine Eisenschelle des Maibaums wird blau bemalt
Auch die Eisenschelle, die später den Maibaum in seiner Verankerung halten soll, wird sorgfältig vorbereitet und lackiert.

Damit haben sie sich eine Menge Arbeit aufgeladen. Denn hier in Egmating ist das Herrichten des Baumes noch ganz Handarbeit, eine fast künstlerische noch dazu. Sorgfalt ist Pflicht, denn die Oberfläche muss schön glatt sein, und vor allem ganz gerade. Gut, dass einer der Burschen Schreinermeister ist, der Josef Maier. Kritisch beschaut er die schöne Fichte, wie sie da aufgebockt liegt, und beginnt mit den ersten Handgriffen.

Vierzig Meter Baum, allein das Schleifen wird mehrere Tage dauern. Dann das Zuschneiden, Bohren, Grundieren, Bemalen: Ein Mann allein schafft das nicht. In den Wochen bis zum 1. Mai müssen darum auch die anderen Burschen mit anpacken, jeden Abend sind ein paar zur Schicht eingeteilt.

Derzeit gehören 85 junge Männer dem Egmatinger Verein an, fast die Hälfte davon ist aktiv. Das Engagement und die Arbeit sind natürlich ehrenamtlich. Ab dem 16. Geburtstag kann ein junger Mann dem Burschenverein beitreten. „Bei uns ist die ganze Bandbreite vertreten“, freut sich auch Markus Kätzlmeier, der Vorsitzende: „Vom Student bis zum Geschäftsführer, alles da.“

Und die müssen dann halt abends, nach dem normalen Berufsgeschäft, unterm Vordach des Burschenstüberls nochmal ran. Der Stephan Obermeier zum Beispiel, im richtigen Leben System- und Anlagen-Ingenieur, widmet sich gerade dem Bemalen der großen Eisenschelle, die später eng um den Baumstamm gelegt wird, damit er sicher in der Verankerung steht.

Nägel werden in einen Maibaum-Stumpf geschlagen

Nach der Spätschicht geht’s lustig zu. Jetzt haben sich die fleißigen Burschen ein Bier verdient.

Die Stimmung bei der Arbeit ist ausgelassen. Drüben am Holzpflock haben sie gerade eine große Gaudi: Da wird viel gelacht, als die Burschen reihum versuchen, Nägel in einen Holzpflock zu hauen ­– nicht mit einem Hammer, sondern einem Werkzeug, das gar nicht dafür taugt. Natürlich sitzt da nicht jeder Schlag. Gegröle und Gelächter, wenn einer der jungen Männer danebenhaut und den Nagel verbiegt, dazu ein Schnaps.

Trotz der guten Laune liegt immer ein bisschen Anspannung in der Luft: Der künftige Maibaum darf nie aus den Augen gelassen werden. Schließlich ist das „Maibaumstehlen“ alte Tradition in Bayern: Die Burschen der Nachbargemeinde warten nur auf die rechte Gelegenheit, den unfertigen Maibaum zu klauen.

Der Baum wird gut bewacht. Die Burschen vom Nachbardorf warten ja nur darauf, ihn zu klauen.

Manche Burschenvereine haben sich darauf spezialisiert, sogar den riesigsten, bestens bewachten Baum zu entführen. Wird der Stamm über die Gemeindegrenze gebracht, gilt das Maibaumstehlen als erfolgreich – die Unaufmerksamen müssen ihn dann gegen Bier und eine zünftige Brotzeit wieder auslösen. Eine Blamage!

Zwar hat es in Egmating schon ewig keinen Maibaumklau mehr gegeben, aber wer weiß? Im Maibaumstüberl – so heißt die vorübergehend eingerichtete Lagerstätte fürs Herrichten des Maibaums – sind sie heute jedenfalls zu zweit fürs Bewachen zuständig, der Josef Maier und der Daniel Heiler, der tagsüber als Software-Berater arbeitet. Die beiden sind sich sicher: „Unseren Baum klaut niemand. Der liegt direkt hinter unserem Burschenstüberl, und dahinter ist das Gebäude der Feuerwehr. Den kriegt da keiner raus.“

ein Maibaum wird von einem Mann abgeschliffen

Ein Riesentrumm haben sie sich da ausgesucht: Mehrere Tage dauert es, bis der Josef die 40 Meter lange Fichte schön glatt bekommen hat.

Es ist eine langwierige Arbeit. Die blaue Farbe auf der Eisenschelle etwa muss jetzt erst mal gut durchtrocknen, bevor die nächste Schicht aufgebracht werden kann. Auch der Baumstamm wird nach dem Schleifen erst grundiert, bevor er später bemalt werden kann. „Und in den Stamm sägen wir zwei Kerben rein“, erklärt Josef, der Schreinermeister, „denn dort wird der Baum dann in die Vorrichtung gestellt und verschraubt“. Alles muss einwandfrei sitzen, der Baum und seine Halterung sollen ja die nächsten fünf Jahre überstehen und immer noch gut ausschauen.

In zwei Jahren kommt ein Holzfachmann den Zustand des Baumes prüfen, meistens ein externer Schreinermeister. Noch ein Jahr später wird der TÜV den Baum begutachten und dann entscheiden, ob er die vollen fünf Jahre stehen bleiben kann, oder ob er schon vorher gegen einen neuen ausgetauscht werden muss.

Endlich bekommt der Maibaum sein traditionelles weiß-blaues Ringelmuster.

Inzwischen ist es Ende April geworden. Im Maibaumstüberl riecht es würzig nach Wald, nach Fichtenholz, und jetzt mischt sich der Geruch von frischer Farbe dazu: Heute wird endlich eingeringelt. Seit Wochen bearbeiten sie die Fichte jetzt schon, nach dem Abschleifen und Zuschneiden und Grundieren bekommt der Maibaum jetzt sein traditionelles schräggeringeltes Muster in den Farben des bayerischen Himmels, Weiß und Blau.

Dazu wird eine gespannte Schnur um den Maibaum gewickelt, in gleichmäßigen Abständen, so dass die Farben Blau und Weiß am Ende exakt die gleiche Breite haben. Mit blauer Farbe kommt ein kleiner Klecks auf jeden zweiten Abschnitt: So weiß man dann, welche Farbe wohin gepinselt werden muss.

Eine mit Stickereien verzierte Lederhose
Wer zum Burschenverein gehört, das erkennt man an der Lederhose. Der bestickte Quersattel ist ein kleines Kunstwerk.

Mehrere Menschen in Tracht nehmen am Maibaum-Gottesdienst Teil
Die Madeln mit ihren aufwändigen Flechtfrisuren und die Burschen in ihrem Festtagsgewand – für die Messe haben sich alle rausgeputzt.

Musikertracht hängt über einem Stuhl
Natürlich spielt zu einem solch besonderen Ereignis auch die Musikkapelle auf.

Auch wenn es „Burschenverein“ heißt: Die Arbeit am Maibaum ist nicht nur Männersache. Die Freundinnen und Schwestern sind auch immer wieder mit dabei. „Die Madln versorgen uns mit Brotzeit und helfen fleißig mit“, sagt Daniel Heiler, nicht bloß beim Maibaum: „Weihnachtsmarkt, Weinfest, das alles gehört zur Arbeit im Burschenverein. Da sind sie uns eine große Hilfe.“

Das Gemeinschaftsgefühl, der Zusammenhalt im Dorf – das macht den Zauber des 1. Mai aus.

Und auch für den Haussegen ist es ganz gut, dass die Frauen mit dabei sind – jetzt, wo sich die Männer abends ständig dem Baum widmen anstatt der Freundin. „Das ist manchmal ein Spagat, alles unter einen Hut zu bringen …“, meint Daniel mit einem Augenzwinkern.

Nicht nur die Freundinnen, auch Zuschauer sind immer herzlich im Burschenstüberl willkommen. Das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt im Dorf: Das ist, was den Zauber rund um den 1. Mai in Egmating ausmacht.

„Wir unterstützen auch den Helferkreis im Ort, indem wir Flüchtlinge mit einbeziehen“, erzählt Daniel Heiler. „Immer mal wieder kommen welche vorbei und schauen, was der Baum so macht“. Er freut sich über die Unterstützung aus der Bevölkerung. Bei allen steigt die Vorfreude auf das große Ereignis mit jedem Tag.

Der Maibaum wird von mehreren Männern in Tracht aufgestellt

Ein heikler Moment: Kein Kran sichert den Baum. Wenn er stürzt, dann ist es vorbei.

Und die Spannung auch: Hoffentlich hält das Wetter. Sonst wird es heikel für die Burschen, denn sie wollen den Baum ganz traditionell aufstellen, ohne Kran, nur mit Muskelkraft und Stützstangen. „Und die rutschen auf nassem Boden leichter weg“, erklärt Markus Kätzlmeier, der Vorsitzende des Vereins.

Er hält die Fäden in der Hand und plant genau, wer wann am Baum arbeitet, sorgt dafür, dass das Programm für die Festwoche steht, dass die Burschen und Madln ihre Tänze können – und dass die örtliche Feuerwehr kommt. Die transportiert den riesigen Baum am Vorabend des 1. Mai vom Burschenstüberl zur Festwiese und sichert dafür die Straßen – nicht dass jetzt noch ein Auto reinfährt. Am Rande der Festwiese erwartet das Schmuckstück den kommenden Tag.

Auf geht’s! Jetzt müssen die Burschen ihre Kraft und Ausdauer unter Beweis stellen.

Und das Wetter hält. In der Früh um neun läuten die Kirchenglocken am Ort und rufen alle zusammen. Farbenfrohe, traditionelle Tracht, wohin man schaut, lange Haare zu schmuckvollen Frisuren geflochten, Lederhosen und passende Janker, die messingfarbenen und silbernen Zierknöpfe blank poliert. Der Pfarrer hält die Messe, lange spricht er über Brauchtum und Traditionen.

Dann kann der eigentliche Festakt beginnen, die ganze Gemeinde schließt sich der gutgelaunten Prozession zum Festplatz an. Die Blaskapelle spielt, Freude und Spannung in den Gesichtern der Zuschauer: Werden es die Burschen schaffen, den Maibaum sauber aufzustellen?

  • Viele Menschen in einer Kirche beim Gottesdienst in Egmating

    Der goße Tag beginnt in Egmating mit der Heiligen Messe.

  • Madeln und Burschen ziehen von der Kirche aus in einer festlichen Prozession zum Maibaumplatz

    Von der Kirche aus ziehen die Madeln und Burschen in einer festlichen Prozession zum Maibaumplatz.

  • Der Maibaum wird von einem Pfarrer gesegnet

    Bevor der Maibaum aufgestellt wird, gibt’s vom Pfarrer noch den göttlichen Segen.

  • Der Maibaum wird von mehreren Männern in Tracht aufgerichtet

    Zwei Stunden voll Spannung und Strapazen – jetzt darf nichts schiefgehen!

  • Männer halten eine Stange um den Maibaum aufzustellen und sind dabei angestrengt

    Die Plackerei steht den Burschen ins Gesicht geschrieben.

  • Der Maibaum steht fast aufrecht. Mehrere Männer halten die Scharstangen

    Jetzt noch die letzten Handgriffe, um den Maibaum zu verankern – dann steht er fest und sicher.

  • Die Bayernfahne wird von Mädels gehalten während ein junger Mann die Fahne am Maibaum befestigt

    Zum krönenden Abschluss wird die weiß-blaue Fahne nach oben gezogen.

  • Mehrere Menschen tanzen fröhlich in bayerischer Tracht den Maibaumtanz

    Dann wird getanzt – ganz traditionell, das gehört zum 1. Mai dazu.

  • Mehrere Menschen tanzen in bayerischer Tracht den Maibaumtanz während es regnet

    Eine ganze Woche lang wird jetzt in Egmating gefeiert.

Die Traktoren brummen, von einigen Wägen dröhnt Popmusik aus großen Lautsprechern, jede und jeder ist auf den Beinen, um das kräfteraubende Spektakel nicht zu verpassen. Der Baum wird noch gesegnet, das erste Bier ausgeschenkt. Auch befreundete Burschenvereine aus den Orten ringsum samt Madln sind dabei – die Egmatinger müssen jetzt ihre Kraft, ihre Ausdauer und Zusammenarbeit unter Beweis stellen.

Es ist soweit: Die Burschen versammeln sich um den Stamm, packen die Schwalberln, also die überkreuzt zusammengebundenen Stangen, die den Baum aufstemmen sollen. Das Kommando übernimmt jetzt ein ehemaliger Bursche, nämlich Daniels Vater, der Michael Heiler.

Zwischendurch schnell die Hände an der Lederhose abwischen, der Griff muss fest sein.

Er gibt das Zeichen zum Aufwuchten: ein kräftiges „Hoooooch – Auf!“ Das Trumm bewegt sich um ein paar Zentimeter. Sogleich wird nachjustiert, die Burschen rutschen mitsamt den Stangen ein Stück nach vorne.

Kaum auf Position, ertönt wieder ein „Hoch auf!“, begleitet vom Applaus der Zuschauer. Die Anstrengung steht den Burschen ins Gesicht geschrieben, die Muskeln sind angespannt, in der Atempause zwischen zwei Vorschüben schnell die Hände an der Lederhose abgewischt, der Griff muss fest sein, damit die Männer ordentlich zupacken können.

Ein stehender Maibaum der traditionell mit Zunftschildern, der Fahne – und einer Eierkette als Symbol der Fruchtbarkeit dekoriert ist.
Der Baum wird traditionell dekoriert: Mit Zunftschildern, der Fahne – und einer Eierkette als Symbol der Fruchtbarkeit.

Burschen und Madln tanzen in Tracht den Maibaumtanz
Erst mit dem traditionellen Tanz um den Maibaum ist die Tradition vollständig. In den Wochen vor dem 1. Mai hat die Dorfjugend gut geprobt.

Mehrere Männer in Tracht beim Schuhplatteln
Und zur Ambosspolka bieten die Burschen noch ein Schuhplattler.

Jedes „Hoch auf!“ wird von den Zuschauern kommentiert, Anfeuerungsrufe ertönen in der Menge, lauter Jubel und Pfiffe. Immer steiler schiebt sich der Stamm empor. „Auf geht’s, Männer!“, schreit Michael Heiler, denn er weiß gut, wie arg das zehrt: Zwei Stunden dauert die schweißtreibende Plackerei, und jederzeit muss es saubere Maßarbeit bleiben, damit kein Unglück geschieht.

Und dann steht er endlich da. Stolz ragt der neue Maibaum in den Himmel, weiß und blau und ungeheuer hoch. Von seinen vierzig Metern musste er zwar etwas an Länge einbüßen, wegen des Schienenschnitts für die Halterung, aber mit seinen 39,25 Metern ist er trotzdem nicht zu schlagen: Die Egmatinger belegen den ersten Platz beim Maibaummessen der Regionalzeitung. Die belohnt es mit fünfzig Litern Bier und sponsert die Brezn.

 

Der Maibaum wird aufgestellt und viele Menschen schauen zu

Von oben sieht man erst so richtig, was die Egmatinger sich da vorgenommen haben. Und zwar mit Erfolg.

Schreinermeister Josef Meier, der die Entstehung des Maibaums von Anfang an betreut hat, darf das Werk nun sichern: Routiniert schlägt er lange Schrauben durch die vorgebohrten Löcher im Stamm und in der Halterung, um den Baum abzusichern.

Inzwischen hat Regen eingesetzt – aber jetzt darf er das. Der Baum steht jetzt fest und sicher. Mit einer Tannenkette verziert wartet er bloß noch auf seine Zunftschilder, die blau-weiße Fahne – und die extra angefertigte Kette aus Eiern: Dieses Fruchtbarkeitssymbol hängen die Burschen und Madeln noch an den Baum, bevor er eingezäunt wird. Dann spielt die Blaskapelle wieder zum Tanz auf.

Eine Woche lang wird jetzt gefeiert. Wenn sie vorüber ist, kommt die Eierkette wieder runter. Die Zunftschilder aber und die Fahne, die bleiben natürlich auf Dauer dort oben, um schon aus der Ferne von einem stolzen Dorf zu künden.

Text: Cordula Schreiber • Fotos: Bethel Fath

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Vierbergelauf – Pilger beim Vierbergelauf in Kärnten
Es ist die wohl härteste Wallfahrt im Alpenraum: der Vierbergelauf in Kärnten. 52 Kilometer auf und ab, über vier Gipfel hinweg. Ein Fußmarsch von Mitternacht fast bis zum Abend, über 1500 Höhenmeter, bei Wind und Wetter. So plagen sich die Pilger seit Jahrhunderten.

 

Es ist eine dieser Nächte im April, in denen man ein bisschen etwas von Frühling oder gar vom Frühsommer erahnen kann. Ein lauer Wind weht von Süden her, der Mond leuchtet über den Kärntner Bergen, und am Abend lässt es sich sogar draußen sitzen. Aber sie sagen, dass es regnen wird. Es ist zwei Stunden vor Mitternacht, und eine Gruppe von 30 oder 40 Wallfahrern wartet an einer Straße bei Maria Saal in der Nähe von Klagenfurt auf den Bus. 

Die Leute reden nicht viel, jeder hängt seinen Gedanken nach. Die einen fragen sich vielleicht, was sie erwartet, die anderen wissen, was auf sie zukommt. Dass es anstrengend wird. Vermutlich nass und ungemütlich. Aber auch besonders. „Ich war vergangenes Jahr schon dabei“, flüstert die 32-jährige Britta aus Villach, „und es war ein großartiges Erlebnis.“

Der Dreinagelfreitag gehört den Berglern.

In ihrem Rucksack hat sie eine Thermoskanne mit heißem Tee, eine Brotzeit und eine Dose Energydrink. Die sei für den toten Punkt, der irgendwann am nächsten Tag kommen werde, wie sie prophezeit. Dann, wenn die Füße schmerzen, die Beine schwer werden und der Kopf nicht mehr will.

Zwanzig Minuten dauert die Busfahrt, bevor nördlich von Klagenfurt im Schein der Nacht der Magdalensberg auftaucht. Ab jetzt geht es nur noch zu Fuß weiter. „Willkommen beim Vierbergelauf“, sagt einer, der auf seiner Schulter ein Kreuz nach oben trägt. 

Vierbergelauf – ein geschmücktes Kreuz wird getragen
Auch wenn mancher den Vierbergelauf als Sport betrachtet: Für die echten Bergler ist und bleibt er eine Wallfahrt.

Vierbergelauf – ein Pilger hält inne
Andacht, das ist Innehalten. Die vier Berge zwingen einen zur Ruhe und zum Nachdenken. Was einem der Weg bringt, das muss jeder selber herausfinden.

Vierbergelauf – Der Regen macht den Waldboden rutschig
Der Regen macht manche Strecke zur Rutsche – da heißt es Obacht geben.

Willkommen bei einer der ältesten Wallfahrten im Alpenraum, die seit über 500 Jahren ununterbrochen stattfindet. Jedes Jahr am zweiten Freitag nach Ostern, dem „Dreinagelfreitag“, benannt nach den drei Nägeln, mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen wurde, pilgern Tausende Kärntner über vier Berge: den Magdalensberg, den Ulrichsberg, den Veitsberg und den Lorenziberg. Das sind 52 Kilometer mit 1500 Höhenmetern und 16 Stunden Gehzeit.

Insgesamt gehören drei Andachten und fünf heilige Messen zum Vierbergelauf.

Was für eine gespenstische Szenerie! Eine schier endlose Menschenschlange schiebt sich die Serpentinen hinauf Richtung Gipfel, eingetaucht in den irrlichternden Schein aus Taschen- und Stirnlampen. „Teil dir deine Kraft ein“, sagt der mit dem Kreuz, „und red nicht so viel. Geh in dich. Lauf für den Herrgott.“ Dann verschwindet er in der Dunkelheit.

1059 Meter hoch ist der Magdalensberg, wo sie oben in der Kirche um Mitternacht einen Kreuzweg beten. Es ist die erste von drei Andachten und fünf heiligen Messen während des Vierbergelaufs. Die Leute quetschen sich in die Bänke, überall stapeln sich Rucksäcke.

Der Pfarrer erbittet den Segen für die „Bergler“, wie die Wallfahrer hier genannt werden, und verteilt großzügig sein Weihwasser auf dem heiligen Berg. Nicht nur den Berglern sind ihre vier Berge „heilig“, schon die Kelten sollen vor Jahrtausenden hier ihre Fruchtbarkeitskulte vollzogen haben.

Vierbergelauf – Die Pilger strömen in die Kirche

Zum Vierbergelauf gehören drei Andachten und fünf heilige Messen. Manche umrunden die Kirche dreimal im Uhrzeigersinn und hoffen, dass dieses Ritual ihren Gebeten Nachdruck verleiht.

Die 60-jährige Emma aus St. Veit, die bereits zum 18. Mal mitläuft, hat sich damit lange beschäftigt. „Der Jahreslauf beginnt und endet hier“, sagt sie, „wir durchwandern heute einen Tag, ein Jahr, ein ganzes Menschenleben.“

Ein anderer Vierbergeläufer hat mitgehört und winkt kopfschüttelnd ab: „Da sind immer auch ein paar Esoteriker dabei, die viel zu viel in die Strecke hineininterpretieren. Was der Weg einem bringt, muss jeder für sich selber herausfinden.“ Um eines immerhin ist Emma zu beneiden: Sie hat ihren Platz im Paradies sicher. Den verheißt die Sage nämlich jedem, der drei Mal über die vier Berge läuft.

Die Nazis hatten den Vierbergelauf verboten. Drei Frauen brachen trotzdem auf – sonst wäre der Brauch untergegangen.

Jetzt geht es steil bergab durch einen dichten Wald. Alle sind konzentriert, weil der Weg durch die Kegel der Taschenlampen flackert wie ein Lagerfeuer, und der Bergschuh immer wieder unversehens gegen eine Wurzel oder einen Stein donnert. Etwa 4500 Wallfahrer sind in diesem Jahr dabei, der Rekord liegt bei rund 10.000.

Die kleinste Gruppe, die jemals aufbrach, waren drei Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs das Verbot der Nationalsozialisten ignorierten, über die Berge zu ziehen. Vielleicht muss ihnen die Welt dankbar sein – heißt es doch, dass sie untergeht, sollte der Brauch des Vierbergelaufs einmal aufhören.

Vierbergelauf – eingezeichnete Route auf einer Karte

Der Lauf startet am Magdalensberg, rund 15 Kilometer nördlich von Klagenfurt. Von dort fährt auch ein Bus hierher. Der nächste Ort mit Fernbahnhof ist St. Veit an der Glan.

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Tradition in einer Aufzeichnung des Wiener Humanisten Ladislaus Sunthaim aus der Zeit um 1500. Darin heißt es: „Am Tag der Kreuzesnägel Christi laufen viele Kärntner Frauen mit bloßen Füßen in einem Tag über vier Berge. Diese Frauen stammen aus der Umgebung des Magdalenenberges, des Ulrichsberges, des Lorenziberges und des Veitberges. Sie laufen schweigend und glauben, so alles erlangen zu können, was sie erbitten, und es handelt sich um eine große Entfernung.“

Der Kärntner Brauchtumsexperte Heimo Schimmerl weiß, dass um diese Zeit zwei Familien aus der Nähe vom bayerischen Bamberg hierher nach Kärnten gezogen sind und mit ihrem erwirtschafteten Reichtum die Kirchen am Magdalensberg und Veitsberg erweitern ließen.

„Daher nehmen wir mit ziemlicher Sicherheit an“, so der Historiker, „dass die Wallfahrt um diese Zeit entstanden sein muss. Es kann aber auch sein, dass der Vierbergelauf einen heidnischen Ursprung hat, wobei wir das nicht belegen können.“ 

 

Vierbergelauf – eine Pilgerin mit Wanderstab und Kräutern

Wer auf dem Weg die rechten Kräuter sammelt, ist nach altem Glauben sicher unterwegs.

Unten im Tal geht es für die Läufer über das Zollfeld und vorbei am Gasthof Fleißner, der extra mitten in der Nacht geöffnet hat. Hier gibt es Glühwein. In der Dorfkirche von Pörtschach wird dann pünktlich um vier Uhr am Morgen eine Messe gefeiert.

Nur rund 100 Pilger passen in das Gotteshaus, die anderen ziehen draußen vorbei. Manche umrunden die Kirche vorher drei Mal im Uhrzeigersinn und hoffen darauf, dass dieses Ritual ihren Gebeten noch etwas mehr Nachdruck verleiht.

Die Pilger pflücken auf jedem Berg eine bestimmte Pflanze und stecken sie an ihren Wanderstab.

Drinnen predigt der Pfarrer über die Bedeutung des Pilgerns. Josef ist einer der Kreuzträger und sitzt vorne auf der ersten Bank. An seinem Stab hängt ein Buschen Bärlapp, den er am Magdalensberg gepflückt hat. Am Veitsberg kommt dann Buchs dazu, am Lorenziberg Wacholder.

Und auf dem nächsten Gipfel, auf den es jetzt dann hinaufgeht, dem 1022 Meter hohen Ulrichsberg, pflücken sie Efeu. Im Aberglauben haben alle diese Pflanzen besondere Kräfte. So ist etwa das immergrüne Efeu ein Zeichen der Stärke und des Überlebenwollens. 

Vierbergelauf – Bärlapp

Vom Magdalensberg bringen die Pilger den Bärlapp mit, er soll das Gehen erleichtern. Seine gelben Sporen wurden früher „Hexenmehl“ genannt und zum Schutz gegen Blitze ins Feuer gestreut.
Vierbergelauf – Karfunkellaub

Auf dem Ulrichsberg wird Efeu gesammelt – genauer gesagt das Karfunkellaub, ein Efeu mit roter Unterseite. Im Aberglauben soll es dem Teufel seine Macht rauben, in der griechischen Mythologie war die immergrüne Pflanze ein Sinnbild der Stärke und des Lebenswillens.
Vierbergelauf – Buchszweige

Auf dem Veitsberg kommen dann Buchszweige dazu. Ihr Immergrün ist ein Symbol der Unsterblichkeit und soll gegen böse Geister wirken.
Vierbergelauf – Wacholder

Und vom Lorenziberg bringen die Bergler Wacholder mit, der vor Schwindel und Müdigkeit schützen soll. Nach altem Brauch wird das Berglerlaub zu Hause in den Herrgottswinkel gestellt oder auf dem Dachboden aufgehängt, um Unheil fernzuhalten.

„Wenn ich das überlebe, dann kann ich noch meinen Enkeln davon erzählen“, sagt der Programmierer Klaus aus St. Sebastian, während er in der gotischen Kirchenruine auf dem Ulrichsberg die Blasen an seinen Füßen verpflastert. Er ist inzwischen seit sechs Stunden unterwegs und hat den zweiten von vier Bergen in einem mühsamen, steilen, irgendwie nicht enden wollenden Anstieg erklommen. Aber Halbzeit ist noch lange nicht.

Der Gedenkstein hier markierte ein heidnisches Heiligtum. Später baute man eine Kirche drumherum.

Neben ihm in der Ecke liegt etwas Getreide, zu dem eine Frau ein paar Ähren legt und sich von den anderen etwas mitnimmt. Der Getreidetausch ist ein weiteres Bergler-Ritual. Sie tausche, sagt die Frau, damit sie von dem geweihten Getreide etwas in ihr Saatgut mischen könne, um eine gute Ernte zu erzielen. „Allein dass die Ähren hier liegen, weiht sie“, sagt sie. 

Der Gedenkstein, der an dieser Stelle ein heidnisches Heiligtum markierte, wurde beim Neubau der christlichen Kirche im 15. Jahrhundert vorsichtshalber gestürzt eingemauert, um ihm die Kraft zu entziehen und um vielleicht auch der abergläubischen Bevölkerung zu signalisieren, dass die alten Götter gestürzt sind.

Vierbergelauf – Ein Pilger zündet ein Opferlicht an

Zum Dank oder als Bitte – oder beides: Viele zünden ein Opferlicht an.

„Nein, nein, abergläubisch bin ich nicht“, versichert Klaus, der mit den Blasen, „aber man spürt irgendwie, warum hier schon die Römer und die Menschen davor heilige Handlungen vollzogen haben.“ Seine malträtierten Füße schlagen bedauerlicherweise nicht auf die besondere Aura der alten Steine an, ein paar Blutstropfen rinnen über die Ferse in den Wanderschuh.

Auf dem Weg nach unten beten die Kreuzträger ausnahmsweise nicht, sondern rennen geradezu in Richtung Karnberg, wo morgens um sechs Uhr auf einer Wiese am Ortsrand frisch gezapftes Bier verkauft wird, dazu gebratene Würstchen und Kuchen.

Die Freiluftmesse zelebriert der örtliche Bischof persönlich und weist zur Sicherheit darauf hin, dass es sich beim Vierbergelauf keineswegs um eine heidnische Tradition handle – wohl wissend, dass die Kirche nie eine rechte Freude an dem Brauch hatte, ihn aber wegen der tiefen Volksfrömmigkeit letztlich nicht verbieten konnte.

Dass der Schreiner Manfred aus Maria Saal unterdessen seinem Bierbank-Nachbarn den aktuellen Mondkalender erklärt, bekommt der Bischof zum Glück nicht mit. 

Vierbergelauf – Zeichnung der vier Berge

Der Mond gibt das Datum vor: Der Vierbergelauf findet immer am zweiten Freitag nach Ostern statt, dem sogenannten „Dreinagelfreitag“. Dieser kann zwischen dem 3. April und dem 7. Mai liegen.

Am Ende donnern Böllerschüsse, die Kirchenglocken läuten, und es geht weiter nach Zweikirchen. Mit Tagesanbruch haben sich am Wegesrand die ersten Kinder strategisch günstige Plätze gesichert. Denn die Taschen der Bergler sind traditionell immer gut gefüllt mit Süßigkeiten. Die Körbchen der kleinen Zaungäste füllen sich da schnell, eine Ausbeute von mehreren Kilogramm je Kind ist keine Seltenheit. 

Das letzte Stück zieht sich, als wolle der Himmel endgültig die Kräftigen von den Lahmen trennen.

In Zweikirchen wartet der Dorfpfarrer mit den Ministranten am Ortseingang, um die Wallfahrer „einzuholen“. Er hält den Ankömmlingen das Kreuz entgegen und berührt damit die Kreuze der Pilger. „Kreuzbusseln“ heißt das und findet an jedem Ortseingang statt.

Für die Messe hat der Pfarrer den Kinderchor organisiert, und er ermuntert die Wanderer, kräftig mitzuklatschen. „Steht auf, tanzt mit uns, denkt nicht daran, hier in der Kirche zu schlafen“, scherzt er und versichert, dass der liebe Gott auch die lieb hat, die draußen bereits weiter Richtung Veitsberg ziehen.

 

Vierbergelauf – Kinder warten am Wegesrand

Jeder Bergler hat Zuckerl für die Kinder dabei. Die suchen sich die besten Plätze.

Würden sie ahnen, was ihnen dort bevorsteht, hätten sie in der Kirche wohl ein bisschen gerastet. Denn dieser Aufstieg, der stets um die Mittagszeit zu bewältigen ist, heißt „Teufelsriese“, was die Qualen beschreibt, aber auch die Distanz, die bis auf 1160 Meter zu überwinden ist. Und dann ist da auch noch die Blutwiese kurz vor dem Ziel, die sich hinzieht, als wolle der Himmel an dieser Stelle endgültig die Kräftigen von den Lahmen trennen.

Eine letzte Andacht. Ein letzter Schnaps.

Wer eine Warze hat, soll hier beim Gebet davon befreit werden, was Klaus aus St. Sebastian lieber auf seine Blasen an den Füßen übertragen würde, jedoch ohne Erfolg. Jetzt bleibt ihm nur noch die Wunschglocke: Wer oben in der kleinen Kirche die Glocke läutet, darf darauf hoffen, dass ein Wunsch in Erfüllung geht. Klaus zieht gleich mehrfach.

Drei Berge sind geschafft, dann setzt der Regen ein, der bis zum Ende des Tages nicht mehr aufhören soll. Doch echte Bergler lässt das nicht verzagen. Auch der Regen hat für sie sein Gutes. Denn diejenigen, die beim Vierbergelauf klatschnass werden, was nach drei Stunden Dauerguss unvermeidlich ist, bleiben im folgenden Jahr gesund. Sagen sie. Seit 500 Jahren, von Generation zu Generation. Da muss doch was dran sein.


„Teil dir deine Kraft ein. Red ned so viel. Geh in dich. Lauf für den Herrgott!“


Auf dem Lorenziberg wird eine letzte Andacht gefeiert. Dann noch eine halbe Stunde bergab, ein Schnapserl an einem der Stände am Wegrand, und noch eines, und ein vorletztes, und ein letztes, dann auf den Parkplatz, in den Bus, auf den Sitz – und durchatmen. 52 Kilometer, 1500 Höhenmeter, 16 Stunden. Eine Qual, ja, aber auch ein unvergessliches Erlebnis.

Zumal mit modernen Wanderschuhen und atmungsaktiver Kleidung und zugleich mit dem Wissen, dass diesen Weg Abertausende Menschen in all den Jahrhunderten zuvor gegangen sind. Manche barfuß und bitterarm und von ihrem harten Leben gezeichnet.

Was immer sie getrieben hat, welcher Kummer, welches Leid, welche Hoffnungen und Wünsche – eine Erfahrung haben die Bergler damals wie heute gemacht: Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt, und was du für den Gipfel hältst, ist nur eine Stufe. 

Text: Peter Hummel • Fotos: Tom Lamm • Illustrationen: Carina Springer

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Rhabarber, der süße Saure

Rhabarber - 10 Dinge, die Sie wissen müssen

Der süße Saure – Die 10 wichtigsten Fragen

Illustrierte rote Rhabarberstangen
Wenn’s jetzt in großen Schritten Richtung Sommer geht, kommt der Rhabarber als saure Erfrischung gerade recht. Wir beantworten die 10 wichtigsten Fragen zu den sauren Stangen, sodass Sie die Rhabarberzeit von Anfang bis Ende genießen können.

 

1. Wann beginnt die Rhabarbersaison?

Bereits im April können die ersten Rhabarberstangen im Garten geerntet werden. Sobald die Stiele mindestens 25 cm lang sind und sie die grünlich-rote Farbe bekommen, sind sie reif und erntebereit. Ernten Sie am besten so früh wie möglich, denn zu Beginn der Ernte schmeckt der Rhabarber noch besonders mild.

2. Warum darf man Rhabarber nur bis Juni ernten?

Ende Juni treiben Rhabarberpflanzen ein zweites Mal aus. Trotzdem wird nach dem Johannistag am 24. Juni kein Rhabarber mehr geerntet. Das liegt daran, dass dieser zweite Wachstumsschub der Regeneration der Pflanze dient. Gönnen Sie ihr diese Ruhephase, damit die Ernte auch im nächsten Jahr wieder erfolgreich ausfällt.
Was ebenfalls gegen einen Verzehr nach dem 24. Juni spricht ist der steigende Säuregehalt in den Stängeln, der den Rhabarber weniger bekömmlich werden lässt. Dann kann eine größere Portion sogar gesundheitsschädigend sein.

Kann man dann im Juli, August oder September noch Rhabarber essen?

Aufgrund des höheren Säuregehalts sollten Sie den Rhabarber ende Juni geerntet haben. Aber: Wenn Sie den Rhabarber einfrieren, spricht nichts gegen das Essen von Rhabarber im Spätsommermonaten wie Juli, August oder September!

3. Wie und wann pflanzt man Rhabarber an?

Am wohlsten fühlt sich die Rhabarberpflanze an einem sonnigen Ort in lockerer, nährstoffreicher Erde. Sie können den Rhabarber aber auch als Kübelpflanze auf Ihrem Balkon oder der Terrasse anpflanzen. Für den Anbau im Topf eignen sich die Sorten mit einem roten Stiel am besten.
Wer jetzt im Frühjahr pflanzt, kann in zwei Jahren die ersten Stangen ernten. Übrigens ist die Rhabarberpflanze sehr pflegeleicht und wird nur ganz selten von Schädlingen und Krankheiten befallen.

Grüne Rhabarberstangen auf Holztisch

Grüner Rhabarber mit grünem Fruchtfleisch

  • herb-saurer Geschmack
  • muss vor dem Kochen unbedingt geschält werden
  • eignet sich als Gemüsebeilage zu pikanten Gerichten
  • Sorten: Esta, The Sutton
Roter Rhabarber mit grünem Fruchtfleisch auf Holzbrett

Roter Rhabarber mit grünem Fruchtfleisch

  • mild-säuerlicher Geschmack
  • mittlerer Säuregehalt
  • eignet sich besonders für Kuchen, süßes Gebäck und Rhabarbersaft
  • Sorten: Goliath (diese Sorte findet man am häufigsten in den Supermärkten)
Roter Rhabarber auf Holztisch

Roter Rhabarber mit rotem Fruchtfleisch

  • fein süßlicher Geschmack mit beerigem Aroma
  • müssen vor dem Kochen nicht geschält werden
  • eignen sich prima für Rhabarberkompott, Marmelade und Sirup
  • Sorten: Holsteiner Edelblut, Red Valentine, Frambozed Rood (auch als Himbeer- oder Erdbeerrhabarber bekannt)

4. Wie erntet man Rhabarber?

Um der Rhabarberpflanze nicht zu schaden, sollten Sie die Stangen nicht mit dem Messer abschneiden. Umfassen Sie stattdessen den Stängel möglichst weit unten und drehen Sie ihn im Uhrzeigersinn heraus. Außerdem sollten Sie bei der Ernte mindestens die Hälfte, besser aber zwei Drittel der Stangen stehen lassen, da die Pflanze ansonsten zu schwach ist, um sich richtig zu regenerieren.
Ist der Rhabarber einmal geerntet, sollte er möglichst bald zubereitet werden, da er sehr schnell austrocknet. In ein feuchtes Tuch gewickelt lassen sich die Stangen bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahren.

5. Ist Rhabarber giftig?

Tatsächlich kann Rhabarber in größeren Mengen Vergiftungserscheinungen auslösen. Das liegt an der Oxalsäure, die in der Rhabarberpflanze enthalten ist. Ihr verdankt der Rhabarber auch seinen sauren Geschmack.
Das bedeutet aber nicht, dass der Verzehr von Rhabarber gefährlich ist. Mit der richtigen Zubereitung ist der Rhabarbergenuss unbedenklich. Nur zu viel sollten Sie davon nicht essen, auch wenn's noch so lecker ist. 
Wundern Sie sich auch nicht, wenn Sie ein pelziges Gefühl auf den Zähnen bekommen, nachdem Sie Rhabarber gegessen haben. Auch das liegt am hohen Säuregehalt des Rhabarbers. Damit der Zahnschmelz nicht verletzt wird, sollte mit dem Zähneputzen etwa eine Stunde bis nach dem Rhabarber-Essen gewartet werden.

6. Was kann man vom Rhabarber verwenden?

Rhabarberblätter enthalten deutlich mehr Oxalsäure als die Stangen und sind deshalb nicht nur ungenießbar, sondern auch gefährlich. Deshalb immer die Blätter abreißen, bevor Sie den Rhabarber weiterverarbeiten. Sind die Rhabarberstangen schon etwas älter, sollte auch die Schale entfernt werden. Dadurch reduziert sich der Oxalsäuregehalt und der Rhabarber wird bekömmlicher.
Die restliche Rhabarberpflanze kann ohne Bedenken in der Küche verwendet werden.
Die geschälten Stangen eignen sich wunderbar zum Kochen und Backen von Rhabarberkuchen. Und auch die Blüten sind essbar und viel zu schade, um weggeworfen zu werden.

7. Wie schält man Rhabarber?

Nachdem Sie die Blätter entfernt haben, müssen die Stangen unter fließendem Wasser gründlich abgewaschen werden. Es empfiehlt sich, auch das trockene und holzige Stielende abzuschneiden.
Dann können Sie mit dem Schälen beginnen: Die faserige Haut entfernen Sie ganz einfach mit einem kleinen Küchenmesser. Setzen Sie das Messer am oberen Ende, wo die Blätter entfernt wurden, an und ziehen Sie die harten Fasern nach unten hin ab, bis keine Fäden mehr vorhanden sind.

8. Kann man Rhabarber roh essen?

Roher Rhabarber ist zwar eigentlich nicht giftig. Er enthält nur mehr Oxalsäure. Diese wird beim Kochen, Dünsten und Blanchieren aus dem Rhabarber herausgelöst und geht ins Kochwasser über. Das macht den Rhabarber bekömmlicher. Am besten wird die Säure entzogen, wenn Sie den Rhabarber vor dem Kochen in Stücke schneiden.

JETZT IST SOMMER – Nichts schmeckt so sehr nach Sommer wie die ersten Erdbeeren des Jahres. Am besten schmecken sie im Kuchen, Tiramisu oder als Marmelade. Die 6 leckersten Erdbeer-Rezepte aus Bayern, Südtirol, Österreich und der Schweiz.

9. Kann man Rhabarber einfrieren?

Sie wollen die Rhabarbersaison am liebsten gar nicht enden lassen? Keine Sorge, Rhabarber lässt sich prima einfrieren. Eingefroren hält er sich sogar ein ganzes Jahr, bis es den nächsten frischen Rhabarber gibt.
Bevor Sie die Stangen portionsweise in Gefrierbeuteln oder –behältern einfrieren, sollten Sie den Rhabarber waschen, gut trocknen lassen, schälen und in Stücke schneiden.
Wenn Sie den Rhabarber später wieder aus dem Gefrierschrank holen, können Sie ihn ohne aufzutauen weiterverarbeiten.
Eine andere Möglichkeit, den Rhabarbergeschmack zu konservieren, ist das Einlagern als Rhabarbermarmelade oder leckeres Rhabarberkompott.

10. Ist Rhabarber Obst oder Gemüse?

Auch wenn der Rhabarber fruchtig-sauer im Geschmack ist und wie Obst zubereitet wird, gehört er eigentlich ins Gemüsefach. Botanisch zählt er zu den Knöterichgewächsen und ist beispielsweise mit dem Sauerampfer verwandt. Im Supermarkt findet man ihn jedoch meistens trotzdem im Obstregal.

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Recherche: Simone Zwikirsch

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33 Fakten rund um die Zecke

Zecken

33 Fakten rund um Zecken im Alpenland

Zecken – Zecke im Gras
Endlich wird’s wärmer, die Wandersaison kann beginnen! Wenn da nicht die Zecken wären: Die sind im Alpenland besonders gern unterwegs. Diese 33 Fakten rund um die Zecke sollten Sie kennen.

 

1. Zecken gibt es auch im Gebirge

Nicht nur im Tal, auch in höheren Lagen fühlen sich Zecken wohl. In Deutschland und Österreich wurden auf über 1.500 Metern Höhe lebende Zecken entdeckt. Damit sind gebirgsnahe Gegenden nicht zeckenfrei, wie oft angenommen. Also: Obacht beim Wandern in den Alpen!

2. Zecken findet man auch auf Wiesen

Wer glaubt, dass Zecken nur im Wald leben, irrt sich. Denn selbst im gepflegtesten Bauerngarten kommen sie vor. Sie können überall lauern, vom Stadtpark bis zur Almwiese.

3. Der Gemeine Holzbock ist am weitesten verbreitet

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Gemeine Holzbock die häufigste Zeckenart. Weltweit gibt es ungefähr 1000 verschiedene Arten.

Zecken – Blumenwiese vor Alpenpanorama

4. Zecken können Borreliose übertragen

Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie wird durch Bakterien ausgelöst und kann in der Regel mit Antibiotika behandelt werden. Eine Impfung gibt es nicht.

5. Ein charakteristisches Borreliose-Symptom ist die Wanderröte

Sie bildet sich oft kreisförmig um die Einstichstelle herum. Sie kann auch noch mehrere Wochen nach einem Zeckenstich auftreten. Daher ist es wichtig, die Stelle gut zu beobachten.

6. Zecken können FSME übertragen

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Virus-Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird. Das Virus kann die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen. Wenn Sie im Risikogebiet für FSME wohnen oder sich häufig in einem dieser Gebiete aufhalten, kann eine Zeckenimpfung gegen FSME für Sie sinnvoll sein.

7. Den Impfstoff gegen FSME hat ein österreichischer Professor erfunden

1973 entwickelte Prof. Dr. Christian Kunz vom Institut für Virologie der Universität Wien den FSME-Impfstoff.

Zecken – Zeckenwarnschild in der Wiese

8. Zecken in Deutschland

Zu den FSME-Risikogebieten gehört deutschlandweit vor allem der Süden, konkret: fast ganz Bayern und Baden-Württemberg. Mit Borreliose infizierte Zecken sind in ganz Deutschland verbreitet. Das Risiko für eine Lyme-Borreliose-Infektion ist unter anderem in Bayern besonders hoch.

9. Zecken in Österreich

In Österreich besteht ein deutliches West-Ost-Gefälle bei den FSME-Risikogebieten. Das liegt vor allem am Bergland im Westen. Die Hauptrisikogebiete befinden sich in den Flussniederungen entlang der Donau von Passau über Linz nach Wien und entlang der slowenischen und ungarischen Grenze im Burgenland, Kärnten und der Steiermark. Mit Borreliose infizierte Zecken gibt es in ganz Österreich.

10. Zecken in der Schweiz

In der Schweiz sind die FSME-Risikogebiete vor allem im Norden zu finden, von Basel über Zürich nach St. Gallen. Auch das obere Rheintal und die Zentralschweiz sowie Bern sind betroffen. Mit Borreliose infizierte Zecken kommen in der ganzen Schweiz vor.

URLAUB VON DER ALLERGIE – Mit der Blütezeit im Frühjahr beginnt eine lästige Zeit für Allergiker. Doch in den Alpen gibt es Orte, die nahezu pollenfrei sind. Nehmen Sie dort eine Auszeit von Ihrem Heuschnupfen!

11. Zecken sind keine Insekten

Sie gehören biologisch zur Klasse der Spinnentiere. Erwachsene Tiere haben nämlich genau wie Spinnen acht Beine, Insekten hingegen haben sechs.

12. Die Zeckensaison beginnt ab 7 °C

Die Hauptzeit für Zecken dauert vom Frühjahr bis in den Herbst hinein. Schon ab einer Temperatur von über 7 Grad müssen Sie mit aktiven Tieren rechnen.

13. Zecken sind faul

Sie suchen nicht aktiv nach ihrem Wirt, sondern sie warten geduldig, bis er direkt bei ihnen vorbeikommt. Bei Kontakt halten sich die Tiere dann in Sekundenschnelle fest.

14. Zecken reisen weit

Normalerweise bewegt sich eine Zecke in ihrem ganzen Leben nur wenige Meter – dennoch können sie sich über Länder hinweg verbreiten: Sie reisen bei Holztransporten mit oder nisten sich bei Vögeln ein.

Zecken – Zecke im Gras

15. Zecken fallen nicht von Bäumen

Oft hört man, Zecken würden auf ihre Opfer springen oder ließen sich gezielt von Bäumen auf sie herunterfallen. Das ist Quatsch. Eine Zecke kann nicht höher als 1,50 Meter klettern. Sie packt zu, wenn man durchs hohe Gras oder Gehölz streift. 

16. Zecken warten gern auf Grashalmen

Sie sitzen meist in Knie- bis Hüfthöhe in dichten Gräsern, Büschen oder im Unterholz. Oft werden Menschen daher bei Aktivitäten in der Natur wie beim Wandern, Joggen oder bei der Gartenarbeit gestochen.

17. Zecken lieben Feuchtigkeit

Nach einem warmen Sommerregen sind sie besonders aktiv.

18. Zecken haben keine richtigen Nasen

Aber sie wittern bestimmte Stoffe, die im Schweiß enthalten sind. Dazu nutzen sie ein Sinnesorgan an ihren Vorderbeinen, das Hallersche Organ.

19. Zecken beißen nicht – sie stechen

Auch wenn der Begriff „Zeckenbiss“ häufig gebraucht wird, ist er wissenschaftlich falsch: Richtig ist „Zeckenstich“. Denn Zecken besitzen einen Stechrüssel, mit dem sie sich in die Haut bohren und dann Blut saugen.

20. Zecken lieben weiche, gut durchblutete, dünne Hautstellen

Am liebsten stechen sie in die Kniekehle und den Bauch, bei Kindern in den Kopf- und Halsbereich.

Zeckenstich – Zecke steckt in der Haut

21. Zeckenstiche bemerkt man nicht sofort

Denn die Zecke gibt während des Stechens mit ihrem Speichel ein Betäubungsmittel in die Haut ab, ähnlich wie Mücken.

22. Zecken kleben sich fest

Etwa 5 bis 30 Minuten nach dem Stich produziert sie eine Art Klebstoff, mit dem sie sich mit dem Wirt fest verbindet.

23. Zecken wachsen beim Essen

Wenn sie ganz mit Blut vollgesogen ist, kann sie bis zu 200-mal so viel wiegen wie zuvor.

24. Zecken sind Überlebenskünstler

Sie können bis zu zwei Jahre ohne Nahrung auskommen. Im Labor schafften sie sogar zehn Jahre.

Zecken – Zecke wird mit einer Zeckenkarte entfernt

25. Je kürzer die Saugdauer, desto besser

Nach einer Wanderung in den Bergen oder einem Spaziergang im Wald sollten Sie sich immer sofort nach Zecken absuchen. Denn je kürzer die Saugdauer ist, umso unwahrscheinlicher ist es, dass Erreger wie Borrelien übertragen werden.

26. Zecken mit einer Pinzette, Zange oder Zeckenkarte entfernen

Wenn Sie von einer Zecke gestochen worden sind, entfernen Sie sie am besten mit einer Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte, indem Sie sie gerade nach oben herausziehen.

27. Zecken nicht mit Öl oder Klebstoff betäuben

Das bewirkt nur Unheil: Die Zecke wird gereizt und würgt möglicherweise Erreger in die Einstichstelle.

28. Keine Panik, wenn die Zecke nicht ganz entfernt wurde

Bleibt der Stechapparat in der Haut stecken, wird der kleine Fremdkörper meist innerhalb weniger Tage selbst vom Körper abgestoßen. Entzündet sich die Wunde, sollten Sie jedoch zum Arzt gehen.

29. Entfernte Zecken am besten zerdrücken

Dazu sollten Sie die Zecke in einem Papier einfalten und danach mit einem festen Gegenstand zerquetschen. Ebenfalls erfolgreich ist das Töten in hochprozentigem Alkohol. Die Zecke sollte nicht über die Toilette entsorgt werden, da sie einige Zeit im Wasser überleben kann. Ungeeignet ist auch das Zerquetschen mit dem Fingernagel, da Sie sonst direkt mit möglichen Krankheitserregern in Kontakt kommen.

BLÜTEZEIT IN DEN ALPEN – Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühling beginnt in den Alpen ein einzigartiges Naturschauspiel. Berge und Täler verwandeln sich in leuchtende Blütenmeere. Wir zeigen Ihnen, wo‘s besonders schön blüht.

30. Zecken überleben in der Waschmaschine

Wasser macht den Tieren nichts aus. Kritisch wird’s für sie erst, wenn die Kleidung besonders heiß gewaschen wird oder im Trockner landet.

31. Zecken überleben auch in Wohnräumen

Durch Haustiere eingeschleppte Zecken können sogar mehrere Tage im Haus überleben, auch wenn sie noch kein Blut gesaugt haben.

32. Zeckenmännchen sterben nach der Paarung

Das wesentlich kleinere Männchen heftet sich an die Bauchseite des Weibchens und befruchtet sie. Wenn sich die beiden gepaart haben, stirbt das Männchen.

33. Zecken haben viele Geschwister

Ein Weibchen kann bis zu 20.000 Eier auf einmal legen. Weil es so viele Eier sind, die mit einer Wachsschicht miteinander verbunden sind, sagt man auch „Zeckenkaviar“ dazu.

SO SCHÜTZEN SIE SICH

Einen völlig sicheren Schutz gibt es nicht. Allerdings lässt sich mit ein paar praktischen Tipps das Risiko eines Zeckenstiches verkleinern:

  • Tragen Sie hautbedeckende Kleidung: lange Hosen und lange Ärmel.
  • Ziehen Sie helle Kleidung an, so können Sie Zecken früher und besser entdecken.
  • Meiden Sie hohes Gras und das Unterholz.
  • Tragen Sie geschlossene Schuhe oder Gummistiefel.
  • Ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine.
  • Verwenden Sie spezielle zeckenabweisende Mittel, sogenannte Repellents.
  • Suchen Sie Ihren Körper und Ihre Kleidung ab, nachdem Sie draußen in der Natur waren.

Die Informationen in diesem Artikel dürfen nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Behandlung an Ihren Arzt.

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Der wilde Knoblauch aus dem Wald

Bärlauch

Der wilde Knoblauch aus dem Wald

Bärlauch: Blätter und Blüten
Was den Bayern ihre Bärlauchknödel, sind den Südtirolern die Bärlauchgnocchi. Der wilde Lauch aus den Wäldern gehört einfach zur alpenländischen Frühjahrsküche dazu. Doch Obacht: Wer den wilden Knoblauch selber im Wald ernten will, muss gut aufpassen, um sich nicht in Gefahr zu bringen …

 

Man kann ihn schon von weitem riechen. Denn dort, wo Bärlauch wächst, gibt es reichlich davon. Und jetzt im April hat der Bärlauch Saison. Wenn Sie sich auf Bärlauchsuche begeben wollen, werden Sie recht wahrscheinlich in Laubwäldern fündig. An schattigen, feuchten und humusreichen Plätzen fühlt er sich wohl, dann bedeckt er oft ganze Waldböden.

Bärenstarke Pflanze mit bärenstarken Heilkräften

Bärenklau, Bärwurz und auch den Bärlauch: Kräftige und heilwirksame Kräuter benannte man früher nach dem Bären, der als besonders starkes Tier verehrt wurde. Nach seinem Winterschlaf soll sich der Bär als Erstes von Bärlauch ernährt haben. Das Kraut versorgte ihn nach dem langen Schlaf mit Vitaminen und Nährstoffen und brachte den Kreislauf in Schwung, so sagte man.

Bärlauch: Bärlauch im Wald

Wo es Bärlauch gibt, gibt’s viel davon. Ganze Waldböden sind im Frühling mit Bärlauchpflanzen bedeckt.

Was dem Bären hilft, tut auch dem Menschen gut. Denn der Bärlauch schmeckt nicht nur sehr lecker, ihm wird auch seit jeher eine Heilwirkung nachgesagt, schon von den Kelten und germanischen Völkern in der Jungsteinzeit. Später empfahl auch Hildegard von Bingen den Bärlauch als nahrhafte und kräftigende Heilpflanze, die bei Verdauungsproblemen hilft, den Blutdruck senkt, die Durchblutung und Gedächtnisleistung anregt. Die frischen Blätter können auch zur Wundheilung eingesetzt werden und sollen bei unreiner Haut und Hautausschlägen helfen.

Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen:
Bärlauch, Maiglöckchen oder Herbstzeitlose?

Doch Obacht: Seine Heilwirkung entfaltet der Bärlauch nur dann, wenn das, was Sie dort im Wald gepflückt haben, auch wirklich Bärlauch ist – man kann ihn nämlich leicht verwechseln. Bevor Sie mit dem Sammeln beginnen, sollten Sie deshalb absolut sicher sein, dass es sich nicht um die sehr ähnlich aussehende Herbstzeitlose oder das Maiglöckchen handelt. Diese bevorzugen nämlich dieselben Standorte wie der Bärlauch, sind aber hochgiftig!

Die bekannte Geruchsprobe zum Erkennen des richtigen Bärlauchs – denn nur dieser besitzt den typischen Knoblauchgeruch – ist jedoch trügerisch. Wenn Sie die Blätter zur Probe mit den Fingern zerreiben, setzt sich der Knoblauchduft bereits nach den ersten Blättern an den Fingern und in der Nase fest, sodass dann vermutlich auch das Maiglöckchen und die Herbstzeitlose den Geruchstest bestehen würden. Verlässlicher ist es, die Pflanzen auf ihre Blätter- und Stielformen zu untersuchen:

Bärlauch: Erkennungsmerkmale

BÄRLAUCH erkennen Sie an der glänzenden Oberseite und matten Unterseite der Blätter, die am Ende spitz ausgezogen sind. Jedes Blatt wächst an einem einzelnen kantigen Stängel, die Blätter hängen eher nach unten.

Bärlauch: Maiglöckchen erkennen

MAIGLÖCKCHEN lassen sich von Bärlauch dadurch unterscheiden, dass sich zwei Blätter aus einem Stängel bilden und den Stängel umfassen. Maiglöckchen wachsen gebündelt in Zweiergruppen, stehen eher nach oben und lassen sich schwer abreißen.

Bärlauch: Herbstzeitlose erkennen

Die HERBSTZEITLOSE hat länglich-schmale, eher aufrecht stehende Blätter. Alle Blätter wachsen ohne Blattstiel aus dem Boden. Ein verlässliches Merkmal ist auch die Knospe im Inneren der Blätter, die sich schon sehr bald im Frühling bildet.

Am besten lassen Sie sich beim Bärlauchsammeln von erfahrenen Personen begleiten. Wenn Sie sich bei der Unterscheidung nicht ganz sicher sind, sollten Sie die Blätter lieber stehen lassen. Bärlauch gibt es ja auch auf vielen Märkten zu kaufen und muss nicht unbedingt selbst gesammelt werden. Dafür gibt es noch einen zweiten guten Grund:

Bärlauch aus dem Wald kann den Fuchsbandwurm tragen –
unbedingt mit heißem Wasser übergießen!

Zwar entfalten sich der feine Knoblauchgeschmack und die heilsame Wirkung des Bärlauchs am besten, wenn die Blätter frisch und roh sind. Doch gibt es hier noch eine Gefahr, wenn der Bärlauch aus dem Wald kommt: Er könnte vom Fuchsbandwurm befallen sein. Deshalb ist es wichtig, den gesammelten Bärlauch mit heißem Wasser zu übergießen, um den gefährlichen Parasiten abzutöten.

Wenn Sie sich trotz allem trauen, eigenhändig zu ernten: Bis Mitte Mai geht das noch. Dann beginnt der Bärlauch zu blühen, seine Blätter werden bitter. Die beste Tageszeit für die Bärlauchernte ist frühmorgens, wenn der Tau getrocknet ist, dann ist der Bärlauch am saftigsten. Um den Bestand zu erhalten, sollten Sie nicht alle Blätter einer Pflanze ernten. Schneiden Sie pro Pflanze höchstens 2 bis 3 Blätter vorsichtig mit einer Schere ab. Auch Reißen oder Rupfen schadet der Bärlauchpflanze!

Nach der Ernte kann man den Bärlauch im Kühlschrank einige Tage frisch halten. Dazu den Bärlauch entweder in feuchtes Küchenpapier wickeln oder in einen aufgeblasenen Plastikbeutel geben und anschließend verknoten.

Sie können den Bärlauch auch haltbar machen, indem Sie ihn portionsweise einfrieren, in Essig oder Öl einlegen oder zu Pesto verarbeiten. Vom Trocknen ist eher abzuraten: Dadurch verliert der Bärlauch schnell sein spezielles Aroma. Und die tolle Eigenschaft, dass er zwar nach Knoblauch schmeckt, aber nach dem Essen niemand riechen kann, dass Sie Bärlauchknödel oder Bärlauchgnocchi gegessen haben.

Bärlauchknödel

Für 4 Personen

200 g Bärlauch
500 g Knödelbrot
5 Eier
1 Zwiebel

1 Handvoll geriebener Parmesan
Salz
Pfeffer
Muskatnuss

Den Bärlauch waschen, klein schneiden und zusammen mit den Eiern pürieren.

Die Zwiebel in Butter goldgelb anrösten.

Das Knödelbrot in eine Schüssel geben und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Anschließend die Zwiebel, die Bärlauchmischung und den Käse dazugeben und alle Zutaten gut vermengen.

Lassen Sie die Knödelmasse eine halbe Stunde ruhen. Danach die Knödel formen und in Salzwasser 20 bis 30 Minuten bei mittlerer Hitze ziehen lassen.

Bärlauchgnocchi

Für 4 Personen

20 g Bärlauch
550 g mehlige Kartoffeln
20 g Butter
1 Ei

90 g Mehl
Salz
Pfeffer
Muskatnuss

Die Kartoffeln kochen, schälen, durch eine Kartoffelpresse drücken und abkühlen lassen.

Inzwischen die Butter in einem Topf leicht bräunen und beiseite stellen.

Den Bärlauch waschen, klein schneiden und zusammen mit Butter, Ei und Gewürzen in einem hohen Becher fein pürieren.

Die Bärlauchmasse nun zu den Kartoffeln geben und mit dem Mehl zu einem geschmeidigen Teig verkneten.

Den Teig halbieren, zu zwei Rollen mit etwa 3 cm Durchmesser formen und die Rollen in 1 cm dicke Stücke schneiden.

Die Gnocchi in Salzwasser einmal aufkochen lassen. Wenn sie an die Oberfläche kommen, sind sie gar.

Zum Schluss können Sie die Gnocchi noch mit etwas Butter in der Pfanne schwenken. So werden sie außen leicht braun und schön knusprig.

Bärlauchpesto

Für 4 Portionen

500 g Bärlauch
75 g Pinienkerne
100 g Parmesan

250 ml Olivenöl
Salz
Pfeffer

Den Bärlauch waschen, trocknen und klein schneiden.

Die Pinienkerne ohne Öl in der Pfanne leicht anrösten, bis sie hellbraun sind.

Den Parmesan frisch reiben und mit dem Bärlauch und den Pinienkernen vermischen.

Die Bärlauchmischung und das Olivenöl mit dem Mixstab auf niedrigster Stufe vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Füllen Sie das Pesto in saubere und trockene Gläser. Verschließen Sie die Gläser luftdicht. So kann das Pesto haltbar gemacht und länger aufbewahrt werden.

ALTE GEMÜSESORTEN Blaue Kartoffeln, gelbe Bete: Diese Gemüsesorten waren lange Zeit aus unseren Gärten verschwunden. Aber es gibt sie noch! Diese 10 alten Gemüsesorten können Sie in Ihrem Garten selbst anbauen.  

Zecken
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Waldmeister
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BÄRLAUCH AUS DEM GARTEN

Da Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlosen in freier Natur leicht zu verwechseln sind, möchten Sie vielleicht den Bärlauch in Ihrem Garten anbauen. Da gäb’s drei Möglichkeiten:

  • Die ganze Bärlauchpflanzen einpflanzen.
  • Oder Bärlauchzwiebeln einsetzen.
  • Oder Bärlauchsamen aussäen.

Bei der Variante mit den Samen müssen Sie allerdings damit rechnen, dass es bis zu 2 Jahre dauern kann, bis die Samen keimen. Aber wenn das erst mal passiert ist, vermehrt sich der Bärlauch rasch.

 

Was mach ich jetzt mit den ganzen Eiern?

Ostereier verwerten

Und was mach ich jetzt mit den ganzen Eiern?

Ostereier verwerten – bunt bemalte Eier
Gekochte Eier, rohe Eier, Schokoladeneier – und dazu die Eierschalen! Die ganze Familie hat fleißig Ostereier ausgeblasen und bemalt, nur gegessen wurden die Eier dann mal wieder nicht. Macht nix: Damit machen wir einen Wiener Kaiserschmarrn, einen Bayerischen Eiersalat oder etwas anderes Feines.

 

Schummel-Schnitzel

Ostereier verwerten – viele bunte Ostereier

Schnitzel geht immer! Allein das Wort macht ja schon Appetit. Und heute ist es halt einmal nicht aus Fleisch, sondern aus den gekochten Ostereiern.

Zerdrücken Sie 6 bis 8 davon fein mit einer Gabel und vermischen Sie sie mit 2 alten eingeweichten Semmeln, Schinkenstückchen, Zwiebeln und Kräutern zu einer kompakten Masse. Formen Sie daraus Bratlinge und panieren Sie sie mit Semmelbröseln oder Paniermehl.

Dann werden die Schnitzel in einer Pfanne etwa 5 Minuten goldgelb gebacken. Sie schmecken als Beilage oder als Hauptgericht mit einem schönen frischen Salat.

 

Osterhase mit Schuss

Ostereier verwerten – Hase mit Schuss

Sogar die Kinder haben jetzt genug von Schokohasen und Schokoeiern? Dann machen Sie doch für sich selbst das Beste daraus: einen feinen Schokolikör! Der geht schnell und einfach.

Schmelzen Sie 250 g Schokolade in 200 ml Sahne  – nicht kochen! – und vermengen Sie die entstandene Creme mit 100 ml Wodka, Whisky oder Korn. Füllen Sie den Schoko-Likör in kleine Fläschchen und lassen Sie ihn über Nacht im Kühlschrank ziehen. Prost!

 

Wiener Kaiserschmarrn

Damit werden Sie gleich 8 Eigelb und Eiweiß los, die vom Ausblasen noch übrig sind. Und ein mauliges „Schon wieder Eier!“ bekommen Sie garantiert nicht zu hören, wenn Ihre Lieben sich darüber hermachen.

Ostereier verwerten im Kaiserschmarrn – Das sind die Zutaten

60 g Rosinen
2 EL Rum
8 Eier
500 ml Milch
150 g Zucker
1 EL Vanillezucker
250 g Mehl
1 Prise Salz
170 g Butter

Ostereier verwerten im Wiener Kaiserschmarrn – Rosinen in Rum einlegen

1. Rosinen in Rum einweichen

Zuallererst legen Sie die Rosinen in Rum ein und lassen sie für etwa 2 Stunden ziehen. Wenn Kinder mitessen, können Sie den Rum auch weglassen.
Ostereier verwerten im Wiener Kaiserschmarrn – Teig herstellen

2. Teig herstellen

Nun verquirlen Sie die 8 Eier, etwa 50 g Zucker, den Vanillezucker und die Milch miteinander. Dann sieben Sie das Mehl und heben es langsam unter die Masse. Es sollte ein glatter, gleichmäßiger und dickflüssiger Teig entstehen.
Ostereier verwerten im Wiener Kaiserschmarrn – In der Pfanne backen

3. In der Pfanne backen

Nun bereiten Sie den Kaiserschmarrn am besten portionsweise in einer Pfanne zu:
Lassen Sie die Butter schmelzen, gießen Sie den Teig hinein und verteilen Sie die Rosinen darauf. Wenn der Teig angebacken ist, können Sie ihn in grobe Stücke reißen.
Damit der Schmarrn schön resch wird, lassen Sie den restlichen Zucker mit in die Pfanne rieseln, sodass er karamellisiert.
Ostereier verwerten im Wiener Kaiserschmarrn – Fertiger Kaiserschmarrn

4. Kaiserschmarrn anrichten

Den fertigen Kaiserschmarrn auf Tellern anrichten und nach Belieben mit Puderzucker bestäuben. Dazu schmeckt Apfelmus oder Kompott in allen Variationen – oder auch eine Kugel Vanilleeis.

 

 

 

Jetzt haben Sie den Salat!

Ostereier verwerten – Eier in einem Körbchen

Im Salat sind Eier immer gut aufgehoben. Sie können jeden bunten Salat damit garnieren – oder Sie probieren mal einen Bayerischen Eiersalat. Damit werden Sie gleich einen ganzen Schwung Eier los:

Schneiden Sie die Eier (für 4 Personen etwa 8 Eier) in Scheiben und geben Sie Schnittlauchröllchen und eine gehackte Zwiebel dazu. Machen Sie den Salat mit Salz, Pfeffer, Essig und Öl an und verfeinern Sie ihn mit knusprig gebratenen Speckwürfeln.

 

Werfen Sie sich in Schale!

Ostereier verwerten – Eierschalen als Pflanzendünger oder Gesichtsmaske

So, die Eier sind verbraucht. Aber auch die Schalen sind zu schade zum Wegschmeißen, denn Eierschalen enthalten viele gesunde Mineralstoffe und sind deshalb bei Hobbygärtnern ein beliebter Pflanzen- und Blumendünger.

Und nicht nur den Blumen tun die Eierschalen gut: Daraus lässt sich auch eine tolle Gesichtsmaske machen, für eine gesunde und straffe Haut.

Zerstoßen Sie ein bis zwei Eierschalen zu Pulver und verrühren Sie es mit 1 bis 2 Eiweiß. Die Masse tragen Sie auf das Gesicht auf und lassen sie so lange einwirken, bis sie vollständig angetrocknet ist. Danach mit warmem Wasser abwaschen. Und strahlen!

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EIN KRÄFTIGENDER TRUNK

Rotwein mit Ei ist ein altes Hausmittel, das kräftigen und stärken soll.

Vor allem Frauen gab man es früher, um nach einer Geburt oder einer Krankheit wieder auf die Beine zu kommen.

Für die Mixtur wird ein rohes Ei gut mit Rotwein verquirlt. Nach Belieben kann der Trunk mit etwas Traubenzucker oder Honig gesüßt werden.

Gründonnerstagssuppe

Kräutlsuppe aus Frühlingskräutern

9 Kräuter vereint in einer Suppe

Gründonnerstags-Suppe aus 9 Frühlingskräutern

Im Alpenland gibt es am Gründonnerstag eine Kräutlsuppe – gekocht aus den ersten neun Frühlingskräutern des Jahres.

Gericht Suppe
Portionen 4 Personen
Kalorien 280 kcal

Zutaten

  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Butter
  • 2-3 Kartoffeln
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • Je eine Hand voll Brennessel, Giersch, Schafgarbe, Löwenzahn, Bärlauch, Gundelrebe, Spitzwegerich, Sauerampfer, Rauke
  • 100 ml Sahne
  • Salz und Pfeffer
  • Zitronensaft und Muskat

Zubereitung

  1. Schneiden Sie die Zwiebel klein und erhitzen Sie sie mit der Butter in einem Suppentopf.
  2. Anschließend auch die Kartoffeln kleinschneiden, zu den Zwiebeln geben und ein wenig schmoren lassen. Löschen Sie das Gemüse mit der Gemüsebrühe ab und lassen Sie sie 10 Minuten sanft köcheln.
  3. In der Zwischenzeit können Sie die Kräuter waschen, trocken tupfen und fein hacken. Geben Sie sie in den Topf und lassen Sie die Suppe 5 Minuten ziehen, aber nicht kochen. So bleiben die Vitamine erhalten.
  4. Geben Sie nun die Sahne dazu und pürieren Sie die Suppe nach Belieben. Zum Schluss noch mit Salz und Pfeffer würzen und mit Muskat und Zitronensaft abschmecken.
  5. Sie können die Gründonnerstagssuppe mit kleinen Gänseblümchen dekorieren. Das sieht besonders hübsch aus und die Gänseblümchen kann man auch mitessen. Wenn Sie's knusprig mögen, passen angedünstete Brotwürfel sehr gut zu der Suppe.

Tipp

Bei der Auswahl der Kräuter können Sie auch variieren und die Kräuter verwenden, die bei Ihnen im Garten wachsen. Je nachdem, was die Natur gerade zu bieten hat.

DIE TAGE VON GRÜNDONNERSTAG BIS OSTERN

Am Gründonnerstag wird in der Kirche das letzte Abendmahl gefeiert, bei dem Jesus zu seinem Gedächtnis Brot und Wein gesegnet hat.

Am Karfreitag wurde Jesus laut biblischer Überlieferung verurteilt und gekreuzigt. Für die Christen ist das ein Tag der Trauer und des Gebets. Im Alpenland gibt es zum Karfreitag viele alte Osterbräuche, die immer noch gelebt werden.

Der Karsamstag gilt als der stillste Tag im Kirchenjahr. Mit Gebet und Fasten wird der Grabesruhe Jesu Christi gedacht und die Auferstehung erwartet.

Am Ostersonntag feiern wir die Auferstehung Jesu von den Toten.  Früh am Morgen wird in der Osternacht die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen.

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So feiert das Alpenland Ostern

Osterbräuche

Die 10 Bräuche und Traditionen gehören im Alpenland zu Ostern einfach dazu

Osterbräuche im Alpenland – Speisenweihe
Die Karwoche, die aufs Osterfest hinführt, ist die wichtigste Zeit im Kirchenjahr. Zu diesen hohen Festtagen entstanden im Alpenland zahlreiche Traditionen und Bräuche, die auch heute noch gelebt werden. Wir zeigen Ihnen 10 Osterbräuche, die zu Ostern einfach dazugehören.

 

Gründonnerstagssuppe

Osterbräuche im Alpenland – Gründonnerstagssuppe

Mit der Feier des letzten Abendmahls und der Fußwaschung, am Tag vor seinem Tod, begann die Passion Christi. Darum ist auch der Gründonnerstag, genauso wie der Karfreitag, ein strenger Fasttag. Traditionell kommt an diesem Tag Grünes auf den Tisch.

Die grüne Farbe der Suppe hat aber nichts mit dem Namen Gründonnerstag zu tun, sondern ist ein Symbol für die Hoffnung auf die bevorstehende Auferstehung.

Ein beliebtes Gründonnerstagsessen im Alpenland ist die Kräutlsuppe – eine grüne Suppe aus den ersten Frühlingskräutern. Nach alter Überlieferung soll diese Gründonnerstagssuppe mit dreimal drei Kräutern zubereitet werden. Die Drei ist im Christentum eine sehr bedeutsame und heilige Zahl und häufig ein Hinweis auf die Dreifaltigkeit.

Karfreitagsratschen

Osterbräuche im Alpenland – Karfreitagsratschen

Wenn am Gründonnerstag nach dem Gloria die Kirchenglocken verstummen, kommen vielerorts die Karfreitagsratschen zum Einsatz: Schon früh am Morgen ziehen die Ministranten mit den lauten Holzinstrumenten durch die Straßen. Mit lautem Geratter werden die Gläubigen an die täglichen Gebetszeiten und den Karfreitagsgottesdienst am Nachmittag erinnert. Schließlich sollen die lauten Ratschen die Kirchenglocken ersetzen, die der Legende nach bis Ostern nach Rom fliegen, um dort zu trauern.

In Österreich ist das Ratschen nationales immaterielles Kulturerbe. Dort sagen die Jugendlichen auch Sprüche auf, mit denen sie auf das Geschehen der Kartage aufmerksam machen:

„Wir ratschen, wir ratschen den englischen Gruß,
dass jeder Christ weiß, wann er beten muss.
Kniet’s nieder, kniet’s nieder auf eure Knie,
bet’s drei Vater Unser und ein Ave Marie!“

♥  Unser Grüß Gott-Tipp
In St. Kathrein am Offenegg lebt der Ratschenbauer Franz Ederer. Er gibt sein Wissen auch bei Ratschenbaukursen für Familien an die nächste Generation weiter.

Ölberg- und Leiden-Christi-Singen in Großarl

Osterbräuche im Alpenland – Ölberg- und Leiden-Christi-Singen in Großarl

„Merkt auf, ihr Herrn, und lasst euch sag’n: Hat 8 Uhr gschlag’n“ – so klingt es jedes Jahr am Gründonnerstag und Karfreitag durch Großarl im Salzburger Land.

Beim Ölberg- und Leiden-Christi-Singen halten Sänger zusammen mit ihren Zuhörern Nachtwache und singen zu jeder vollen Stunde, von 8 Uhr abends bis 4 Uhr früh, alte passionale Weisen an sechs Stationen im Ort.

Am Gründonnerstag singen die Bauern vom Leiden Christi am Ölberg. Am Karfreitag singen die „Dorfer“, also die Bürger Großarls, über die Ereignisse nach dem Kreuzestod Jesu. Etwa 30 Sänger sind in den beiden Nächten unterwegs. Eine Tradition, die oft vom Vater zum Sohn weitergegeben wird.

Hören Sie doch mal rein:

Das Ölbergsingen beginnt um 20 Uhr, das Leiden-Christi-Singen am nächsten Tag zur gleichen Uhrzeit.

Treffpunkt:
Pfarrhof Großarl
Kirchgasse 7
A-5611 Großarl

Osterfeuer

Osterbräuche im Alpenland – Osterfeuer

Das Osterfeuer in der Osternacht ist das Symbol für die Auferstehung des Herrn und den Sieg des Lebens über den Tod. Die kirchliche Feier der Osternacht beginnt mit der Weihe des Osterfeuers. Anschließend wird die Osterkerze damit entzündet und mit dem dreifachen Ruf „Lumen Christi“ (Christus, das Licht) in die dunkle Kirche getragen. Nach und nach entzünden die Gläubigen an der Osterkerze ihre mitgebrachten Kerzen, mit denen sie das Osterlicht in ihr Haus heimtragen.

In einigen Regionen im Alpenland wird das Osterfeuer bereits am Nachmittag geweiht und das Licht beim Osterfeuertragen (Benediktbeuern), Weihfeuertragen (Steiermark) oder Fuirspringe (Pfronten im Allgäu) in die Häuser gebracht.

Schon lange vorher sammeln die Burschen dafür Baumschwämme, stecken sie auf einen Draht und lassen sie trocknen. Am Karsamstag werden dann die Schwämme entzündet und von den Burschen von Haus zu Haus getragen. In jedem Haus wird ein Stück des glimmenden Schwammes abgeschlagen und in den Herd gelegt. Dieser alte Brauch soll Unglück von Haus und Hof fernhalten. Früher, als dieser Brauch entstanden ist, hat man das Herdfeuer am Karfreitag das einzige Mal im Jahr gelöscht und es am Karsamstag oder in der Osternacht mit dem Licht des Osterfeuers wieder entfacht.

♥  Unser Grüß Gott-Tipp
Sehr eindrucksvoll und sehenswert sind die riesigen Osterfeuer im Lungau im Salzburger Land. Die besonderen Osterfeuer werden von der Dorfjugend eigens in Blockbauweise gezimmert und sehen häufig schon vor dem Entzünden wie Kunstwerke aus.

Weitere Informationen gibt’s bei der Lungauer Volkskultur.

Ostergräber

Osterbräuche im Alpenland – Ostergräber

Ostergräber gab es früher im Alpenland in fast jeder Kirche. Sie waren eine Art Bibel für all diejenigen, die nicht lesen oder die lateinische Messe nicht verstehen konnten. Mithilfe mehrerer Kulissen wurde das Geschehen um Jesu Sterben bildlich im Altarraum dargestellt.

Nachdem die Ostergräber im Barock ihre Hochzeit erlebten, galten sie irgendwann als nicht mehr zeitgemäß und verschwanden auf den Dachböden der Pfarreien.

In einigen Kirchen in Bayern und Tirol hat man aber die alte Tradition wiederbelebt. Zur Karwoche werden dort die aufwändigen Ostergräber aufgebaut und bieten den Gläubigen einen Ort zum Staunen und Innehalten: Mechanische Apparaturen ermöglichen einen Szenenwechsel vor den Augen der versammelten Gemeinde. Jesu Weg vom Kreuz über die Grabhöhle bis zur Auferstehung kann während der Liturgie wie auf einer Bühne mitverfolgt werden. Die kunstvollen bunten Glaskugeln, die das Grab von Karfreitag bis Karsamstag in farbiges Licht tauchen, schaffen dazu eine ganz besonders eindrucksvolle Stimmung und sind Sinnbild für das Geheimnis von Tod und Auferstehung.

♥  Unser Grüß Gott-Tipp
Das Heilige Grab in der Klosterkirche Höglwörth im Berchtesgadener Land ist eines der prächtigsten und größten Ostergräber im Alpenland. Weil der Aufbau aber so aufwändig ist, wird es nur alle drei Jahre aufgestellt. Heuer ist es wieder soweit! Am Karfreitag und Karsamstag können Sie das Heilige Grab im Kloster Höglwörth bestaunen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Tourist-Info Anger:
Dorfplatz 4
D-83454 Anger
Tel.: +49 (0)8656 9889 22

Kreuzziachn in Tresdorf in Kärnten

Osterbräuche im Alpenland – Kreuzziachn in Tresdorf

In Tresdorf in Kärnten gibt es seit vielen Jahrhunderten den Brauch des Kreuzziachns: Jedes Jahr wird hier am Gründonnerstag und Karfreitag die Leidensgeschichte Jesu nachgespielt – stumm.

Die ganze Dorfgemeinde kommt an diesen beiden Tagen zusammen und nimmt an den Passionsspielen teil. Während des gesamten Verlaufs wird bis auf wenige Worte nicht gesprochen. Die Darsteller tragen selbst angefertigte Masken und „erzählen“ die Handlung nur mit ihrer Gestik. Gerade diese Einfachheit des Kreuzziachns rührt jedes Jahr wieder viele Zuschauer. Die Rollen für die Passion sind fest verteilt und werden oft in der Familie weitergegeben.

Der Legende nach gehen die Passionsspiele auf ein Gelübde zurück, wonach die Spiele Tresdorf vor Krankheiten und Hochwasser bewahrt haben sollen.

♥  Unser Grüß Gott-Tipp
Das Tresdorfer Kreuzziachn findet am Gründonnerstag und Karfreitag ab etwa 17 Uhr statt. Treffpunkt ist die Krassnigmühle. Von dort geht es weiter zum Ulrichskirchl, dem höchsten Punkt des Dorfes, der den Ölberg repräsentiert.

Eierpecken

Osterbräuche im Alpenland – Eierpecken

In Oberbayern nennt man es Oabecka, in der Oberpfalz Oiastoußn, im Salzburger Lungau heißt es Oalala tutschen, die Südtiroler sagen Eierguffen und die Schweizer Eiertütschen. Viele Namen für einen lustigen Osterbrauch: Eierpecken.

Dabei werden zwei hartgekochte Ostereier an den Enden gegeneinandergestoßen: Spitze gegen Spitze, dann die runden Seiten. Sieger ist, wessen Ei am Ende noch unversehrt ist.

Und wenn ein Teilnehmer mit seinem Ei ständig gewinnt, wird er vielleicht verdächtigt, mit einem Gips-Ei angetreten zu sein – das wurde früher gern gemacht, um ein bisschen zu schummeln …

♥  Unser Grüß Gott-Tipp
Am Ostersonntag findet in Niederdorf im Südtiroler Hochpustertal nach der heiligen Messe das traditionelle Preisguffen statt. Hier wird das härteste Osterei des Jahres gekürt. Um 10 Uhr geht’s am Von-Kurz-Platz los. Und damit keiner ein Gips-Ei mitbringt, kocht, färbt und markiert die Bauernjugend aus Niederdorf die Eier fürs Guffen.

Speisenweihe

Osterbräuche im Alpenland – Speisenweihe

Liebevoll hergerichtete Weihekörbchen liegen in der Osternacht oder am Ostermorgen in vielen Kirchen an den Seitenaltären. Gefüllt sind sie mit allerlei Speisen, die nach der langen Fastenzeit an Ostern endlich wieder gegessen werden dürfen.

In der Kirche ist es seit jeher Tradition, dass diese Speisen während der Ostermesse geweiht werden. Nach dem Gottesdienst kommen die geweihten Speisen dann bei einem gemütlichen Osterfrühstück mit der Familie auf den Tisch.

Die verschiedenen Speisen, die traditionell ins Weihekörbchen kommen, sind zugleich Symbole für die Auferstehung, die Erlösung und das Leben:

Eier: Symbol des Neubeginns, des Lebens und der Liebe

Lamm: Sinnbild für Reinheit, Erlösung und Auferstehung

Salz: Zeichen dafür, dass Auferstehung ein unzerstörbares, göttliches Leben gewährt

Brot: Zeichen der Stärke

Speck: Symbol für das Ende der Fastenzeit

Meerrettich: Sinnbild für die Bitterkeit des Lebens und die Überwindung des Leidens

Heutzutage findet man aber auch immer wieder das ein oder andere Schokoladenei im Weihekörbchen.

Osterbrunnen

Osterbräuche im Alpenland – Osterbrunnen

Ein bunter Brauch aus Franken ist das Osterbrunnenschmücken. Besonders in der Fränkischen Schweiz in Oberfranken wird diese Tradition mit Hingabe gepflegt. Hintergrund ist die Bedeutung des Wassers als lebensnotwendiges Element, vor allem in der früher eher wasserarmen Gegend der Fränkischen Alb.

Jedes Jahr zur Osterzeit werden die Dorfbrunnen und Quellen in Oberfranken für das bevorstehende Osterfest von den Einheimischen reich geschmückt und farbenprächtig dekoriert – mit oft mehreren Tausend buntbemalten Eiern, Blumen, Kränzen und Girlanden.

♥  Unser Grüß Gott-Tipp
Der Brunnen in Bieberbach bei Egloffstein wird mit mehr als 10.000 Eiern verziert und ist damit einer der größten Osterbrunnen der Welt. Von Palmsonntag bis etwa zwei Wochen nach Ostern können Sie den Osterbrunnen in Bieberbach bestaunen.

Anfahrt:
Bieberbach liegt zwischen Gößweinstein und Egloffstein in der Fränkischen Schweiz. Der Osterbrunnen ist mitten im Dorf beim Feuerwehrhaus und kaum zu übersehen. Parkplätze sind vorhanden.

Oarscheim

Osterbräuche im Alpenland – Oarscheim

Bunte Eier, zwei Rechen und ein paar Cent: Oarscheim ist in Bayern und Österreich in vielen Familien und Vereinen ein beliebtes Osterspiel geworden.

Zwei große Rechen werden so aneinandergelegt, dass die Stiele zusammen eine kleine Rinne ergeben. Am besten baut man das Ganze an einem kleinen Hang im Garten auf, sodass die Eier später gut nach unten rollen können.

Nun legt man auf die entstandene Bahn sein Ei und lässt es runterkullern. Wenn das Ei dann im Gras liegengeblieben ist, legt man ein Centstück darauf. Der nächste Spieler, der jetzt sein Ei runterrollen lässt, muss versuchen, mit seinem Ei das Geldstück vom anderen Ei runterzustoßen. Wenn es ihm glückt, gehört ihm das Geld.

Hier gibt’s nochmal eine kurze Anleitung:

Unser Grüß Gott-Tipp
Am Ostermontag findet auf dem Wendelstein zwischen 11 und 14 Uhr das traditionelle Oarscheim statt. Vom Märchenpark-Eintritt bis hin zum Klettergarten-Gutschein gibt es einiges zu gewinnen. Kinder fahren an diesem Tag übrigens gratis mit der Zahnradbahn oder der Seilbahn auf den Gipfel.

Palmbuschen binden
Palmbuschen werden überall im Alpenland anders gebunden. Berg­bauer Klement Knapp erzählt, wie es in seiner obersteirischen Heimat gemacht wird.
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WIE KOMMT DER HASE ZU OSTERN?

Bei den frühen Christen war der Hase ein Symbol für Jesus Christus. Da Hasen keine Augenlider haben und deshalb mit offenen Augen schlafen, wurden sie mit Jesus verglichen, der durch den Tod auch nicht entschlafen ist.

Der Hase wird auch mit dem Erwachen der Natur in Verbindung gebracht. Weil Hasen sich so schnell vermehren, gelten sie seit jeher als Symbol für Fruchtbarkeit und Leben.

Erst seit etwa hundert Jahren bringt uns der Osterhase die Eier. Vorher waren andere Tiere fürs Eierlegen an Ostern zuständig:

In Tirol legte die Osterhenne die Eier, in Bayern kam der Fuchs oder der Osterhahn und in der Schweiz wurden die Eier vom Kuckuck versteckt.

Die Legende vom Osterhasen entstand wohl, weil Hasen im Frühjahr und zur Osterzeit auf Nahrungssuche in die Dörfer und Gärten gekommen sind.

Kreuzweg
Am Karfreitag erinnern sich die Gläubigen an den letzten Weg Jesu. Die 14 Stationen des Kreuzweges sieht man heute in jeder Kirche – das war nicht immer so.
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Frühlingserwachen für den Körper

Duschgel selber machen

Frühlingserwachen für den Körper

Duschgel selber machen – Fertiges selbstgemachtes Duschgel
Erfrischende Minze und spritzige Zitrone werden Sie ab jetzt jeden Morgen in der Dusche begrüßen. Wir zeigen Ihnen nämlich, wie Sie in 5 Schritten ein belebendes Duschgel selber machen können – mit Minz- und Zitronenduft. Die perfekte Kombination, um morgens richtig wach zu werden und gut in den Tag zu starten.

 

Das brauchen Sie für Ihr Duschgel:

Duschgel selber machen – Das sind die Zutaten

50 g Kernseife
200 ml Wasser
20 ml Olivenöl
1 Zitrone
frische Minze aus dem Garten oder Pfefferminz-Tee im Beutel
je nach Vorliebe 5 bis 10 Tropfen ätherisches Minzöl

 

Und so geht’s:

Duschgel selber machen – Seife klein reiben

1. Seife klein reiben

Wir fangen mit der Kernseife an: Sie wird mit einer Raspel klein gerieben oder mit einem Messer zerkleinert.
Achten Sie darauf, dass die Raspeln oder Späne möglichst fein sind.

 

Duschgel selber machen – Minz-Tee kochen

2. Minz-Tee kochen

Waschen Sie die Minze und zupfen Sie die Blätter von den Stängeln. Kochen Sie 200 ml Wasser auf und geben Sie die Minzblätter dazu. Zusätzlich können Sie noch einen Beutel Pfefferminz-Tee in den Topf hängen. Lassen Sie den Tee etwa 20 Minuten ziehen und gießen Sie dann den Tee durch ein Sieb ab, sodass die Blätter hängenbleiben.
Wenn Sie keine frische Minze haben, geht auch nur Pfefferminz-Tee aus dem Beutel.

Duschgel selber machen – Zitrone auspressen und Schale abreiben

3. Zitrone auspressen und Schale abreiben

Jetzt halbieren Sie die Zitrone und pressen beide Hälften aus. Reiben Sie dann mit einer Raspel die Schale einer Zitronenhälfte ab.

 

Duschgel selber machen – Zutaten mischen

4. Zutaten mischen

Geben Sie nun die geriebene Seife zum noch warmen Minz-Tee und schlagen Sie mit einem Schneebesen die Masse cremig, bis sich die Seife aufgelöst hat. Nach und nach die abgeriebene Zitronenschale, den Zitronensaft und das Olivenöl einrühren.
Wenn der Minzduft noch nicht intensiv genug ist, können Sie etwa 5 bis 10 Tropfen ätherisches Minzöl dazumischen.

Duschgel selber machen – Duschgel abfüllen

5. Duschgel abfüllen

Lassen Sie das Duschgel abkühlen. Wenn die Konsistenz dann zu fest ist, mit etwas Minz-Tee verdünnen. Wenn das Duschgel zu flüssig ist, noch etwas Seife dazureiben.
Das fertige Duschgel können Sie in einen leeren Seifenspender oder in eine Glasflasche abfüllen. Wenn Sie das Duschgel im Kühlschrank auf­bewahren, hält es etwa zwei Wochen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß!

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Pechsalbe kochen
Theresia Harrer vom TEH Verein in Unken zeigt uns, wie es damals schon die alten Pinzgauer machten.
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EINE DUFTENDE MISCHUNG

Duschgel selber machen – Wie wär's mit Kamille?

Für Ihr selbstgemachtes Duschgel können Sie noch viele andere Blüten, Kräuter und ätherische Öle ausprobieren:

  • Kamillen-, Rosen- oder Lavendelblüten
  • Rosmarin oder Zitronenmelisse
  • ätherisches Orangen- oder Zitronenöl
  • Mandel-, Jojoba- oder Sesamöl
  • Meersalz – das ergibt einen prima Peeling-Effekt

So schmeckt Fisch auch Kindern

Fischwürscht

Fischwürscht – die Fischstäbchen von anno dazumal

Fischwürste Rezept – Fertige Fischwürste angerichtet auf einer Platte
Fisch war schon immer die klassische Fastenspeise. Weil aber auch früher viele Kinder nicht so gerne Fisch aßen, und die Gräten für sie gefährlich waren, erfanden ihre Mütter die Fischwürste. Zwar kamen dann irgendwann die Fischstäbchen auf – aber das alte Fischwürste-Rezept gibt es noch. Wir zeigen Ihnen in 4 Schritten, wie’s geht.

 

Das brauchen Sie für Ihre Fischwürste:

Fischwürste – Das sind die Zutaten

600 g frisches (oder aufgetautes) Fischfilet
1 alte Semmel
1 Ei
1 Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
Majoran
abgeriebene Zitronenschale
Salz

 

Und so geht’s:

Fischwürste – Semmel in Wasser einweichen

1. Semmel einweichen

Wir fangen mit der alten Semmel an: Sie wird in Wasser eingeweicht und dann gut ausgedrückt.

 

Fischwürste – Fisch, Semmel und Zwiebel durch den Fleischwolf

2. Zutaten durch den Fleischwolf drehen

Nun drehen Sie abwechselnd die Stücke vom Fischfilet, die ausgedrückte Semmel, die groben Zwiebelstücke und die Petersilie durch den Fleischwolf.

Fischwürste – Teig kneten

3. Masse zu einem Teig kneten

Geben Sie das Ei, etwas Majoran und die abgeriebene Zitronenschale zu der durchgedrehten Masse. Salzen Sie alles und verkneten Sie die Masse zu einem kompakten Teig.

 

Fischwürste – Fischwürste formen und braten

 

4. Fischwürste formen und braten

Jetzt formen Sie aus dem Teig Würste und braten sie in einer Pfanne in heißem Fett langsam auf mittlerer Stufe goldbraun. Dabei immer wieder wenden.
Zu den fertigen Fischwürsten schmecken Kartoffeln in allen Variationen – von Salzkartoffeln über Röstkartoffeln bis zum Kartoffelsalat.

 

EIN ORIGINALREZEPT VON OMA ROSI

Rosi Bader hat die Fischwürscht früher oft gemacht

Wir haben dieses Rezept von Rosi Bader bekommen – und die 89-Jährige hat’s für Sie auch Schritt für Schritt zubereitet.

Früher hätte sie dafür natürlich kein gekauftes Fischfilet hergenommen: Alles, was der Bua vom Angeln heimgebracht hat, wurde mühsam von Hand entgrätet und verwurstet. 

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Bei den Niederbayern gab’s ehrliche Apfelmaultaschen – kein verstecktes Fleisch wie bei den Schwaben! So gelingen sie Ihnen in 5 Schritten.
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Natürlich schlafen mit Kräutern

Schlafstörungen

Mit diesen 5 Kräutern schlafen Sie natürlich besser

Baldrian hilft bei Schlafstörungen
Liegen Sie nachts wach? Dann sind Sie nicht allein: In Deutschland leidet jeder Dritte regelmäßig unter Schlafstörungen. Probieren Sie doch mal natürliche Schlafmittel aus dem Kräutergarten! Kräuterfee Doris hat uns 5 Kräuter gezeigt, die bei Schlafstörungen helfen können – für eine gute, erholsame Nacht.

 

Mit diesen 5 Kräutern schlafen Sie ruhig ein und gut durch

 

1. Lavendel

Schlafstörungen: Lavendel

Lavendel ist mit seinen lila Blüten nicht nur ein fröhlicher Hingucker im Garten, sondern auch eine beliebte Heilpflanze. Bereits sein intensiver Duft wirkt entspannend und schlaffördernd auf unseren Körper. Er ist ideal, um nach einem stressigen Tag zur Ruhe zu kommen. Zudem wirkt sich Lavendel positiv auf die Schlaftiefe aus, das heißt, man schläft tiefer und wacht nachts nicht so oft auf. Ein netter Nebeneffekt: Hausstaubmilben mögen Lavendel nicht.

Die getrockneten Lavendelblüten eignen sich ideal als Füllung für kleine Kissen, die Sie aufs Nachttischkästchen oder mit ins Bett legen können. Solche Lavendelsäckchen helfen übrigens auch zur Entspannung in Situationen, in denen man nervös ist, zum Beispiel bei Prüfungen. Als Einstimmung auf den Schlaf können Sie auch ein paar Tropfen Lavendelöl in eine Duftlampe geben. Eine Tasse Tee aus Lavendelblüten vor dem Schlafengehen hilft ebenfalls bei Schlafstörungen. Allerdings ist der Tee eher stark, und den Geschmack von Lavendel mag nicht jeder.

 

2. Baldrian

Schlafstörungen: Baldrian

Baldrian ist eine der bekanntesten Einschlafhilfen überhaupt. Er wirkt beruhigend und entspannend auf den Körper, ohne die Konzentration zu mindern. Baldrian stärkt die Nerven und hilft, die eigene innere Unruhe und das Gedankenkarussell zu stoppen, die meist der Grund für Schlafprobleme sind. Baldrian verkürzt zudem die Einschlafzeit und Sie können besser und erholsamer durchschlafen.

Der Wirkstoff des Baldrians sitzt in der Wurzel. Diese lassen sich im Herbst oder Frühjahr ausgraben und zu Baldriantropfen verarbeiten. Dazu müssen Sie die Wurzel für 6 Wochen in 80%-igen Alkohol einlegen, damit die Inhaltsstoffe gelöst werden können. Den fertigen Pflanzenauszug nehmen Sie dann in Form von einigen Tropfen und am besten mit Wasser verdünnt zum Abendessen ein.

 

3. Hopfen

Schlafstörungen: Hopfen

Seine Berühmtheit verdankt der Hopfen natürlich vor allem dem Bier. Dabei eignet sich Hopfen auch hervorragend als natürliches Schlafmittel. Denn die weiblichen Zapfen des Hopfens stecken voller ätherischer Öle und Bitterstoffe, die beruhigend auf unseren Körper wirken und gegen innere Unruhe und Überreizung helfen. Hopfen stößt den Schlaf an, sodass Sie besser ein- und durchschlafen können.

Aus den Hopfenblüten können Sie sich einen Hopfentee zubereiten und etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen trinken. Allerdings schmeckt dieser Tee oft etwas gewöhnungsbedürftig, er ist sehr stark im Geschmack und riecht intensiv. Wenn Sie das nicht mögen, können Sie auch einfach ein kleines Leinenkissen mit getrockneten Hopfenzapfen füllen und mit ins Bett legen. Durch die Körperwärme wird der Duft des Hopfens freigesetzt, der beim Einschlafen hilft.

Übrigens, wo wir grad vom Bier gesprochen haben: Alkohol fördert das Einschlafen zwar auch, stört aber den Schlaf insgesamt, sodass man nachts häufig aufwacht. Also lieber kein Bier als Betthupferl trinken!

ZECKEN IM ALPENLAND – Endlich wird’s wärmer, die Wandersaison kann beginnen! Wenn da nicht die Zecken wären: Die sind im Alpenland besonders gern unterwegs. 33 Fakten rund um die Zecke, die Sie kennen sollten.

 

4. Zitronenmelisse

Schlafstörungen: Zitronenmelisse

Bereits im Mittelalter war die Zitronenmelisse aufgrund ihrer Heilkraft ein fester Bestandteil in den Klostergärten, sie musste sogar per Verordnung angebaut werden. Zitronenmelisse beruhigt sanft und wirkt besonders mild auf den Körper. Sie wird auch als Nervenkraut bezeichnet, da sie bei Überreizung wie Stress oder innerer Unruhe hilft und nervöse Zustände lösen kann. Durch diese wunderbar ausgleichende Wirkung kann sie bei Schlafstörungen helfen.

Die frischen Blätter der Zitronenmelisse eignen sich hervorragend für die Zubereitung von Tee. Am besten trinken Sie abends, kurz vor dem Schlafengehen, eine Tasse davon. Das hilft, um zur Ruhe zu kommen. Aus den Blättern lassen sich auch Tropfen herstellen, die Sie ebenfalls abends einnehmen können. Ein Melissenbad ist ebenfalls sehr entspannend: Geben Sie dazu eine Handvoll getrocknete Melissenblätter in einen Teefilter und hängen Sie ihn in Ihr warmes Badewasser.

 

5. Kamille

Schlafstörungen: Kamille

Kamille wird gerne als Heilpflanze gegen vielerlei Beschwerden eingesetzt – von Halsweh bis Bauchschmerzen. Aber auch, wenn Sie schlecht schlafen, kann Ihnen Kamille helfen. Denn sie löst die innere Unruhe und beruhigt sanft, sodass das Einschlafen erleichtert wird. Aufgrund ihrer milden Wirkung eignet sich Kamille auch für Kinder und Kleinkinder, die nicht schlafen können. Zudem sind der Duft und der Geschmack von Kamille bei den Kleinen meist beliebter als der von Lavendel.

Mit den getrockneten Blüten der Kamille können Sie ein kleines Leinensäckchen befüllen. Das Säckchen legen Sie dann einfach mit ins Bett oder aufs Nachttischkästchen. Zusätzlich können Sie sich aus den getrockneten Blüten eine Tasse Tee aufgießen. Das hilft zur Beruhigung vor dem Schlafengehen. Am besten probieren Sie einfach aus, was Sie oder Ihr Kind am liebsten mögen.

 

So können Sie Ihr eigenes Kräuterkissen selber machen

 
Ein mit Kräutern gefülltes Kissen kann bei Schlafstörungen eine beruhigende und entspannende Wirkung auf den Körper haben. Kräuterfee Doris hat uns eine Anleitung für ein selbstgemachtes Kräuterkissen verraten:

200 g getrocknete Kräuter – zum Beispiel Lavendel, Hopfen, Melisse und Kamille

vielleicht etwas Dinkelspreu
eine Leinen-Kissenhülle, etwa 15 x 15 cm

 
Zuerst die gut getrockneten Kräuter von Blumenstielen befreien, damit es später nicht durchs Kissen pikst. Dann die Kräuter grob zerkleinern und mischen.

Jetzt wird die Kissenhülle mit der Kräutermischung befüllt und zugenäht. Wenn Sie nicht genügend Kräuter zur Verfügung haben, können Sie die Mischung auch mit etwas Dinkelspreu auffüllen.

Das fertige Kräuterkissen legen Sie am besten neben Ihr Kopfkissen oder aufs Nachttischkästchen. Wenn Sie das Kissen ab und zu schütteln und drücken, intensiviert sich der Geruch immer wieder neu, da die ätherischen Öle aus den getrockneten Kräutern austreten. So hält das Kräuterkissen bis zu zwei Jahre.

Je nach Vorliebe können Sie natürlich auch nur eines der Kräuter verwenden und Ihr Kissen ausschließlich damit befüllen.


Die Informationen in diesem Artikel dürfen nicht als Ersatz für eine professionelle Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Bitte wenden Sie sich zur Diagnosestellung und Beratung an Ihren Arzt.


RATGEBER Mit der Blütezeit im Frühling beginnt eine unangenehme Zeit für Allergiker. Doch in den Alpen gibt es einige Orte, die nahezu pollenfrei sind. Nehmen Sie eine Auszeit von Ihrem Heuschnupfen und genießen Sie den Frühling trotz Allergie.

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Macht Föhn Kopfweh und was hilft dagegen? Antworten von einem Mediziner, einer Kräuterfee und ORF-Wetterfrosch Marcus Wadsak.
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Theresia Harrer vom TEH Verein in Unken zeigt uns, wie es damals schon die alten Pinzgauer machten.
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KRÄUTERFEE DORIS

Schlafstörungen - Kräuterfee

Doris Weirather aus dem Tannheimer Tal beschäftigt sich schon lange mit Kräutern. Seit 2011 ist sie zertifizierte Wildkräuter­führerin. Ob Erkältung, Frühjahrsmüdigkeit oder Schlaf­störungen – Doris weiß genau: „Für alles ist ein Kraut gewachsen.“

MEHR VON UNSERER EXPERTIN

In der neuen Kräuterfibel von Kräuterfee Doris finden Sie noch weitere nützliche Informationen zu Wildkräutern: Eine ausführliche Beschreibung von 22 Heilpflanzen und deren Anwendung, eine Anleitung zur Herstellung eines Balsams sowie feine Rezepte für die Küche.

Mehr Informationen zur Kräuterfibel finden Sie auf ihrer Homepage.

8 Videos für Ihre Osterdeko

Osterbasteln

8 inspirierende Videos für Ihre Osterdeko

Osterbasteln – Osterstrauß mit bemalten Ostereiern
Suchen Sie noch nach hübschen Ideen für Ihre Osterdeko? Ob Osterbasteln mit Kindern, Ostereier bemalen, Schmuck für die Ostertafel oder Frühlingskränze binden: Bei diesen 8 Videos ist bestimmt das Richtige dabei. Lassen Sie sich inspirieren!

 

Osterbasteln mit Kindern


Aus Eierkartons, Papptellern und Wolle lustige Hasen, Schäfchen und Hühner basteln – ein Osterspaß für alle Kinder!

Wer schlüpft denn da aus dem Ei? Basteln Sie mit Ihren Kindern niedliche Küken aus Bierdeckeln.

 

Kunstvoll verzierte Eier dürfen beim Osterbasteln nicht fehlen


Warum denn Zwiebelschalen gleich wegwerfen? Färben Sie doch Ihre Ostereier damit und verzieren Sie sie mit Gräsern und Blüten.

Punkte, Striche oder Kreise – mit dieser Wachstechnik wirken Ihre Ostereier besonders edel.

 

Drei hübsche Ideen für den Ostertisch


Für die frisch gefärbten Ostereier gibt’s auch gleich die passenden Eierwärmer – perfekt für einen österlich geschmückten Frühstückstisch.

Ein echter Hingucker: So zaubern Sie aus Ihren Servietten süße Osterhasen.

 

Osterschmuck aus Naturmaterialien


So basteln Sie aus Weidenzweigen und Moos einen raffinierten Osterkranz für drinnen oder draußen.

Recherche: Simone Zwikirsch

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Palmbuschen binden
Palmbuschen werden überall im Alpenland anders gebunden. Berg­bauer Klement Knapp erzählt, wie es in seiner obersteirischen Heimat gemacht wird.
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Osterzopf-Rezept
Was wäre der Ostermorgen ohne einen Osterzopf? Wir zeigen Ihnen, wie Sie selbst in 7 Schritten einen Hefezopf mit Rosinen backen können.
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BUNT GESCHMÜCKT

Diese Zweige eignen sich für Ihren selbstgemachten Osterstrauß:

  • Birkenzweige
  • Weidenkätzchen
  • Äste der Korkenzieher-Hasel
  • Forsythienzweige

Übrigens: Weidenkätzchen stehen unter Naturschutz. Kaufen Sie die Zweige daher am besten in einer Gärtnerei.

10 alte Gemüsesorten für Ihren Garten

Alte Gemüsesorten

10 alte Gemüsesorten, die wieder in Ihren Garten zurückkehren sollten

Alte Gemüsesorten - Blauer Schwede
Blaue Kartoffeln, lila Karotten und gelbe Bete – das sind keine neuen verrückten Pflanzenzüchtungen, sondern sehr alte Gemüsesorten. Zugunsten ertragreicherer Hybridpflanzen sind sie lange Zeit aus unseren Gärten verschwunden. Doch es gibt sie immer noch und sie werden immer gefragter. Diese 10 alten Gemüsesorten können Sie in Ihrem Garten selbst anbauen.

 


 

Gelbe Bete

alte gemuesesorten-gelbe bete

Gelbe Bete ist eine uralte Kulturpflanze, die von den Römern nach Mitteleuropa gebracht und seit dem 16. Jahrhundert in unserer Region angebaut wird. Von der Roten Bete, die im 19. Jahrhundert aus der Gelben Bete gezüchtet wurde, unterscheidet sie sich durch einen milderen und süßeren Geschmack.

Wann pflanze ich Gelbe Bete an?

Die Aussaatzeit ist Mitte April bis Mitte Juni. Wenn Sie die Bete über Winter lagern wollen, empfiehlt sich die Aussaat ab Anfang Juni.

Wo wächst Gelbe Bete am besten?

Gelbe Bete mögen einen sonnigen Standort. Der Boden sollte humus- und nährstoffreich und tiefgründig sein.

Wie pflanze ich Gelbe Bete an?

Aus jedem Saatkorn gehen mehrere Sämlinge auf. Deshalb sollten die Jungpflanzen nach dem Keimen (nach circa 12 bis 20 Tagen) auf einen Abstand von 15 bis 20 cm vereinzelt werden.

Wann kann ich Gelbe Bete ernten?

Erntezeit ist je nach Aussaattermin von Juli bis November. Lassen Sie die Früchte nicht zu groß werden. Sonst platzen oder faulen sie.

Grüß Gott-Gartentipp:
Zusammen mit Möhren, Zwiebeln, Koriander und Dill kann Gelbe Bete in einer Mischkultur angebaut werden.

Mairüben

alte gemuesesorten-mairueben

Die Mairübe ist die kleinste und zarteste unter den Speiserüben. Als Kulturpflanze gibt es sie schon seit der Antike. Lange Zeit wurde diese alte Gemüsesorte als Grundnahrungsmittel von der Kartoffel verdrängt – zu Unrecht. Denn geschmacklich ist sie ein wahrer Alleskönner – aus den Blättern lässt sich ein leckerer Salat oder Eintopf zaubern, die Wurzel können Sie wie andere Rüben kochen oder dünsten.

Wann pflanze ich Mairüben an?

Die Aussaat der Mairübe kann von März bis August erfolgen, sodass pünktlich im Mai die ersten Mairüben geerntet werden können.

Wo wachsen Mairüben am besten?

Mairüben benötigen einen lehmigen, humusreichen und sandigen Boden.

Wie pflanze ich Mairüben an?

Säen Sie die Samen in Reihen aus, deren Abstand etwa 20 cm beträgt. Später sollten Sie die Pflanzen im Abstand von 25 cm vereinzeln.

Wann kann ich Mairüben ernten?

Drei Monate nach dem Aussäen ist die Mairübe erntereif. Je früher Sie ernten, desto zarter und süßlicher schmeckt die Mairübe.

Grüß Gott-Gartentipp:
Wenn Sie die Mairüben zu dicht säen, wachsen zwar keine Rüben, dafür aber das sogenannte Stielmus oder Rübstiel. Kleingehackt und gedünstet schmecken die Stängel der Mairübe richtig lecker.

Urmöhre (Purple Dragon)

alte gemuesesorten-urmoehre

Schon seit der Antike werden Karotten angebaut. Damals waren Möhren aber nicht orange, sondern violett. Im 16. Jahrhundert kam die violette Urmöhre von Asien und Europa. 200 Jahre später kamen die Holländer auf die Idee, die violette Möhre mit der gelben Futtermöhre zu kreuzen – heraus kam die Karotte, wie wir sie heute kennen. Die violette Urmöhre ist aber nicht nur gesünder als ihre gelbe Verwandte, sondern schmeckt auch saftiger und süßer.

Wann pflanze ich Urmöhren an?

Der Aussaatzeitraum der Urmöhre geht von Ende März bis Mai.

Wo wachsen Urmöhren am besten?

Urmöhren mögen einen sonnigen oder halbschattigen Standort und einen lockeren, nicht frisch gedüngten Boden.

Wie pflanze ich Urmöhren an?

Verteilen Sie die Samen dünn in 2 cm Saattiefe und bedecken Sie sie mit Erde. Zwischen den Saatreihen sollte ein Abstand von circa 30 cm liegen.

Wann kann ich Urmöhren ernten?

Geerntet werden kann die Urmöhre 4 Monate nach Aussaat von Juli bis November.

Grüß Gott-Gartentipp:
Urmöhren werden bis zu 25 cm lang und entsprechend dicker als Karotten. Achten Sie darauf, dass eine Urmöhre für weitaus mehr Gerichte und Personen reicht als eine Karotte.

Pastinaken

alte gemuesesorten-pastinaken

Auch die Pastinake verlor mit der Entdeckung der Kartoffel hierzulande ihre Bedeutung und Bekanntheit und zählt nun zu den alten Gemüsesorten. Dabei war das Wurzelgemüse noch bis ins 18. Jahrhundert ein beliebtes und wichtiges Grundnahrungsmittel. Pastinaken enthalten viele Kohlenhydrate und schmecken leicht süßlich, würzig und angenehm nussig.

Wann pflanze ich Pastinaken an?

Mit der Aussaat können Sie bereits im März oder April beginnen. Je früher Sie aussäen, desto längere Wurzeln bildet das Gemüse später aus.

Wo wachsen Pastinaken am besten?

Pastinaken fühlen sich an einem sonnigen bis halbschattigen Standort in humusreichem, sandigem Boden sehr wohl.

Wie pflanze ich Pastinaken an?

Lockern Sie vor dem Säen den Boden und säen Sie die Pastinaken in Reihen mit circa 50 cm Abstand aus.

Wann kann ich Pastinaken ernten?

Pastinaken können Sie vom Spätsommer bis ins Frühjahr ernten. Am besten, Sie beginnen mit der Ernte nach dem ersten Frost, dann ist das Gemüse am aromatischsten. In der kalten Jahreszeit wächst das Gemüse zwar nicht weiter, wird aber in der Erde frisch gehalten.

Grüß Gott-Gartentipp:
Pastinaken vertragen keine frische organische Düngung. Bauen Sie sie in Mischkulturen mit Zwiebeln oder Schalotten an.

 Blauer Schwede

alte gemuesesorten-blauer schwede

Weil helles gelbes Fruchtfleisch für Verbraucher lange Zeit das wichtigste optische Qualitätsmerkmal einer Kartoffel war, wurde der Anbau farbiger Kartoffeln vernachlässigt. In Skandinavien wurde der Blaue Schwede als Gemüsekartoffel wiederentdeckt. Nun kehrt er auch langsam wieder in die deutsche Küche zurück. Die festkochende Kartoffelsorte schmeckt leicht nussig und erinnert an den Geschmack von Edelkastanien.

Wann pflanze ich den Blauen Schweden an?

Mitte April ist der beste Zeitpunkt, um den Blauen Schweden zu setzen. Der Boden hat dann eine ideale Mindesttemperatur von 8 Grad.

Wo wächst der Blaue Schwede am besten?

Der Blaue Schwede braucht viel Licht an einem sonnigen Standort. Das Beet sollte vor dem Setzen tief umgegraben werden.

Wie pflanze ich den Blauen Schweden an?

Heben Sie mit dem Spaten circa 15 cm tiefe Löcher aus und setzen Sie die Kartoffeln mit einem Pflanzenabstand von etwa 40 cm in die Erde. Bedecken Sie die Reihe anschließend wieder mit Erde. Sie können den Blauen Schweden in mehreren Reihen setzen. Halten Sie dabei einen Reihenabstand von 60 cm. Pro Kartoffel erhält man bis zu 60 Knollen Ernteertrag.

Wann kann ich den Blauen Schweden ernten?

Geerntet werden kann der Blaue Schwede ab Hochsommer bis in den Herbst hinein. Wenn die Blätter oberhalb der Erde braun werden, sind die Früchte reif und Sie können die Kartoffeln aus dem Boden ziehen.

Grüß Gott-Gartentipp:
Damit bei der Ernte kein Ertrag verloren geht, lohnt es sich, den Boden noch ein wenig umzugraben. So finden Sie garantiert alle Kartoffeln.

Schädlinge natürlich bekämpfen

Schädlinge im Garten – ein Graus für jeden Gärtner. Im Frühling vermehren sie sich rasant. Aber mit unseren Gartentipps und Hausmitteln bekommen Sie die ungebetenen Gäste gut in den Griff.

Ochsenherztomaten

alte gemuesesorten-ochsenherztomaten

Diese alte Tomatensorte gleicht tatsächlich dem Herzen eines Ochsen – in Form, Volumen und Gewicht. Sie kann bis zu 600 Gramm schwer werden und hat einen aromatisch süßen und saftigen Geschmack. Schon vor mehr als 100 Jahren baute man Ochsenherztomaten an. In alten Beständen wurde die Sorte mit traditionellen Methoden erhalten.

Wann pflanze ich Ochsenherztomaten an?

Bereits ab Mitte Februar können die Samenkerne in einer mit feuchter Erde gefüllten Plastikschale angezogen werden. Anfang April nach der Frostzeit können die Sprösslinge ins Freie übergesiedelt werden.

Wo wachsen Ochsenherztomaten am besten?

Ochsenherztomaten mögen einen sonnigen Standort. Die Erde sollte mindestens einmal im Monat gedüngt werden.

Wie pflanze ich Ochsenherztomaten an?

Ziehen Sie die Samenkerne in einer Plastikschale mit feuchter Erde und einer Folie bedeckt an. Sobald die ersten Sprösslinge kommen, können Sie die Folie entfernen.
Wenn Sie die Tomaten nach draußen übersiedeln, setzen Sie die Pflänzchen in einem Abstand von 30 bis 40 cm in die Erde. Binden Sie jede Tomate an einer zwei Meter langen Stange an. Setzen Sie in mehreren Reihen, sollten diese einen Abstand von mindestens einem Meter haben.

Wann kann ich Ochsenherztomaten ernten?

Wenn die Ochsenherztomate eine kräftige Farbe entwickelt hat, ist sie reif und kann geerntet werden. Haupterntezeit ist Ende Juli bis Anfang Oktober.

Grüß Gott-Gartentipp:
Wundern Sie sich nicht, wenn die Blätter der Ochsenherztomaten nach unten hängen. Das ist typisch für diese Sorte und kein Zeichen für Wassermangel oder Krankheit.

Mangold

alte gemuesesorten-mangold

Mangold ist ein wirklich altes Gemüse, das schon von den Babyloniern 800 vor Christus angebaut wurde. In Deutschland war der Mangold bis zum 17. Jahrhundert eines der beliebtesten Gemüse. Dann wurde er vom Spinat verdrängt. Aber nie ganz vergessen. Heute ist er vor allem in den Sommermonaten in Garten und Küche eine beliebte Alternative zu frischem Spinat.

Wann pflanze ich Mangold an?

Säen Sie Mangold erst, wenn kein Frost mehr zu fürchten ist. Die geeigneten Aussaatmonate sind von April bis Juni.

Wo wächst Mangold am besten?

Mangold fühlt sich an einem sonnenreichen Platz sehr wohl und braucht einen nährstoffreichen Boden.

Wie pflanze ich Mangold an?

Säen Sie den Mangold mit einem Abstand von circa 40 cm – auch zu anderen Gemüsesorten. So lässt sich Mehltaubefall verhindern. Um die Aussaat vor Frost zu schützen, sollte der Mangold mit einer Folie abgedeckt werden.

Wann kann ich Mangold ernten?

Ernten Sie Ihren Mangold ab Spätsommer bis in den Herbst hinein. Schneiden Sie die Stiele möglichst weit unten ab und zupfen Sie die Blätter von den Stielen. Wenn Sie welke Blätter regelmäßig vom Stock entfernen, ist ein langer Ernteertrag sicher.

Grüß Gott-Gartentipp:
Es gibt zwei Sorten Mangold: Schnittmangold und Stielmangold. Stielmangold wird bevorzugt angebaut, da nicht nur die Blätter, sondern auch die roten, gelben oder weißen Stiele gegessen werden können. Schnittmangold ist dagegen deutlich frostresistenter und winterhart.

Steckrüben

alte gemuesesorten-steckrueben

Die Steckrübe erlangte vor allem in Hungersnöten und Kriegszeiten traurige Berühmtheit. Einst diente sie nur als Schweinefutter, später dann als Armeleuteessen. Dabei hat es die Steckrübe in sich: Sie ist ein richtiges Powergemüse und schmeckt auch noch vorzüglich.

Wann pflanze ich Steckrüben?

Ziehen Sie die Samen zwischen Ende Mai und Mitte Juni im Topf oder im Frühbeet vor. Im Juli können Sie dann die jungen Pflanzen im Garten auspflanzen. Alternativ können Sie im Juli auch direkt säen.

Wo wachsen Steckrüben am besten?

Am besten gedeihen Steckrüben an einem sonnigen oder halbschattigen Standort. Der Boden sollte eher nährstoffarm sein. Daher vorher nicht düngen.

Wie pflanze ich Steckrüben an?

Säen oder pflanzen Sie die Rüben mit genügend Abstand. Circa 40 cm Platz sollte zwischen den einzelnen Pflanzen sein. Die Samen sollten Sie nicht tiefer als 1 cm in die Erde stecken.

Wann kann ich Steckrüben ernten?

Ab Mitte September können Sie die Rüben ernten. Wenn sie noch länger im Beet bleiben, wachsen sie noch weiter. Im Oktober sind sie ausgewachsen.

Grüß Gott-Gartentipp:
Steckrüben sind das optimale Wintergemüse. Sie vertragen bis zu -10 Grad und können problemlos bis spät in den Herbst in der Erde stehen gelassen werden.

Topinambur

alte gemuesesorten-topinambur

An den französischen Fürstenhöfen war Topinambur aufgrund seines artischockenähnlichen Geschmacks eine beliebte Delikatesse. Auch in Deutschland war die Knolle aus Südamerika bis zum 30-jährigen Krieg weit verbreitet. Dann wurde sie verdrängt – von der Kartoffel.

Wann pflanze ich Topinambur?

Die Topinamburknollen sind sehr robust und können daher das ganze Jahr über angepflanzt werden. Die beste Pflanzzeit ist aber von Februar bis April.

Wo wächst Topinambur am besten?

Topinambur wächst in fast jedem Boden. Am liebsten mag er es locker und leicht sandig. Für seinen Standort sollten Sie ein vollsonniges Plätzchen wählen.

Wie pflanze ich Topinambur an?

Lockern Sie zuerst den Boden mit einer Harke auf und befreien Sie ihn von Unkraut. Nun können Sie die Knollen 5 bis 10 cm tief in die Erde eingraben. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte circa 50 cm sein.

Wann kann ich Topinambur ernten?

Im Oktober können Sie mit der Topinambur-Ernte beginnen. Da Topinambur ein sehr robustes und winterhartes Gemüse ist, kann er den ganzen Winter hindurch, je nach Bedarf, geerntet werden.

Grüß Gott-Gartentipp:
Die Topinamburpflanze eignet sich hervorragend als Sichtschutz für Ihren Garten. Sie wächst recht schnell und kann bis zu drei Meter hoch werden. Und ihre gelben Blüten sind eine Zierde für Ihren Garten.

Petersilienwurzel

alte gemuesesorten-petersilienwurzel

Optisch ähnelt die Petersilienwurzel der Pastinake. Doch geschmacklich merkt man den Unterschied schnell: Die Petersilienwurzel schmeckt nämlich intensiv-würzig nach Petersilie. Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum und hat schon den Römern als Kraftkost gedient.

Wann pflanze ich die Petersilienwurzel?

Die Wurzelpetersilie können Sie im März oder April aussäen.

Wo wächst Petersilienwurzel am besten?

Der Boden, in den Sie die Petersilienwurzel säen wollen, sollte tiefgründig und humusreich, aber nicht zu feucht sein. Als Standort bevorzugt sie sonnige oder halbschattige Plätze.

Wie pflanze ich Petersilienwurzel an?

Vor der Aussaat ist es wichtig, den Boden tiefgründig zu lockern. Danach können Sie die Samen in mehreren Reihen in die Erde legen. Die Reihen sollten in einem Abstand von 30 cm gezogen werden.

Wann kann ich Petersilienwurzel ernten?

Da die Petersilienwurzel recht langsam und unregelmäßig wächst, kann sie erst im Oktober geerntet werden. Auch vor der Ernte sollte der Boden etwas aufgelockert werden. Dann lassen sich die Wurzeln leichter aus dem Boden ziehen.

Grüß Gott-Gartentipp:
Petersilienwurzeln sind nicht sonderlich konkurrenzstark. Deshalb sollte das Unkraut in ihrer Umgebung regelmäßig entfernt werden.

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IDEAL FÜR ANFÄNGER UND HOBBYGÄRTNER

  • Alte Gemüsesorten sind optimal an unsere klimatischen Bedingungen angepasst
  • Alte Gemüsesorten sind sehr robust und somit auch pflegeleicht
  • Alte Gemüsesorten enthalten oft mehr gesunde Inhaltsstoffe als das Gemüse aus dem Supermarkt
  • Alte Gemüsesorten sind samenfest. Das bedeutet, dass das Saatgut keine genetische Veränderungen aufweist und Sie aus der Pflanze neues Saatgut gewinnen können

 


WO GIBT ES DAS SAATGUT?

Das Saatgut für alte Gemüsesorten bekommt man nur selten im Gartencenter. Die Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt Arche Noah betreibt einen Onlineshop mit einem großen Saatgutsortiment. Hier gibt’s auch die Samen für die alten Pflanzen.

Da Sepp

Josefitag

Da Sepp

Josefitag - Der Josef genießt an seinem Ehrentag eine Maß Bier
Wer Josef heißt, ist in der Alpenregion „da Sepp“. Und davon gibt es viele. Ihren Namenstag feiern sie am Josefitag, der früher sogar ein Feiertag war. Ein bisserl besonders ist er auch heute noch: Alle Josefs und Josefines werden mit einer Freimaß und einer Freifahrt geehrt.

 

Der Sepperl geht in d’ Schul’, der Seppe zum Fensterln und der Sepp ins Wirtshaus. Ein gescheiter Name wächst eben einfach mit. Josef ist ein solcher Name. Und was den einen der Sepperl, Seppe, Sepp ist, ist den anderen ihr Bepperl, Beppi, Bepp.

Die alpenländischen Namensvarianten von Josef schützten aber nur sehr begrenzt vor Verwechslungen. So viele Josefs gab es früher in den Alpen, dass der Name für „Zuagroaste“ und Gäste ein Synonym für die Alpenbewohner und ihre Eigenarten geworden ist. So ist die Lederhosn eine Sepplhose, zu der die Alpenländler natürlich den Sepplhut aufsetzen.

Der Vorname Josef wird seit Generationen weiter vererbt.

Josef ist ein solider Vorname für jeden Bub und wird seit Generationen weiter vererbt, vom Vater auf den Sohn, vom Paten auf das Patenkind. In jeder bayerischen, österreichischen oder schweizerischen Ahnentafel findet sich bestimmt einer, dem durch einen kleinen Josef eine Ehre zuteil wird.

Und zu guter Letzt ist der Name Josef auch noch gut katholisch. Ist der Namensgeber doch der heilige Josef, der Ziehvater vom Jesuskind und Patron der ganzen katholischen Kirche. Sein Gedenktag ist der 19. März.

STARKBIER IN DER FASTENZEIT Mit der Fastenzeit beginnt auch die Starkbierzeit. Schon im Mittelalter brauten Mönche ein extra kalorienreiches Bier, um trotz Fasten bei Kräften zu bleiben. Hier sind 7 spannende Fakten zum „flüssigen Brot“.

Weil es gar so viele Sepps gab, da der heilige Josef hoch verehrt wurde, und weil damals der Namenstag weit mehr gegolten hat als der Geburtstag, entwickelte sich der Josefitag zu einem wichtigen Festtag, der ein richtiger arbeits- und schulfreier Feiertag war.

Ein letzter willkommener Ruhetag für die Bauern, ihre Knechte und Mägde, bevor es nach dem Winter wieder mit der schweren Feldarbeit losging. Denn der Josefitag galt für sie als Winterende:

„Wenn’s erst amol Josefi is,
endet auch der Winter g’wiss.“

(Bauernregel)

So wurde am Josefitag noch einmal getanzt, gut getrunken und gegessen. Im Berchtesgadener Land wurde extra für Josefi das sogenannte Baumwollbrot gebacken, ein süßes Hefegebäck, und während der Festmesse den Zimmerern geweiht. Schließlich war auch der heilige Josef ein Zimmermann.

Mit der Abschaffung des Feiertags hatte die Herrlichkeit ein Ende. Ein ähnliches Schicksal war dem Josefitag  in Österreich beschieden, dort haben aber in einigen Bundesländern zumindest die Kinder auch heute noch schulfrei, ebenso wie in einigen Kantonen der Schweiz, wo der Seppentag noch gefeiert wird.

Eine Freimaß und eine Freifahrt sind als Trostpflaster geblieben.

Den bayerischen Seppln sind nur kleine Trostpflaster geblieben: eine Freimaß und eine Freifahrt. Im Bräustüberl vom Kloster Andechs gibt’s am Josefitag nach der Messe zu Ehren des heiligen Josef eine Maß Bier gratis für jeden Sepp und jede Josefa und Josefine. Und die Wendelsteinbahn bringt am 19. März alle Namenstagskinder kostenlos auf den Gipfel.

Der Königlich-Bayerischen Josefspartei ist das zu wenig. Sie kämpft seit ihrer Gründung im Jahr 2002 nur für ein Ziel, dass der Josefitag wieder ein Feiertag wird. Aber auch die jährlichen Parteitage haben sie diesem Ziel bisher nicht nähergebracht.

Nicht ganz so bierernst sehen das die diversen Josefivereine, die sich in manchen bayerischen Gemeinden etabliert haben. Den meisten geht es neben einem geselligen Vereinsleben hauptsächlich darum, die Hochachtung vor dem heiligen Josef zu bewahren und den Namen Josef nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Denn was wären Bayern, Österreich und die Schweiz ohne ihre Seppen, Seppis, Sepperl und Bepperl?

Weitere bedeutende Heilige im März

 

7. März 
Perpetua und Felicitas
waren Märtyrerinnen, die zur Hinrichtung einer wilden Kuh vorgeworfen wurden.

 

9. März
Franziska
gilt als Patronin der Autofahrer, da sie ständig von einem Schutzengel begleitet wurde.

17. März
Gertraud
soll durch ihr Gebet eine Mäuse­plage beendet haben, sie gilt als Patronin der Gärtner.

 

21. März 
Benedikt
gründete das erste Kloster der Benediktiner, bis heute das Stamm­kloster des Ordens.

BIER UND BLUMEN

Josefitag – Blumenkranz

Der heilige Josef ist Schutzpatron der Ehe und Jungfräulichkeit.

Früher war es in Österreich Brauch, den jungfräulichen Mädchen Blumen zu schenken, aus denen dann ein Blumenkranz geflochten wurde. Dieser sollte ihnen die Jungfräulichkeit bewahren.

Verheiratete trugen an diesem Tag Josefsringe am Finger, um zu zeigen, dass sie vergeben sind.

Bieranstich

Vor allem die Männer freuten sich früher auf den Bieranstich am Josefitag. Auch heutzutage wird noch in vielen Biergärten am 19. März die erste Maß der Saison ausgeschenkt.

Josefitag – Bieranstich

ZWEI SCHMANKERL FÜR JOSEF UND JOSEFINE

Vergessen Sie Ihren Ausweis nicht!

 

Putzen Sie sich schlank!

Kalorien verbrennen

Putzen Sie sich schlank!

Kalorien verbrennen – frische Wäsche auf dem Berg
Kochen, bügeln, Fenster putzen – lästige Hausarbeit? Nehmen Sie’s sportlich! Bei dem täglichen Kleinkram verbrennen Sie fast ebenso viele Kalorien wie beim Joggen. Also, schwingen Sie das Bügeleisen und den Putzlumpen!

 

So viele Kalorien verbrennen Sie durchschnittlich bei ½ Stunde Hausarbeit:

 

Kalorien verbrennen – Einkaufen

Einkaufen

70 kcal

Kalorien verbrennen – Betten beziehen

Betten beziehen

75 kcal

Kalorien verbrennen – Staubwischen

Staub wischen

75 kcal

Kalorien verbrennen – Kochen

Kochen

75 kcal

Kalorien verbrennen – Geschirr spülen

Geschirr spülen

90 kcal

Kalorien verbrennen – Boden wischen

Boden wischen

100 kcal

Kalorien verbrennen – Wäsche bügeln

Bügeln

100 kcal

Kalorien verbrennen – Fenster putzen

Fenster putzen

110 kcal

Kalorien verbrennen – Staubsaugen

Staubsaugen

120 kcal

Kalorien verbrennen – Gartenarbeit

Gartenarbeit

200 kcal

Frühjahrskur
Kräuterfee Doris hat uns 6 Kräuter verraten, mit denen Sie Ihren Körper nach dem Winter wieder in Schwung bringen.
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SO GUT WIE JOGGEN – NA JA, FAST …

Kalorien verbrennen – Joggerin im Gras

Zum Vergleich: Eine Frau mit 65 Kilogramm Körpergewicht verbraucht bei ½ Stunde Joggen etwa

270 kcal 

10 Kinderspiele von früher

Kinderspiele für draußen

10 lustige Spiele, die schon Ihre Eltern als Kinder gespielt haben

Kinderspiele - Fischer wie tief ist das Wasser?
Kinder gab’s früher viele – aber wenige Spielsachen. Langweilig wurde es trotzdem nie! Ein Ball, ein Seil, ein paar Steine und die Freunde aus der Nachbarschaft genügten. Diese 10 Spiele verhießen endlosen Spaß:

1. Fischer, wie tief ist das Wasser?

Kinderspiele – Fischer, wie tief ist das Wasser

Anzahl der Spieler
Mindestens 4 (aber je mehr, desto lustiger!)

Spielregeln
Vor Spielbeginn werden im Abstand von etwa vier bis fünf Metern zwei Linien markiert. Jede Linie ist ein Ufer, der Bereich dazwischen das Wasser. An einem Ufer, also hinter einer der Linien, steht der Fischer, am anderen Ufer stehen die Mitspieler.

Sie rufen: „Fischer, wie tief ist das Wasser?“ Der Fischer nennt irgendeine Tiefe, er antwortet zum Beispiel: „10 Meter!“

Darauf fragen die Kinder: „Wie kommen wir hinüber?“ Jetzt darf sich der Fischer ausdenken, wie die Kinder ans andere Ufer kommen sollen. Er ruft zum Beispiel: „Auf einem Bein hüpfend“ oder „Rückwärts laufend“.

Nun setzen sich die Kinder in der befohlenen Gangart in Bewegung. Während sie versuchen, über das Wasser zu kommen, versucht der Fischer, so viele wie möglich zu fangen. Er bewegt sich dabei genauso wie die anderen, also auf einem Bein, rückwärts, mit geschlossenen Augen oder dergleichen.

Wer gefangen wurde, hilft dem Fischer in der nächsten Runde beim Fangen. Wer als Letzter übrig bleibt, hat gewonnen.

2. Prellball

Anzahl der Spieler
1 bis unbegrenzt

Spielregeln
Zuerst wird mit Kreide eine Kästchen-Leiter von 1 bis 10 auf den Boden gemalt. Die Kästchen dürfen nicht zu klein sein!

Der Startspieler wirft den Ball so ins erste Feld, dass er wieder zu ihm zurückspringt. Nun darf der Ball aber nicht gefangen werden, sondern er wird mit der flachen Hand in das nächste Feld geprellt und so weiter, bis er der Reihe nach in jedem Feld war.

Landet der Ball nicht im richtigen Feld, ist der nächste Spieler an der Reihe. Der, der den Fehler gemacht hat, darf – wenn er wieder an der Reihe ist – in dem Feld beginnen, das er zuletzt fehlerfrei geschafft hatte. Er darf den Ball also in dieses Feld werfen und dann von da aus weiterprellen.

Wer zuerst in alle Kästchen getroffen hat, ist Sieger.

3. Hüpf-Schnecke

Anzahl der Spieler
2 bis unbegrenzt

Spielregeln
Es wird ein Spielfeld in Form einer Schnecke auf den Boden gezeichnet und in einzelne Kästchen unterteilt. Diese sollten so groß sein, dass man bequem hinein hüpfen kann.

Nun versuchen die Mitspieler nacheinander auf einem Bein vor und zurück durch alle Kästchen zu hüpfen, ohne dabei eine Linie zu berühren. Wer es schafft, darf danach ein beliebiges Kästchen sperren.

Alle anderen Hüpfer müssen dann dieses Kästchen überspringen, nur der, der es gesperrt hat, darf sich bei seinen folgenden Sprüngen darauf ausruhen. Gut ist, wenn jedes Kind „sein“ Kästchen mit einer anderen Farbe sperrt, so dass man immer weiß, welches wem „gehört“.

Auf diese Weise wird es immer schwieriger, die Schnecke fehlerfrei zu schaffen. Wer als Letzter ganz durchkommt, ist Sieger dieses Kinderspieles.

4. Stöckeln

Kinderspiele - Stöckeln

Anzahl der Spieler
Ab 2 (aber je mehr, desto spannender!)

Spielregeln
Als „Stöckel“ braucht man einen etwa 20 Zentimeter hohen Holzpflock mit ungefähr 12 Zentimetern Durchmesser. Außerdem muss sich jeder Spieler eine Wurfscheibe suchen, zum Beispiel einen großen, möglichst flachen Stein.

Das Stöckel wird fest in den Boden gesteckt. Jeder Mitspieler muss als Einsatz 1 oder 2 Cent auf das Stöckel legen.

Dann stellen sich alle etwa 8 Meter davon entfernt auf und werfen nacheinander mit ihren Wurfscheiben gegen das Stöckel. Trifft der Werfer, sodass Münzen zu Boden fallen, darf er alle an sich nehmen, die ihre Kopf-Seite zeigen. Die anderen kommen zurück auf das Stöckel. Sind keine Münzen mehr übrig, beginnt eine neue Runde mit neuem Einsatz.

Liegt noch Geld auf dem Stöckel, obwohl alle Spieler geworfen haben, versuchen es alle noch einmal vom „Schlagziel“ aus, das heißt, sie werfen nun aus etwa 3 Metern Entfernung. Den ersten Wurf hat der, dessen Wurfscheibe vorher am nächsten beim Stöckel lag, es folgt der Nächstbeste und so weiter.

Bleibt auch beim Schlagziel-Werfen noch Geld auf dem Stöckel liegen, so kommt es zu den neuen Einsätzen dazu. Bei der nächsten Runde ist also mehr zu holen. Die neue Runde beginnt der schlechteste Werfer der letzten Runde.

5. Triff ins Feld

Anzahl der Spieler
2 Mannschaften mit je mindestens 2 Spielern

Spielregeln
Mit Kreide wird ein etwa 25 x 50 Zentimeter großes Rechteck auf den Boden gezeichnet und durch eine Mittellinie halbiert. In eine Hälfte wird ein Stein gelegt.

Nun sucht sich auch jeder Spieler einen mittelgroßen Stein und versucht, damit aus etwa 3 Metern Entfernung in das Kästchen mit dem Stein zu treffen.

Gelingt es ihm, bekommt seine Mannschaft dafür 3 Punkte. Landet der Stein im anderen Feld, gibt es einen Punkt. Bleibt der geworfene Stein außerhalb der beiden Felder liegen, gibt es keinen Punkt.

Die Spieler der beiden Mannschaften sind abwechselnd an der Reihe. Das Team, das am Ende die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

6. Pfandhüpfen

Kinderspiele - Pfandhüpfen

Anzahl der Spieler
Mindestens 4 bis unbegrenzt

Spielregeln
Man braucht ein langes Springseil, das von zwei Kindern geschwungen wird.

Die anderen Mitspieler suchen sich jeweils einen Gegenstand als Pfand. Das kann ein Stein sein, ein kleiner Ball, was halt gerade so herumliegt.

Die Pfänder werden etwas entfernt auf einer Seite des Seils abgelegt, auf der anderen stellen sich die Spieler auf.

Sobald das Seil schwingt, läuft der Erste hindurch und holt sein Pfand. Mit diesem springt er dann wieder in das Seil hinein und fragt: „Was soll das Pfand in meiner Hand?“ Die anderen Mitspieler rufen ihm daraufhin zu, was er machen muss. Zum Beispiel 10-mal auf einem Bein hüpfen, in der Hocke hüpfen und so weiter.

Wer die Aufgabe nicht schafft, muss sein Pfand zurücklegen und es später erneut versuchen. Wer seine Aufgabe fehlerfrei erledigt, darf sein Pfand behalten und ist in dieser Runde fertig.

7. Tunnelkriechen

Anzahl der Spieler
2 Mannschaften mit je mindestens 4 Spielern

Spielregeln
Jede Mannschaft stellt sich mit gegrätschten Beinen hintereinander in einer Reihe auf, so dass die Beine einen Tunnel bilden.

Auf ein Kommando hin dreht sich das erste Kind in jeder Reihe um und krabbelt blitzschnell durch den Tunnel nach hinten, wo es sich sofort wieder mit gegrätschten Beinen in die Reihe stellt. Sobald es steht, gibt es seinem Vordermann einen Klaps, der gibt ihn nach vorne weiter. Kommt der Klaps bei dem Kind an, das jetzt ganz vorne steht, kriecht dieses durch den Tunnel und so weiter.

Es gewinnt die Mannschaft, deren Start-Kriecher am schnellsten wieder am Anfang der Reihe steht.

8. Kirschen gegessen

Kinderspiele - Kirschen gegessen

Anzahl der Spieler
Ab 2 (mehr Spaß macht’s in größerer Runde)

Spielregeln
Bei zwei Spielern stehen sich die Kinder gegenüber, bei mehreren bilden sie einen Kreis. Die Kinder werfen sich reihum oder auch wahllos – je nach Absprache – einen Ball zu.

Wer ihn erstmals fallen lässt, hat „Kirschen gegessen“.
Bei seinem zweiten Fehler hat er „Wasser getrunken“.
Beim dritten Fehler hat er „Bauchweh bekommen“.
Beim vierten Fehler ist der „Doktor gekommen“.
Beim fünften Fehler wird der Patient „ins Krankenhaus gebracht“.
Beim sechsten Fehler ist er „gestorben“. Damit scheidet er als Mitspieler aus.
Wer am längsten „überlebt“, ist Sieger.

Bei den Mädchen hieß dieses Spiel auch „Verliebt, verlobt, verheiratet“. Beim ersten Fehler war man verliebt, beim zweiten verlobt, beim dritten verheiratet, beim vierten geschieden und damit raus.

9. Ochs am Berg

Anzahl der Spieler
Mindestens 3 bis unbegrenzt

Spielregeln
Ein Spieler ist der Ochse und steht mit dem Rücken zu den anderen, die sich weiter von ihm entfernt in einer Reihe nebeneinander aufstellen.

Nun ruft der Ochse: „Ochs am langen, langen, langen ... Berg!“ Das Wort „langen“ kann er so oft sagen, wie er möchte. 

Sobald der Ruf beginnt, dürfen die anderen Spieler losgehen oder auch loslaufen – bis sie das Wort „Berg!“ hören. Bei diesem Wort dreht sich der Ochse blitzschnell um und schickt jeden, den er sich noch bewegt, zurück auf seine Startposition.

Wer als Erster den Ochsen erreicht, hat gewonnen und wird der nächste Ochse.

10. Versteinern

Anzahl der Spieler
Mindestens 5 (wenn’s mehr sind, umso besser)

Spielregeln
Zunächst einigen sich die Spieler auf ein Spielfeld, zum Beispiel die ganze Rasenfläche im Garten, nur die Einfahrt oder Ähnliches. Dann wird ein Spieler zum Fänger bestimmt.

Auf „Los“ geht’s los und der Fänger versucht, die anderen zu fangen, das heißt: zu berühren. Wen er berührt, der „versteinert“. Der „Versteinerte“ muss sofort mit gegrätschten Beinen stehen bleiben.

Der Versteinerte kann aber „erlöst“ werden, das heißt er darf wieder weiterlaufen, wenn ein anderer Spieler zwischen seinen Beinen hindurch kriecht, ohne dabei natürlich selbst vom Fänger erwischt zu werden.

Wenn es dem Fänger gelungen ist, alle zu versteinern, wird ein neuer Fänger bestimmt.

Viele weitere tolle Spiele für Kinder finden Sie in diesem Buch:

Kinderspiele für drinnen
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Dieses Buch führt Sie zurück in Ihre Kindheit – mit über 200 Kinderspielen und Bastelideen von damals. Jede Menge fröhlicher Stunden für Sie und Ihre Familie!
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Heilfasten

Eine Woche gesund heilfasten

Fasten Sie sich das Leben schön

Tipps zum Heilfasten – Fastensuppe
Eine Fastenkur ist ein intensives Erlebnis für Körper und Seele. Gesundes Heilfasten bedeutet aber nicht, komplett auf Essen zu verzichten. Unsere Experten zeigen Ihnen zwei beliebte Fastenmethoden, die sich gut in den Alltag integrieren lassen – und geben Ihnen Tipps, wie Sie auch wirklich durchhalten.

So funktioniert eine Woche Buchinger-Fasten

 

Portrait Dr. Otto Buchinger

Unser Experte

Dr. Andreas Buchinger ist Chefarzt der Klinik Dr. Otto Buchinger in Bad Pyrmont und führt diese in dritter Generation. Sein Großvater Otto Buchinger entwickelte vor 90 Jahren das Buchinger-Heilfasten als den "Königsweg der Heilkunst". Dazu gründete er die erste Heilfasten-Klinik.

 

Zwei Vorbereitungstage – zur innerlichen Entlastung und zur Einstellung auf den veränderten Tagesablauf

Entlastungstag 1 (Gemüsetag)

  • Frühstück: Haferschleim oder Buchweizengrütze
  • Mittagessen: Gerichte und Suppen mit nicht blähenden Gemüsesorten, z.B. Wurzelgemüse
  • Abendessen: Viel Wasser

Entlastungstag 2 (Obsttag)

  • Frühstück: Naturjoghurt aus dem Bioladen mit Obst
  • Mittagessen: Haferschleim oder Buchweizengrütze
  • Abendessen: Obst und viel Wasser


Fastentipps vom Experten

  • Sprechen Sie sich vor der Fastenwoche mit Ihrem Hausarzt ab und lassen Sie Ihre Gesundheitswerte überprüfen.
  • Kommen Sie langsam zur Ruhe und verbannen Sie alles aus Ihrem Alltag, was Hektik und Stress verursachen könnte.
  • Machen Sie sich Gedanken, welchen schönen Aktivitäten Sie in der Zeit des Fastens nachgehen möchten. Kaufen Sie Konzert- oder Theaterkarten, planen Sie Wanderungen oder andere sportliche Aktivitäten oder reservieren Sie Massage- oder Saunatermine.
  • Bereiten Sie ein Tagebuch vor, in welches Sie während der Fastentage alles eintragen, was Sie bewegt und Ihnen in den Kopf kommt: Träume, Wünsche, Ideen, Gedanken, Gefühle.

Fünf Fastentage – die eigentlichen Heilfastentage

  • Tagesbeginn: Atemgymnastik, z.B. mit Yogaübungen und Kneippschem Tautreten
  • Frühstück: Fastentee, etwa ein Bio- oder Gesundheitstee. Nehmen Sie eine Sorte, die Ihnen zuträglich ist. Sie können den Tee auch gerne mit einem Löffel Honig verfeinern.
  • Vormittag: Abführen – führen Sie am ersten Fastentag eine Darmreinigung mit Schüsslersalzen durch. Danach sollten Sie jeden zweiten Tag der Fastenwoche mit frisch zubereitetem Sauerkrautsaft abführen.
  • Mittagessen: Vegane Fastenbrühe, also eine Gemüsebrühe aus frischem Bio-Gemüse.
  • Nachmittag: Bewegung, Sport, Ruhephasen. Machen Sie das, was Ihrem Körper und Ihrer Seele gut tut.
  • Abendessen: Frischer Fruchtsaft.
  • Abend: Wohlfühlen. Unternehmen Sie schöne Dinge, zu denen Sie im Alltag viel zu selten kommen oder die Sie sich schon lange vorgenommen haben.

Fastentipps vom Experten

  • Halten Sie die Tage, an denen Sie abführen, von Außenterminen frei.
  • Trinken Sie genug: Mineralwasser und ungesüßte Biotees können Sie ohne Bedenken zu sich nehmen.
  • Seien Sie aktiv! Sich während des Fastens daheim verkriechen wäre furchtbar. Genießen Sie die Natur um sich herum, besuchen Sie besondere Orte und nehmen Sie Kunstangebote in Ihrer Umgebung wahr.
  • Verzichten Sie auf Genussmittel und vermeiden Sie alles, was Aufregung verursacht.
  • Die ersten drei Tage können schwierig sein. Man entfernt sich aus seiner gewohnten Welt, und das hat Auswirkungen auf Seele und Stoffwechsel. Nehmen Sie diese Veränderung geduldig hin und achten Sie auf das, was mit Ihnen geschieht.

Drei Aufbautage – nicht ruckartig ins alte Leben zurückkehren

  • über den Tag verteilt maximal 800 Kalorien

Fastentipps vom Experten

  • Ernähren Sie sich die erste Woche nach dem Fasten vegan oder zumindest vegetarisch.
  • Bauen Sie die Kalorienzunahme stufenweise wieder auf und hören Sie auf Ihren Körper.
  • Seien Sie in Supermärkten kritisch und ziehen Sie Bioläden vor.
  • Nehmen Sie positive Erfahrungen (Atemübungen, Tautreten, Fastentee, Meditation und Essensgewohnheiten) aus dem Fasten mit und versuchen Sie, sich die schönen Dinge zu bewahren und zu genießen.

 

Wie wär’s mit einer Frühjahrskur? Kräuterfee Doris hat uns 6 Kräuter verraten, mit denen Sie Ihren Körper nach dem Winter wieder in Schwung bringen. So starten Sie leicht und vital in den Frühling!

So funktioniert eine Woche Heilfasten nach F. X. Mayr

 

Portrait unserer Experten

Unsere Experten

Dr. Michaela Mayr ist Gesundheitspsychologin, Peter Mayr ist Diplom-Diätküchenmeister. Die beiden Kärntner – übrigens nicht verwandt mit dem Erfinder der F.X.-Mayr-Kur – haben mehrere Bücher darüber geschrieben. Er entwickelt den Fastenplan mit passenden Fastenrezepten, sie gibt Tipps aus der Ernährungspsychologie.

Drei Vorbereitungstage – zur Entsäuerung und Entgiftung des Körpers

Frühstück, Mittagessen und Abendessen:

  •  ein Bittersalzgetränk zum Abführen
  •  eine Kursemmel: Diese Semmel – bei Bedarf auch mit einem vegetarischen Aufstrich aus Quark oder Avocado – wird bis zu 40-mal gekaut und dann mit einem Basengetränk geschluckt: etwa Gemüsebrühe, Kräutertee oder Sauermilch.

Fastentipps vom Experten

  • Die Entlastungstage sind die Voraussetzung für eine Ernährungsumstellung. Man merkt, wie der Körper bei geringer Nahrungszufuhr reagiert, und nimmt die Reaktionen des Körpers bewusst wahr.
  • Das langsame Kauen der Kursemmel hilft dabei, Kau- und Esskultur wieder zu erlernen. Essen Sie generell langsamer, bleiben Sie gedanklich beim Essen und schalten Sie alles ab, was störend ist. Dann stellt sich auch schneller ein Sättigungsgefühl ein.

Die Fastenwoche – mit Basentee und Basensuppe

  • Frühstück: Kursemmel und Tee, Sauermilch oder Joghurt (in der Basenwoche muss nicht mehr mit Bittersalzen abgeführt werden)
  • Mittagessen: Eine Basensuppe, also eine pürierte Gemüsesuppe aus 1 Liter Gemüsebrühe und rund 350 Gramm Wurzelgemüse – oder leichte Gemüsegerichte, Maisgerichte oder glutenfreie Speisen
  • Abendessen: Basentee oder Gemüsebrühe

Fastentipps vom Experten

  • Sport und Bewegung kurbeln den Stoffwechsel und damit auch die Verdauung an.
  • Denken Sie nicht an das, worauf Sie verzichten müssen. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, was Sie essen können, und haben Sie Spaß beim Ausprobieren der Fastenrezepte.
  • Versuchen Sie, bewusst und mit Freude einzukaufen und zu kochen.

Die Aufbauwoche – den Verdauungsappart zu neuer Leistung bewegen

  • Frühstück: Bleiben Sie doch morgens bei der Kursemmel!
  • Mittags oder Abends: Leichte Gerichte aus gedämpftem Gemüse und weißem Fleisch und Trennkost
  • Abends: Gemüsesuppen oder Gemüsegerichte

     

Fastentipps vom Experten

  • In den ersten Tagen der Aufbauwoche sollte der Darm noch durch die Aufnahme von Trennkost geschont werden.
  • Gegen Ende der Aufbauwoche können Sie die Auswahl immer mehr erweitern und Ihre Ernährung langsam wieder aufbauen.
  • Versuchen Sie, auch außerhalb der Fastenkur einzelne Fastentage (zum Beispiel einen Fastentag pro Woche) einzulegen. Das trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei, regeneriert den Verdauungsapparat und fördert die gesamte Gesundheit.

Bei Vorerkrankungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen sollten Sie nur unter ärztlicher Aufsicht oder fachmännischer Betreuung heilfasten.

Protokolle: Simone Zwikirsch

Schreiben Sie eine E-Mail an die Redaktion
Sündige Fastenspeisen
Maultaschen und Schokolade: Das gönnte man sich einst zur Fastenzeit in den Klöstern – wenn man die richtige Ausrede hatte …
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HEILFASTEN MACHT GESUND UND GLÜCKLICH

Heilfasten senkt den Blutdruck und wirkt sich positiv auf Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus.

Zudem sinkt beim Heilfasten der Stresshormon-Pegel und das Gute-Laune-Hormon Serotonin wird freigesetzt.


MEHR VON UNSEREN EXPERTEN

In den Büchern unserer Experten finden Sie noch weitere Informationen zum Heilfasten – Motivationstipps, Einkaufslisten und leckere Heilfastenrezepte für Ihre Fastenkur:

Dr. Andreas Buchinger: Buchinger Heilfasten. Mein 7-Tage-Programm für zu Hause (TRIAS)

Peter Mayr, Dr. Michaela Mayr: F.X. Mayr für zu Hause (Südwestverlag)

Bloß nicht wegschmeißen

Natürlicher Dünger

Mit diesen Haushaltsabfällen können Sie Ihre Pflanzen düngen

Natürlicher Dünger - Eierschalen
Bloß nicht wegwerfen! Das Noagerl vom Feierabendbier, der Kaffeesatz vom Frühstück, das Kartoffelwasser vom Mittagessen – all das lässt sich wunderbar als natürlicher Dünger verwerten. Das freut Ihre Garten-, Topf- und Zimmerpflanzen und spart Geld.

1. Kaffeesatz

Natürlicher Dünger - Kaffeesatz

Nicht nur uns Menschen bringt Kaffee in Schwung: Auch bei Ihren Blumen und Pflanzen regt er den Stoffwechsel an und fördert das Wachstum. Als Düngemittel eingesetzt liefert Kaffeesatz Ihren Pflanzen lebensnotwendige Nährstoffe wie Kalium, Stickstoff und Phosphor.

So geht’s:

Sammeln Sie eine größere Menge Kaffeesatz und lassen Sie ihn gut trocknen, damit in der Blumenerde kein Schimmel entstehen kann. Dann können Sie den Kaffeesatz entweder direkt als Dünger um die Pflanze streuen und ihn unter die Erde mischen. Oder Sie rühren den trockenen Kaffeesatz in das Gießwasser und gießen damit Ihre Topf-, Kübel- oder Beetpflanzen.
Dasselbe funktioniert übrigens auch mit Teesatz.

Welche Pflanzen mögen’s besonders?

Sehr beliebt ist Kaffeesatz als Dünger bei Rosen, Rhododendren, Fuchsien, Geranien und Hortensien.

Grüß Gott-Gartentipp:

Wer im Garten Kaffeesatz als Dünger verwendet, wappnet sich auch gegen Schnecken. Kaffeesatz vertreibt die gefräßigen Schädlinge, in größeren Mengen kann er sie sogar töten.

2. Haare

Natürlicher Dünger - Tierhaare

Aus abrasierten Barthaaren oder dem ausgekämmten Winterpelz des Haustiers lässt sich noch was Nützliches machen. Denn Haare enthalten im Gegensatz zu anderen Naturdüngern sehr viel Stickstoff. Während des Zersetzungsprozesses werden weitere wichtige Mineralstoffe frei, die das Pflanzenwachstum begünstigen.

So geht’s:

Schneiden Sie die gesammelten Haare schön klein und mischen Sie sie unter die Pflanzenerde. Bis die Wirkung einsetzt, braucht es aber Geduld: Haare lösen sich nur langsam auf, sodass es sehr lange dauert, bis alle Nährstoffe aus den Haaren an die Pflanze abgegeben sind.

Welche Pflanzen mögen’s besonders?

Langsam wachsende Zimmer- und Gewächshauspflanze, aber auch unter Orchideenliebhabern ist der Dünger aus Barthaaren ein echter Geheimtipp: Er pflegt die empfindlichen Zimmerpflanzen, ohne sie zu überdüngen.

Grüß Gott-Gartentipp:

Mit Kompost kombiniert sind Haare ein optimaler Langzeitdünger.

3. Eierschalen

Natürlicher Dünger - Eierschalen

Wer viel backt oder gerne Eierspeisen isst, kann die Eierschalen als Pflanzen- und Blumendünger weiterverwerten (und so können Sie übrigens nach Ostern gut Ihre Ostereier verwerten). Eierschalen bestehen zum Großteil aus Kalk, und der ist ein guter Dünger für saure Böden. Er neutralisiert die Bodensäure, erhöht den pH-Wert der Pflanzenerde und ermöglicht die Aufnahme anderer Nährstoffe.

So geht’s:

Zerkleinern Sie die Eierschalen von 2 bis 3 Eiern mit einem Mörser oder einem Fleischklopfer so klein wie möglich. Mischen Sie die zerkleinerten Schalen unter Ihr Gießwasser. Die Menge von 2 bis 3 Eierschalen reicht ungefähr für eine große Kanne. Lassen Sie das Wasser vor dem Gießen noch bis zu zwölf Stunden stehen: Je länger die Schalen eingeweicht werden, desto mehr Kalk geben sie an das Gießwasser ab.

Welche Pflanzen mögen’s besonders?

Kalkliebende Pflanzen sind Christrosen, Leberblümchen, Flieder, Schnittlauch, Lavendel, Rittersporn, Nelken und Geranien.

Grüß Gott-Gartentipp:

In vielen Gegenden ist das Leitungswasser ohnehin sehr kalkhaltig. Hier sollten Sie mit dem Eierschalen-Dünger eher vorsichtig sein, denn zu viel Kalk verschlechtert die Bodenqualität langfristig.

4. Bier

Natürlicher Dünger - Bier

Wer wird denn das abgestandene Bier vom vorigen Abend gleich wegschütten? Verwenden Sie es stattdessen als nahrhaften Pflanzendünger. Bier ist ein sehr reichhaltiges Getränk, und diese Nährstoffe tun auch Ihren Pflanzen gut.

So geht’s:

Mischen Sie die Bierreste im Verhältnis 1:2 mit Wasser und gießen Sie damit Ihre Blumen und Pflanzen. Wenn Sie ein- bis zweimal im Monat mit diesem Bierwasser gießen, bleiben Ihre Pflanzen lange am Leben und blühen intensiver.

Welche Pflanzen mögen’s besonders?

Alle Garten- und Zimmerpflanzen, die im Sommer viel Sonne und frische Luft gewohnt sind, freuen sich über den Bierdünger.

Grüß Gott-Gartentipp:

Unverdünntes abgestandenes Bier ist eine optimale Blattpflege, der die Blätter Ihrer Pflanzen zum Glänzen bringt. Dazu einen Wattebausch in das Bier eintauchen und damit die Blätter vorsichtig betupfen.

5. Kartoffelwasser